Courtepin 16.05.2017

Annabeille erklärt die Welt der Bienen

Der erste Posten des Bienen-Lehrpfads befindet sich idyllisch an der Crausa in Courtepin.
Der Imkerverein Courtepin und Vully hat einen Bienenlehrpfad ins Leben gerufen. Die Biene Annabeille erzählt den Besuchern auf dem Pfad von ihrer Arbeit und ihren Bedürfnissen. Die Eröffnung ist am Samstag.

Wer mehr über die faszinierende Welt der Honigbienen erfahren und dafür nicht zu Büchern greifen will, kommt in Courtepin auf seine Rechnung: Am Samstag steht die Eröffnung des zweisprachigen Bienenlehrpfads des Imkervereins Lac Français auf dem Programm (siehe Kasten). «Mit dem Lehrpfad wollen wir der Öffentlichkeit die Bedeutung der Bienen für Mensch und Ökologie aufzeigen», erklärt Vorstandsmitglied Jean-Marie Zosso aus Courtepin beim ersten Posten des Lehrpfads. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 40 000 Franken. Finanzielle Unterstützung hat der Verein von den Gemeinden Courtepin und Misery-Courtion sowie von Sponsoren erhalten.

Grosse Leistung

Zosso ist Vorstandsmitglied des Imkervereins und ehemaliger Primarlehrer von Courtepin. Der Lehrpfad sei insbesondere auch für Kinder gedacht, erklärt der Imker: «Auf den Tafeln sind neben Wissenswertem über die Bienen auch Anleitungen für Spiele und andere Aktivitäten aufgeführt.» Es sei für ihn nicht einfach gewesen, die grosse Vielfalt der Bienen auf das Wesentliche herunterzubrechen, «so dass auf den Tafeln nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Informationen sind». Die Biene Annabeille ist der rote Faden des Lehrpfads: Sie erzählt den Besuchern von ihrer Familie und stellt auch Fragen. Die Kinder können das Insekt verstehen lernen und dabei Faszinierendes erfahren: «Es gibt Erstaunliches zu entdecken in der Bienenwelt», ist Zosso überzeugt, «und sie ist von unschätzbarem Wert für uns Menschen.» Als fleissiges Arbeitstier bestäube die Biene rund 85 Prozent aller Pflanzen und stehe damit an der Basis einer Nahrungsmittelkette. «Doch trotz dieser Leistung sind die Bienen bedroht, die Anzahl Bienenstöcke sinkt.»

Jede Tafel des Lehrpfads ist einem Bereich der Bienenwelt gewidmet: So gibt es mehr über die Anatomie des Insekts, den Honig, die Feinde oder auch die Tanzsprache zu erfahren. Diese gilt als eine der wesentlichen Kommunikationsformen der Honigbienen. So teilen sie einander mit dem Tanz mit, wo welche Futterquellen zu finden sind. Die Art des Rohstoffs vermitteln sie einander über Duft. Die Ergiebigkeit und Qualität des Rohstoffs zeigen sie mit der Intensität ihres Tanzes.

Die Hauptgründe für die Bedrohung der Bienen sieht Zosso in der Varroamilbe und in der Monokultur der Landwirtschaft. Der renaturierte Bach Crausa sei hingegen ein gutes Zuhause für die Bienen und deshalb auch ein idealer Standort für den Lehrpfad: «Es hat verschiedene Pflanzen und Blumen entlang des Bachs, ohne Diversität können die Bienen nicht überleben.»

Zahlen und Fakten

Flache Strecke von 3,6 Kilometern

Der Verein Lac Français ist das französischsprachige Pendant zum Imkerverein Deutschfreiburger Seebezirk. Der Start des neuen Lehrpfads des Vereins ist in Courtepin bei der Micarna unmittelbar nach der Brücke über den Crausa-Bach. Die Texte auf den Tafeln sind in Deutsch und Französisch. Die Strecke ist 3,6 Kilometer lang und flach. Auch mit Kinderwagen ist der Weg gut zugänglich. Insgesamt gibt es 16 Posten. Die offizielle Eröffnung ist auf Samstag, 20. Mai, um 9 Uhr angesetzt. Danach stehen ein Besuch des Pfads mit einem Führer und ein Glas Wein in Cournillens auf dem Programm.

emu