Murten 14.09.2018

«Bürger können Referendum ergreifen»

Die SVP Murten hat am Mittwoch einen Informationsabend zum Thema Abfallbewirtschaftung durchgeführt. Gemeinderätin Katharina Thalmann-Bolz stellte die Änderungen im Abfall- und Abwasserreglement von Murten vor. Es ist nicht ihr Ressort.

Die SVP Murten hat am Mittwoch zu einem öffentlichen Infoabend zum Thema Abfall eingeladen. Der Anlass fand auf dem Gelände der Haldimann AG im Löwenberg statt. Rund ein Dutzend Personen kamen, darunter Fritz Wüthrich, Präsident der SVP Murten und Generalrat, sowie die Murtner SVP-Gemeinderätin Katharina Thalmann-Bolz und SVP-Generalrat Adrian Rau. «Wir haben diesen Abend organisiert, weil wir mit den Fusionen das Abfall- und das Abwasserreglement anpassen müssen», sagte Thalmann. Auf dem neuen Gemeindegebiet gibt es unterschiedliche Handhabungen mit Abfall und Gebühren. Es gehe nun darum, die Systeme zu vereinheitlichen.

Thalmann hat die Ressorts Kehricht und Abwasser im Murtner Gemeinderat nicht unter sich, diese liegen bei Vize-Stadtpräsidentin Ursula Schneider Schüttel (SP). «Wir haben den Anlass abgesprochen», sagte Thalmann gegenüber den FN. «Katharina Thalmann hat mir gesagt, dass sie den Infoabend durchführen wird», sagte Schneider Schüttel gestern auf Anfrage dazu. Weder sie noch Bauverwalter Stefan Portmann, der massgeblich an der Erarbeitung der neuen Reglemente beteiligt sei, seien als Referenten eingeladen worden, «da es sich offenbar um einen Anlass der Partei handeln sollte».

Im Oktober im Generalrat

Die SVP Murten will die Bevölkerung und die Generalräte laut Thalmann darüber informieren, «worüber die Murtner Generalräte am 10. Oktober zu entscheiden haben». Auf dieses Datum sind die Abstimmungen zu den angepassten Reglementen traktandiert. Thalmann betonte, dass es den Bürgerinnen und Bürgern von Murten nach der Abstimmung im Generalrat möglich ist, das Referendum zu ergreifen.

«Wir produzieren in der Schweiz jährlich 709  Kilogramm Abfall pro Kopf», sagte Christian Haldimann, Geschäftsführer der Entsorgungsfirma Haldimann AG. Er wies in einem Vortrag darauf hin, wie wichtig es ist, die Ressourcen sinnvoll einzusetzen und bereits bei der Herstellung von Materialien darauf zu achten, wie die Stoffe dereinst recycelt werden können. «Wir müssen für die nächsten Generationen Sorge tragen.»

Volumen oder Gewicht?

Thalmann legte die aktuelle Situation kurz dar: «In Murten, Courlevon, Jeuss und Salvenach wird der Abfall nach Volumen, in Lurtigen und Büchslen nach Gewicht verrechnet.» In einer Umfrage habe sich gezeigt, «dass den meisten Leuten das gegenwärtige System passt». 80  Prozent seien für Sackgebühren nach Volumen. SVP-Generalrat Adrian Rau ist Teil der Arbeitsgruppe, welche die neuen Reglemente unter der Leitung von Ursula Schneider Schüttel ausgearbeitet hat. Er stellte den Anwesenden die neuen Abfallgebühren, welche mit dem neuen Reglement in verschiedenen Ortsteilen steigen würden, vor. Dass der Hauskehricht nach Volumen berechnet werden soll, stiess bei einigen Anwesenden auf Ablehnung: «Ich werde meinen Container gut stopfen», sagte ein Votant. «Wir wollen den Abfall reduzieren, dieses System geht aber in die andere Richtung.» Weitere Stimmen sprachen sich dafür aus, dass die Haldimann AG den Abfall wägt. «Ich bin Befürworter des Gewichts, das ist am ehrlichsten», hiess es etwa.

Thalmann wies erneut darauf hin, dass «die Bürger nach dem Generalratsentscheid das Referendum ergreifen können». Haldimann wollte nicht öffentlich dazu Stellung nehmen, ob er für eine Verrechnung nach Volumen oder Gewicht ist. In die Kehrichtverbrennungsanlage Saidef wird der Murtner Kehricht nach Gewicht abgeliefert.

Auch die neuen Gebührentarife zur Abwasserentsorgung sorgten am Mittwoch für Diskussionen. «Es ist eine Verdoppelung der heutigen Gebühr», sagte ein Votant. Thalmann stimmte dem zu. Ein Anwesender kritisierte die geplante Anlage der ARA Seeland Süd in Muntelier scharf: «Die Abwasserreinigung ist bereits heute teurer als in Biel, und mit der neuen Anlage wird es noch viel kostspieliger.» Ein Votant sagte, er habe ein ungutes Gefühl, «wenn Salvenach und Jeuss mit einer solchen Gebührenerhöhung konfrontiert werden, weil diese Ortsteile der ARA Sensetal angeschlossen sind und heute markant weniger bezahlen».

Thalmann sagte, dass nun der Grundstein für weitere Diskussionen gelegt worden sei.