Courgevaux 12.01.2021

Courgevaux kehrte seine Finanzen ins Positive

Das Dorfzentrum von Courgevaux.
In der vergangenen Legislatur hat die Gemeinde Courgevaux ihre Finanzen ins Lot gebracht. Sie erhielt zudem das Label Energiestadt.

Nachdem Gurwolf über Jahre in den roten Zahlen gewesen war, schaffte die Gemeinde zu Beginn der vergangenen Legislatur die Wende: Ab 2016 stiegen der Ertragsüberschuss und das Nettovermögen stetig an. «Das hat viele erstaunt. Wir hatten sicher auch ein bisschen Glück», sagt Alfred Rentsch, Vize-Syndic von Courgevaux, im Gespräch. «Wir haben das Budget heruntergefahren.» Alles, was nicht dringend gewesen sei, zum Beispiel Strassensanierungen, habe die Gemeinde zurückgestellt. «Gleichzeitig verlief die Steuerentwicklung positiv, gerade bei den Gewinnsteuern», erklärt Alfred Rentsch. «Zudem hat jeder Gemeinderat die Budgets seiner Dossiers strikt kontrolliert», betont Eddy Werndli, Syndic der zweisprachigen Gemeinde mit rund 1500 Einwohnern. Die beiden Exekutivmitglieder sind stolz auf den Turnaround: «Als ich 2011 im Gemeinderat begonnen habe, war Courgevaux rund eine Million im Minus.» Nun beträgt das Nettovermögen knapp so viel.

Ein weiterer Erfolg ist für die beiden Gemeinderäte, dass Courgevaux 2018 das Label Energiestadt erhielt. Zudem sei die Gemeinde im November 2020 überraschend für ihre nachhaltige Energiepolitik belohnt worden: Sie ging als Siegerin aus einem Rating des Vereins Minergie hervor. «Das hat uns sehr gefreut und auch wieder einige erstaunt», sagt Alfred Rentsch.

Ein Energie-Grossprojekt von Groupe E in der Gemeinde ist in Planung: «Geplant ist, Wasser in Rohren von sieben Metern Durchmesser vom Schiffenensee in den Murtensee zu leiten und in unserem Dorf unterirdisch eine Zentrale zu bauen, die Strom produziert», erklärt Eddy Werndli. Für die Gemeinde sei es jedoch wichtig, dass es für den Bau der Leitungen eine Umfahrung gebe: «200 bis 300 grosse Lastwagen pro Tag, die mitten durch das Dorf fahren, sind einfach zu viel», sagt Alfred Rentsch. Die Umfahrung sei eine Bedingung für das Grossprojekt.

Dass das Schloss von Courgevaux erhalten bleibt, dort Wohnungen entstehen und die Baubewilligung dafür seit Dezember vorliegt, ist ein weiterer Höhepunkt der Legislatur für die beiden Gemeinderäte. Es habe sich gezeigt, dass sich Hartnäckigkeit seitens des Architekten auszahlt: «Der Murtner Jann Fahrni hat nicht aufgegeben und immer wieder das Gespräch mit den Ämtern des Kantons gesucht», freut sich Alfred Rentsch.

Keine Einzonung im Faradan

Ein Wermutstropfen ist für Werndli und Rentsch, dass das Gebiet Faradan nicht wie gewünscht eingezont werden kann. Die Fläche umfasse rund 12 000 Quadratmeter, und es seien dort eigentlich 19 Terrassenhäuser geplant gewesen. «Das Projekt steht», sagt Eddy Werndli. Doch mit dem neuen Raumplanungsgesetz könne Courgevaux das Gebiet nicht in eine Bauzone umwandeln. «Das ist sehr schade», sagt Alfred Rentsch.

In der vergangenen Legislatur hat Courgevaux seinen grössten Industriesteuerzahler verloren: Die Firma Phonak zog in einen Neubau in Murten. «Dass die Arbeitsplätze in der Region geblieben sind, haben wir begrüsst. Aber man verliert natürlich nur ungern gute Steuerzahler», sagt Alfred Rentsch. Doch mit Framix werde eine andere gute Firma in die Gemeinde kommen. Sie werde in die Industriezone Fin du Mossard ziehen, wo die Gemeinde 14 000 Quadratmeter Land von der BKW kaufte, um selber bestimmen zu können, wer sich dort ansiedelt.

Sechs Gemeinderäte von Courgevaux treten zu den kommenden Wahlen wieder an, bestätigt der Syndic. «Michel Wuillemin ist Ende Dezember gestorben», bedauert Eddy Werndli.