Courtepin 17.02.2020

Courtepin in der Hand der Römer

Die Jugend Courtaman-Courtepin mit ihrem aufwendig gestalteten Wagen.
Bei strahlendem Sonnenschein fand am Samstagnachmittag in Courtepin der jährliche Fasnachtszumzug statt.

Während ein paar Jugendliche im Denner noch schnell ihren Biervorrat auffüllten, irrte eine Guggenmusik auf den Strassen umher und suchte den Start des Umzugs. Derweil unterhielt ein Clown auf Stelzen die Kleinen, die aufgeregt auf den Start des Umzugs warteten. Pünktlich um 15.01 Uhr setzte sich die ­Kolonne in Courtaman bei frühlingshaften Temperaturen in Bewegung.

Kriegerische Jugend

Das Motto des diesjährigen Umzugs lautete «Rome-antique». Die mehrheitlich jugendlichen Wagenbauer interpretierten das Thema meistens kriegerisch. Römische Soldaten lieferten sich wilde Schwertkämpfe untereinander oder mit den Kindern am ­Strassenrand. Meist mussten sich die Legionäre mit den Marvel- und DC-Superhelden Batman, Spider-Man, Superman oder Captain America messen.

Friedliche Kinder

Die Schulklassen näherten sich dem Thema auf andere Weise an. So etwa die Klasse 5H von Raphael Thalmann, die gemeinsam mit der Klasse 6/7H am Umzug teilnahm. Passend zum Valentinstag vom Freitag zierten Herzen die Verkleidungen der Schülerinnen und Schüler. In römischer Tunika und mit einer Kochmütze auf dem Kopf bereiteten sie ein romantisches Mahl zu. Ihr Thema lautete «Römische Küche». «Wir schauen immer, dass die Kinder möglichst viel selber machen können; die Idee kam aber von uns», erklärte Raphael Thalmann. Ausserdem habe sich kein einziges Kind ­beschwert, als die Kostüme mit grossen Herzen verziert ­wurden.

Konfetti für alle

Aus dem Wallis war die Gruppe «L’authentique Canon à Confettis de Sion» angereist. Mit ihrer Konfettikanone entlockten sie den Kindern Jubelschreie. Bei jeder Schussab­gabe warfen sie sich zu Boden, um die Papierschnitzel eifrig aufzusammeln. Ob sich die Anwohnerinnen und Anwohner gleichermassen darüber freuten, als die jungen Männer auf ihre Balkone und Gärten zielten, ist zu bezweifeln.

Vor der Halle Festisport wurde am Ende dem Wacoucou in der Gestalt von Cäsar den Prozess gemacht. Für einmal entschied also nicht der römische Kaiser über Leben und Tod, sondern die Narren.