Sugiez 21.11.2020

«Das Boot bietet Platz für bis zu 150 Personen»

Im Interview mit der Klasse 2D erklärt Projektleiter Beat Kläy unter anderem, wann die MS Atilla als Boutique-Boatel in See sticht.

Im Interview mit dem Projektleiter der MS Attila, Beat Kläy, erfuhr die Klasse 2D aus Düdingen mehr über die zukünftige Attraktion der Drei-Seen Schifffahrt.

Beat Kläy, dieses Schiff wird auch Boutique-Boatel genannt. Können Sie diese Bezeichnung erklären?

«Boat» kommt vom englischen Wort für Boot, angehängt ist das Wort «Hotel» – also Boatel. Boutique symbolisiert etwas Kleines und Exklusives.

Können Sie etwas zur Vorgeschichte der MS Attila sagen? Sie war ja nicht immer in Sugiez …

Die MS Attila ist seit 30 Jahren im Einsatz. Das Schiff wurde nicht nur als Arbeits- und Frachtschiff an der Nordküste Deutschlands genutzt, sondern auch für verschiedene andere Anlässe und Events. An der Expo 02 wurde die MS Attila sogar als «Nebelwolkenschiff» genutzt.

Was hat die Reederei Vully AG dazu bewogen, die MS Attila zu kaufen?

Hans Hofstätter besitzt bereits zwei Schiffe. Deshalb ist er im Bild über die Schiffsverkäufe. Er hat mitbekommen, dass die MS Atilla zum Verkauf stand. Zusammen mit dem Initianten des Projekts, Richard Hurni, entwickelten die beiden die Idee, aus der MS Attila ein Hausboot oder Hotelboot zu bauen. Sie brauchten eine Bewilligung des kantonalen Schiffamtes für diese neuartige Idee.

Können Sie ein paar technische Angaben zur MS Attila machen?

Das Schiff hatte eine ideale Grundform, deswegen hat man nur hinten eine Plattform angebaut. Die Schiffsform selber musste nicht geändert werden. Das fertige Boot beinhaltet eine Captain’s Lounge, ein Deck für bis zu 150 Personen und 9 komfortable Doppelzimmer.

Was ist Ihre Hauptaufgabe als Projektleiter der MS Attila? Ist das ein 100-Prozent-Job?

Ich wurde für die Aufgabe als Projektleiter für die MS Atilla angefragt. Ich bin jetzt schon seit fünf Jahren selbstständig in diesem Beruf und werde später, wenn das Projekt abgeschlossen ist, in die Geschäftsführung eintreten. Der Job selber nimmt viel Zeit in Anspruch. Ich arbeite sehr oft mehr als 100 Prozent.

Woher stammt die Idee, das Boot in ein Kreuzfahrtschiff mit Übernachtungsmöglichkeit umzubauen?

Die Leute finden es toll, auf einem Boot oder Hausboot Ferien zu machen. Mit der MS Attila haben die Leute die Möglichkeit, auch in der Schweiz ein solches Angebot in Anspruch zu nehmen.

Wann wird die MS Attila fertig umgebaut sein?

Geplant war, dass die MS Attila bereits im Herbst 2020 ihre erste Fahrt unternimmt. Die Corona-Pandemie sorgte für eine leichte Verzögerung. Das neue Ziel ist nun, dass das Schiff Ende Januar nächsten Jahres fertig ist. Wenn dies klappt, finden bereits im März oder April 2021 die ersten Testfahrten statt. Im Mai wird dann die MS Attila voll durchstarten.

Was sind die grössten Herausforderungen beim Umbau dieses Schiffes?

Da gibt es ganz viele! Man muss genau berechnen, wo wie viel Gewicht sein muss, damit das Boot flach und ruhig auf dem Wasser liegt. Eine andere Herausforderung ist die Eisenbahnbrücke über den Zihl-Kanal, denn diese ist zu tief, um mit der MS Atilla darunter durchzufahren. Diese Herausforderung wurde mit einem Hydrauliksystem gelöst. Die Finanzierung war ebenfalls eine Herausforderung, die wir inzwischen geregelt haben.

Wie viele Personen haben dann auf dem Boot Platz?

Das Boot bietet Platz für bis zu 150 Personen. Somit ist es gut für grössere Gesellschaften wie zum Beispiel eine Hochzeit geeignet. Für 18 Personen besteht eine Übernachtungsmöglichkeit.

Wurden die Pläne für die Renovierung der MS Attila durch die Auswirkungen der Corona-Krise beeinträchtigt?

Es gab schon eine kleine Zeitverzögerung, die ist aber nicht so schlimm. Die Corona-Zeit kommt uns sogar entgegen. In der Schweiz wird das Schiff eine neue Attraktion sein. Da die Menschen in der nächsten Zeit noch nicht so ins Ausland reisen können, hoffen wir, dass sie die Angebote der MS Attila in Anspruch nehmen.

Welche Leute sind am Umbau der MS Attila beteiligt?

Es braucht Elektriker, Schreiner, Metallbauer (Schweissarbeit) und Ingenieure.