Muntelier 25.05.2019

Die Kläranlage in Muntelier spürt den Klimawandel

Wegen der steigenden Temperaturen droht im Klärprozess ein Sauerstoffmangel.

Heinz Huser, Chef-Klärwärter der ARA in Muntelier, informierte am Donnerstagabend die Delegierten des Abwasserverbands der Region Murten darüber, dass die Klimaerwärmung und die steigenden Temperaturen Auswirkungen auf die Kläranlage hätten. Das ankommende Abwasser werde wärmer. Im vergangenen Sommer sei mit einer Temperatur von 21 Grad Celsius ein Rekord erreicht worden. In diesem Winter habe die Temperatur bei 14 Grad Celsius gelegen, normal seien 8  Grad Celsius. «Der Winter reichte nicht aus, um die Wärme aus dem Boden zu bekommen», so Huser. Die Herausforderung für die Kläranlage: Je wärmer das Abwasser ist, desto mehr Energie braucht es, um die Mikroorganismen im Reinigungsprozess ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.

Sollte die Abwassertemperatur erneut hoch sein, könne mit der bestehenden Infrastruktur in Muntelier nicht mehr genügend Sauerstoff in den Klärprozess eingebracht werden, sagte Huser. Helfen könnten spezielle Geräte, die mit flüssigem Sauerstoff arbeiteten. Deren Mietgebühr und der Sauerstoffverbrauch würden den ARA-Verband pro Jahr rund 100 000 Franken kosten.

Verband wartet auf neue ARA

Der Abwasserverband der Region Murten erstatte seinen acht Mitgliedsgemeinden rund 57 000 Franken zurück, sagte Markus Hug, Vorstandspräsident der ARA Region Murten. Die Betriebsrechnung 2018 schliesst besser ab als budgetiert. Der Verband konnte höhere Erträge verzeichnen, beispielsweise durch den Verkauf von Energie und die Schlamm­annahme. Die Verwaltungsausgaben und die Personalkosten fielen niedriger aus als im Voranschlag.

Mehrausgaben von rund 16 000 Franken gab es beim Unterhalt und beim Betrieb der Kläranlage. Budgetiert waren 950 100 Franken. Es gehe da­rum, die Anlage möglichst reibungslos am Laufen zu halten, sagte Hug. Wegen des geplanten Um- und Ausbaus führe der Verband derzeit hauptsächlich Reparaturen und Unterhaltsarbeiten durch. Es sei jedoch schwer, diese im Voraus präzise zu budgetieren.

Die Investitionsrechnung 2018 schloss mit Ausgaben von rund 127 600 Franken. Das sind 7600 Franken mehr als budgetiert. Die acht anwesenden Delegierten nahmen die Betriebs- und die Investitionsrechnung einstimmig an.