Galmiz 03.12.2019

Ein singendes Adventsfenster

Der Kinderchor Galmiz wird am Nikolaustag ein Adventsfenster musikalisch umrahmen. Es ist sein zweiter Auftritt in diesem Jahr: Gegründet wurde der Chor im Frühling von zwei Müttern aus Galmiz.

«Ich bin im Bett und träume von den Sternen», singt der Kinderchor Galmiz. «Am Morgen steh ich wieder auf und hab dieses Gefühl im Bauch, und das ist wunderschön, Hallelujah.» Die Proben für das Konzert am Nikolaustag sind in vollem Gange. Die Melodie von Leonard Cohen ist bekannt, der originelle deutsche Text neu: «Die vier ältesten Kinder haben das Lied selber getextet», sagt Co-Chorleiterin Camilla Krähenbühl. «Im Zentrum steht eine Geschichte.» Die Kinder bereiten sich auf ein Quartierkonzert vor, das im Rahmen der Adventsfenster Galmiz stattfinden soll. Das Probelokal ist heute das Wohnzimmer von Co-Chorleiterin Janine Wellhäuser. Vor dem Haus der Familie werden die Kinder am Freitag für Nachbarn, Verwandte, Freunde und Besucher aus Galmiz singen.

Die Probe verbreitet Adventsstimmung, die Lieder sind fröhlich, witzig und auch berührend. Die Freude der Kinder an der Musik ist spürbar. «Ich freue mich schon», hatte ein Mädchen vor der Probe in die Menge gerufen. Die Kinder singen die Mundart-Weihnachtslieder und die Evergreens wie «Feliz Navidad» auswendig und zum Teil zweistimmig. Einige wagen sogar ein Solo, etwa bei «Oh Happy Day», stimmungsvoll mit einer kleinen Prise Soul.

Leidenschaft für die Musik

Das Adventskonzert ist erst das zweite Konzert des Chors. Gegründet haben den Chor zwei Mütter aus Galmiz, Camilla Krähenbühl und Janine Wellhäuser. Als sich die beiden Frauen kennenlernten, merkten sie gleich, dass ihre Leidenschaft für die Musik sie verbindet. «Ich habe gleich ­gedacht, Janine tickt genau gleich wie ich», sagt Camilla Krähenbühl schmunzelnd. Die Musik begleitet die gebürtige Tessinerin und ihre Familie durch den Alltag. «Die Musik ist bei uns omnipräsent», so die 34-Jährige. «Wir brauchen ständig Musik: ob zu Hause oder im Auto», sagt die aus­gebildete Primarlehrerin und Kindergärtnerin. «Während unseres Studiums an der Pä­dagogischen Hochschule Freiburg haben mein Mann und ich gar Strassenmusik gemacht», sagt die vierfache Mutter und lacht. Aktuell unterrichtet sie im Kindergarten Kerzers. «Am liebsten das Fach Singen.» Erfahrung hat sie auch als Klavierlehrerin für Kinder. Im Leben der 35-jährigen Medizinischen Praxisassistentin Janine Wellhäuser spielte die Musik ebenfalls immer eine Rolle. Wie ihre Co-Chorleiterin spielt die zweifache Mutter seit ihrer Kindheit Klavier. Als Teenager entdeckte sie den Gesang, nahm Stunden und war Mitglied in einer Band.

Das Wichtigste ist die Freude

Die Idee, einen Kinderchor zu gründen, hatte Camilla Krähenbühl, als sie vor dreieinhalb Jahren mit ihrer Familie nach Galmiz gezogen war. Ihre Schwangerschaft verzögerte das Projekt. Tochter Elena gab schliesslich dieses Jahr den Anstoss, den Chor zu gründen. «Ich liebe Musik über alles», sagt die bald Zehnjährige. Sie singe schon, seit sie zwei Jahre alt sei. Im Moment mache es ihr am meisten Spass, die zweite Stimme zu entdecken. Aktuell hat der Chor 18 Mitglieder, die meisten Kinder kommen aus Galmiz. Er ist komplett auf die Kinder zugeschnitten. Die Mitglieder dürfen die Lieder selber auswählen. «Das Wichtigste ist, dass die Kinder Freude daran haben», sagt Camilla Krähenbühl. «Wir möchten ihnen unsere Leidenschaft für die Musik weitergeben.»

Zahlen und Fakten

Die Kinder bestimmen das Repertoire

Der Kinderchor Galmiz wurde im März 2019 gegründet. Mitmachen können Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren. Aktuell sind 18 Kinder dabei. Sie dürfen das Repertoire aktiv mitbestimmen. Dazu gehören etwa Mundartrock und -rap sowie deutscher Pop. Geleitet wird der Chor von Camilla Krähenbühl und Janine Wellhäuser. Geprobt wird jeden zweiten Samstag in Galmiz. Die Mitgliedschaft kostet 50 Franken pro Jahr und Kind. Am Freitag tritt der Chor um 18.15 Uhr und um 19.45 Uhr im Riedli-Quartier in Galmiz vor dem Adventsfenster der Familie Wellhäuser auf. Und wer weiss, vielleicht wartet sogar noch eine Überraschung auf die Besucherinnen und Besucher?