Wallenried 09.08.2019

«Heutzutage ist es fast modern, einen alten Traktor zu haben»

Am Wochenende stehen die alten Traktoren in Wallenried wie im vergangenen Jahr wieder in Reih und Glied.
Traktoren, wie Grossvater sie früher auf dem Hof hatte: In Wallenried findet am Wochenende das fünfte Oldtimer-Traktoren-Treffen statt.

Gepolsterter Sitz, Kabine mit Klimaanlage und elektronische Steuerung – der moderne Traktor bietet fast alles, was das Bauernherz begehrt. Aber eben doch nicht ganz. Die Faszination für alte Traktoren, ab dem 30. Altersjahr der Bezeichnung «Oldtimer» würdig, ist geblieben. Und steigt sogar an: «Es ist so etwas wie ein Fieber ausgebrochen», sagt Jürg Etter, Präsident des Jugendvereins Wallenried. «Heutzutage ist es fast modern, einen alten Traktor zu Hause zu haben». Der Jugendverein organisiert seit vier Jahren Oldtimertreffen für Traktoren.

Am kommenden Wochenende sind in Wallenried über 200 in die Jahre, aber eben nicht aus der Mode gekommene Exem­plare zu bewundern. Dazu gibt es musikalische Unterhaltung und Verpflegung. Als feierlicher Akt des Jubiläums findet am Sonntagmorgen um 10 Uhr ein Umzug statt, bei dem die Fahrzeuge mit ihren Besitzern hintereinander durch das Dorf tuckern. Auf die Frage, was das Oldtimertreffen in Wallenried denn besonders mache, antwortet Jürg Etter sofort: «Ganz klar der Platz!» Oberhalb des Schlosses werden die Traktoren im Wald ausgestellt, ein angebrachtes Schild verrät jeweils mehr über das Modell, die Leistung und das Baujahr.

Einen Moment die Zeit anhalten

Wie auch schon im letzten Jahr erwartet das Organisationskomitee etwa 500 Besucher und Besucherinnen. Von Familien mit Kindern bis zum Grossvater sei alles dabei, sagt Jürg Etter. «Technik begeistert die Leute. Und hier wird die Zeit kurz angehalten – es hat etwas Nostalgisches».

Als Kind habe der Anblick eines Traktors sein Gesicht zum Strahlen gebracht, erinnert sich Jürg Etter. Heute schafft das der Oldtimer immer noch: Wenn man mit dem blechernen Schützling an die Ausstellung fahre und die Leute das Modell bewundern, sei man schon stolz. Auch weil der Unterhalt der gealterten Vierräder nicht unbeachtlich ist. Es gibt dauernd etwas zu reparieren, und bei einer Panne kann es schon mal zehn bis fünfzehn Stunden dauern, um sie zu beheben. Auch die Teile sind je nach Marke schwierig zu kriegen, dank dem Internet finden sich aber meist Leute oder Einzelhändler, die das gesuchte Stück doch noch anbieten.

Seit März laufen nun die Vorbereitungen für das diesjährige Jubiläumsfest. Und es steht fest: Es wird auch ein sechstes Oldtimertreffen geben. «Bestimmt werden wir nächstes Jahr wieder eines organisieren», versichert Jürg Etter, «sobald dieses Treffen zu Ende ist, denken wir bereits an die Ausgabe 2020. Warum sollte man mit etwas aufhören, das so gut ist?»