Kerzers 19.07.2019

In Kerzers eröffnet eine neue Kita

In der Kerzerser Kita Sandkasten ist das Spielzeug mehrheitlich aus Holz.
Die neue Kita Sandkasten in Kerzers legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und serviert vegetarisches Essen. Die Babys und Kinder sind in zwei altersgemischte Gruppen aufgeteilt.

Zur Kinderkrippe Storchenäscht in Kerzers gesellt sich eine zweite Kita: Ab August können Eltern ihre Kinder in der Kita Sandkasten in der Neumatte betreuen lassen. Simone Fehr und Sandra Maurer haben dieses Angebot ins Leben gerufen: «Wir haben beide selber Kinder bekommen, uns bei Freunden kennengelernt und gemerkt, dass wir die gleichen Vorstellungen haben», erklärt Simone Fehr in dem schmucken 7-Zimmer-Einfamilienhaus nahe dem Bahnhof Kerzers. Das ehemalige Grosselternhaus des Partners von Simone Fehr in Kerzers stand leer. «Wir hörten oft, dass es schwierig sei, einen Kita-Platz zu finden, und auch, dass es in Bezug auf das Konzept zum Teil wenig Auswahl gebe», erzählt Fehr. «Wir machten eine Marktanalyse, und es zeigte sich, dass in Kerzers Bedarf nach einer zweiten Kita besteht.» Das Potenzial ist da, das beweisen auch die Anmeldungen: «Wir werden fast überrannt mit Anmeldungen», sagt Maurer, «vor allem bei Kindern bis zu zwei Jahren ist die Nachfrage gross.»

Regional und saisonal

Fehr ist Betriebsökonomin und hat einen Master in Internationalen Beziehungen, Maurer ist Fachfrau Betreuung Kind und Kindererzieherin HF. Beide Frauen haben einen Bezug zu Kerzers und der Region, leben jedoch in Bern.

Ihr Konzept unterscheidet sich von jenem anderer Kinderkrippen: In der Kita Sandkasten gibt es vegetarisches Essen. «Auf Fleisch und Fisch verzichten wir bewusst. Denn dies macht einen grossen Teil unseres CO2-Ausstosses aus. Wir wollen den Kindern bewusst machen, dass es nicht immer Fleisch braucht», sagt Simone Fehr. «Unser Ziel ist es, den Kindern mitzugeben, dass wir uns auch ohne Fleisch ausgewogen ernähren können.» Die Eltern müssten nicht Vegetarier sein, «das spielt keine Rolle», sagt Maurer. Das Mittagessen erhält die Kita Sandkasten vom Restaurant Kantonsschild in Galmiz. «Es kommen wenn immer möglich regionale, saisonale und biologische Produkte auf den Tisch.»

In dem Haus hat es verschiedene Spielzimmer für die Kinder. Wichtig ist Maurer und Fehr, dass die Kinder nicht überladen werden mit Spielsachen: «Wir bieten viel Raum für das eigene Entdecken und Handeln.» Auch gebe es keine Spielsachen, die nur für Jungen oder Mädchen sind. «Die Kinder sollen sich frei von Stereotypen entfalten können», sagt Maurer.

Das Spielzeug ist grossmehrheitlich aus Holz: «Es ist fast ausschliesslich aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt.» Auch Secondhand-Spielsachen sollen Platz finden, «wir nehmen auch gerne Spielsachen entgegen, die nicht mehr gebraucht werden», sagt Fehr.

Jeden Tag und so oft wie möglich werden die Kita-Kinder draussen sein dürfen: «Im Garten, wo wir auch Gemüse anpflanzen, in der Natur oder auf Exkursionen.»

Die Kosten für einen Tag in der Kita seien mit 130 Franken vergleichbar mit anderen Angeboten, sagt Fehr. Breie, Windeln und Pflegeprodukte seien inklusive, sagt Maurer. «Auch Schoppen und Trinkflaschen müssen die Eltern nicht mitbringen.» Es gehe darum, «die Kita-Tage nicht nur für die Kinder, sondern auch für deren Eltern so angenehm wie möglich zu gestalten.» Je nach Einkommen haben die Eltern Anrecht auf Subventionen der Gemeinde und des Kantons.

Die Kita Sandkasten GmbH mietet das Haus in Kerzers. Ab dem 5. August wird es von 7 bis 19 Uhr offen sein. Pro Tag bietet die Kita 18 Kindern einen Platz an.

Die Babys und Kinder werden in zwei altersdurchmischte Gruppen aufgeteilt. «Die Kleineren schauen oft gerne den Grösseren zu, und die Grösseren freuen sich oft sehr, wenn sie einem Baby den Schoppen geben dürfen», sagt Maurer. «Wir wollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen, auch im Sinne von Gleichberechtigung und Elternzeit», sagt Fehr.

Den Namen «Sandkasten» hätten sie ausgesucht, «weil wir mit Sand sehr viel machen können, er ist multifunktional. Jedes Kind liebt Sand», sagt Sandra Maurer. Er ist zwar noch nicht fertig, doch die Umrisse eines grossen Sandkastens sind im Garten der Kita bereits zu sehen.

«Wir bieten viel Raum für das eigene Entdecken und Handeln.»

Sandra Maurer

Kita-Gründerin