Kleinbösingen 27.11.2019

Kleinbösingen soll sich moderat entwickeln

Der Dorfbereich soll seinen historischen Charakter behalten.
Vorhandene Bauzonen nutzen, Baulücken schliessen und bestehende Gebäude erweitern: Das sind die Kernpunkte der Ortsplanungsrevision von Kleinbösingen, die nun aufliegt.

Die Ortsplanungsrevision der Gemeinde Kleinbösingen liegt bis am 21.  Dezember öffentlich auf. In den Unterlagen hält die Gemeinde fest, dass «die hohe Lebensqualität als selbstständige, gut funktionierende Wohngemeinde mit beschränktem Platz für lokales Gewerbe, guten Verkehrsverbindungen in die umliegenden Zentren und diversen Naherholungsgebieten» erhalten werden soll.

Grosse Veränderungen sind in der fast 700 Einwohner zählenden Gemeinde nicht vorgesehen. «Gemäss Regionalem Richtplan See hat Kleinbösingen den Status als ‹Dorf ausserhalb der Zentren›», so die Ausführungen im Planungsbericht. Solche Dörfer sollten ihre Ortsplanungen so konzipieren, dass die Bevölkerungszahl ungefähr konstant bleibt. Entsprechend sieht die Ortsplanung von Kleinbösingen eine «moderate Entwicklung» vor sowie «eine optimale Nutzung der bestehenden Bauzonen».

Im Bereich des alten Dorfs von Kleinbösingen, das als Ortsbild von regionaler Bedeutung eingetragen ist, werde eine «moderate Erweiterung» angestrebt, so der Planungsbericht. Mit der Revision solle die Möglichkeit geschaffen werden, die vorhandenen Bauten und offenen Flächen im Sinne des Ortsbildschutzes sanieren und erweitern zu können. Auch sollen Baulücken im Einklang mit den bestehenden Gebäuden im Dorf geschlossen werden.

Schwerpunkt auf Grueneburg

Die langfristige Entwicklung von Kleinbösingen soll im Bereich Grueneburg stattfinden, unter anderem durch Verdichtungen. Grueneburg liegt im Südwesten des Gemeindegebiets nahe der Kantonsstrasse Gurmels–Düdingen und hat Anfang der Achtzigerjahre eine starke Bautätigkeit erlebt. Mit der Erschliessung des Quartiers Alpenblick im Jahr 2014 gab es im Grueneburg erneut eine Zunahme der Bevölkerungszahl.

64 Prozent des 303 Hektaren grossen Gemeindegebiets ist Landwirtschaftsfläche. Die guten Böden möchte die Gemeinde auch in Zukunft für die landwirtschaftliche Nutzung erhalten. «Neue Arbeitszonen sind nicht vorgesehen, da sich gemäss regionalem Richtplan das regionale Gewerbe in Gurmels ansiedeln soll.»

Ein grösseres ÖV-Angebot sei für Kleinbösingen nicht vorgesehen, so der Planungsbericht, denn die Bauzonen würden mit dieser Revision «nicht wesentlich vergrössert», und das heutige Angebot sei «grundsätzlich zufriedenstellend». Auch eine Tempo-30-Zone ist in der Ortsplanungsrevision nicht enthalten, weil das Verkehrsaufkommen in Kleinbösingen, abseits der Kantonsstrasse, eine solche Massnahme nicht rechtfertige.