Sugiez 13.08.2019

Oldtimer-Segelflieger treffen sich in Sugiez

Der Segelflieger «Karpf Baby» hat Jahrgang 1947.
Am Wochenende starten Fans von historischen Segelflugzeugen ab dem Flugplatz Bellechasse. Die Schweizer Vereinigung gibt es seit 30 Jahren. In den offenen Oldtimer-Segelflugzeugen werden sie sich den Wind um die Nase wehen lassen.

Am Wochenende feiert die Oldtimer-Segelflug-Vereinigung Schweiz (OSV) ihr 30-Jahr-Jubiläum auf dem Flugplatz Bellechasse. Lukas Moser, der das Treffen leitet, hofft auf gutes Wetter: «Die historischen Segelflugzeuge sind aus Holz und mit Stoff bespannt, Regen wäre nicht so gut.» Die heutigen Segelflugzeuge sind aus Kunststoff und haben im Gegensatz zu den Oldtimern ein geschlossenes Cockpit. «Deshalb ist es mit den Oldtimern ein ganz anderes Fliegen», sagt Moser, «gerade auch, weil der Pilot oder die Pilotin ohne Hülle in der Luft unterwegs ist. Wir sitzen im Freien.» Aktuell zählt die OSV 111 Mitglieder mit 94 Flugzeugen. Das Hauptziel der OSV sei, «historische Segelflugzeuge zu restaurieren, flugtüchtig zu erhalten und wieder zu fliegen». Organisatorin des Anlasses vom Wochenende ist die Segelfluggruppe Freiburg.

Im Schlepptau

In der Schweiz begann der Segelflug in den 1920er-Jahren. Das Prinzip ist bis heute dasselbe geblieben: Ein Schleppflugzeug mit Motor zieht das Segelflugzeug an einem starken Seil in die gewünschte Höhe und hängt es daraufhin ab, worauf das Fliegen ohne Motor in luftiger Höhe und Stille beginnt. Einer der Oldtimer der OSV stammt von 1947: «Die Pioniere von damals haben wohl noch alles von Hand gerechnet und auf Papier aufgezeichnet.» Für den Bau eines Segelflugzeugs sei grosses handwerkliches Können und Wissen Voraussetzung gewesen, «und die Pioniere von anno dazumal haben bestimmt auch viel ausprobiert», ist sich das Vorstandsmitglied des OSV sicher. «Heute wird natürlich alles am Computer berechnet.»

Mit 60 km/h durch die Luft

Die Flugeigenschaften und die Leistung der Oldtimer seien nicht vergleichbar mit jenen moderner Segelflugzeuge, sagt Moser. Ein modernes Segelflugzeug sei mit 90 bis 120 Kilometern pro Stunde unterwegs. «Die Oldtimer bringen 60 Kilometer pro Stunde auf den Tachometer.» Das geringere Tempo mache Thermikflüge anspruchsvoller, sagt Moser, der Landeanflug hingegen sei dank der geringeren Geschwindigkeit einfacher.

Auch die Flugdistanzen würden sich markant unterscheiden: Werde das Segelflugzeug in einer Höhe von 1000 Metern abgehängt, könne ein Oldtimer eine Strecke von rund 15 Kilometern zurücklegen. Bei einem modernen Fluggerät seien es rund 40 Kilometer, erklärt Lukas Moser.

Landung auf dem Feld

Angst habe er keine, sagt der Pilot, auch nicht beim Fliegen mit den Oldtimern: «Und im Seeland gibt es sowieso genug Landemöglichkeiten.» Mit 60  Kilometern pro Stunde könne der Pilot oder die Pilotin auch problemlos auf einem Feld landen.

Das Treffen des OSV beginnt am Freitag. Ab 12.30 Uhr steht freies Fliegen auf dem Programm. Am Samstag und Sonntag ist das Fliegen auch auf den Nachmittag angesetzt.

Weitere Infos: www.osv-ch.org und www.sg-freiburg.com