Murten 14.05.2019

Schulhaus erhält «Lehrer-Aquarium»

Noch fehlt die Glasfront rund um die Stützen: In dem «Lehrer-Aquarium» sind Arbeitsplätze für die Lehrpersonen und das Schulsekretariat vorgesehen. Der Gang rund um die Abtrennung aus Glas wird mit Sitzgelegenheiten ausgestattet.
Nach dem ersten Teilprojekt ist nun die zweite und letzte Etappe des Um- und Neubaus der Primarschule Murten im Gang. Ein Blick auf die Baustelle mit Schulleiterinnen zeigt: Die Vorfreude ist gross.

Die zweite Etappe des Um- und Neubaus der Primarschule Murten begann letzten Sommer, und die Arbeiten sind auf Kurs: «Wir sind im Zeitplan und auch mit den Kosten im grünen Bereich», sagt Gemeinderat Alexander Schroeter bei einer Baustellenbesichtigung. Das bestätigt Michel Pellet von der Liegenschaftsverwaltung Murten: «Wir konnten Unvorhergesehenes mit bescheidenem Aufwand auffangen.»

Beim Rückbau des alten Gebäudes seien teils andere Materialien zum Vorschein gekommen als erwartet. Auch habe nicht alles den alten Plänen entsprochen: So sei ein eingezeichnetes Fundament gar nicht vorhanden gewesen. Der Kostenrahmen von 8,5 Millio­nen Franken könne voraussichtlich eingehalten werden. In rund einem Jahr soll der Um- und Neubau der Primarschule beendet sein. Damit stimmt auch der Zeitplan. Schulleiterin Regula Hurni sagt, dass die neuen Räumlichkeiten ab dem Schuljahr 2020/21 von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen erobert werden können. Die Vorfreude steht der Leiterin der deutschsprachigen Abteilung ins Gesicht geschrieben.

«Flexible Kommunikation»

In dem um eine Etage aufgestockten Gebäude werden sich dereinst sechs Schulzimmer, ein Informatikraum, das Schulsekretariat, das Lehrerzimmer, Arbeitsplätze für Lehrpersonen, die sanierte ­Aula, die Wohnung des Hauswarts und der Mittagstisch befinden. Das Zentrum bildet ein «Lehrer-Aquarium», wie es der Architekt und Projektleiter Dominik Lehmann nennt. Rund um bereits vorhandene Stützen wird es in einem bestimmten Abstand eine nicht gerade verlaufende Glasfront geben, die das Schulsekretariat und Arbeitsplätze für Lehrpersonen umschliesst. «Dieser Teil der Etage soll eine flexible Kommunikation zwischen Lehrpersonen, Schülerinnen und Schülern und Eltern ermöglichen», erklärt Dominik Lehmann. Auf derselben Etage befinden sich auch die Zimmer für Schuldienste wie zum Beispiel die Logopädie. Insgesamt wird es in diesem Schultrakt sechs neue Schulzimmer geben, zwei mehr als früher. Die beiden Pavillons auf dem Areal fallen weg. Auf dem Flachdach ist laut Bauleiter Michaël Dennevault Kies vorgesehen.

Pausenraum und Pausenplatz

Nicole Wyss, Schulleiterin der französischen Abteilung des Murtner Schulkreises, stellt Dominik Lehmann Fragen zum Lehrerzimmer. Es ist ein grosser Raum mit Sicht auf die Läng­matt­stras­se. «Für die Lehrpersonen ist es enorm wichtig, dass sie einen Raum haben, in dem sie sich erholen und austauschen können», sagt Nicole Wyss. Dominik Lehmann erklärt, wo in dem noch rohen Betonbau die Küche, eine Ecke mit Sesseln und Tische geplant sind. Ni­cole Wyss blickt sich freudig um und nickt mit dem Kopf.

Neu ist, dass die Kinder das Schulhaus dereinst auch in Richtung Pausenplatz hinter dem Schulhaus Berntor verlassen können. Die Aula erhalte eine fixe Bühne, eine neue Akustik und werde in zwei Einheiten unterteilbar sein, erklärt Gemeinderat Alexander Schroe­ter. Es sei vorgesehen, dass auch der Generalrat Murten seine Sitzungen wieder in der Aula der Primarschule abhält. Zurzeit tagt der Generalrat im Saal des Hotels Murten.

Blick auf den Murtensee

Knapp zwei Jahre dauerten die Arbeiten für die erste Etappe. Dabei ging es um die Aufstockung des Primarschulhauses entlang der Längmattstrasse. Das Satteldach ist weg, das Gebäude um zwei Stockwerke höher und mit einem Flachdach versehen. Von den Schulzimmern mit Fenstern in Richtung Süden dieses Schulhauses bietet sich ein Blick auf den Murtensee und den Mont Vully. Auch die zweite Bauetappe wird voraussichtlich rund zwei Jahre andauern und auch von diesem Schulhaustrakt aus wird der See für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrpersonen zu sehen sein.

Chronologie

Der Weg zu genügend grossen Schulräumen

Das Schulhaus Längmatt in Murten wurde 1960 errichtet und diente bis 2001 als Sekundarschule. Seit der Eröffnung des OS-Prehl-Schulhauses ist die Primarschule im L-förmigen Bau untergebracht. Der Bau war veraltet, zudem waren die Schulzimmer zu klein für den Primarschulunterricht. Auf Stufe Orientierungsschule ist die benötigte Raumgrösse geringer. 2011 und 2012 erstellte die Schulraumplanungsgruppe ein Konzept und gliederte das Bauvorhaben in zwei Teile. 2016 fuhren die Bagger für das erste Teilprojekt auf. Diese Schulräume sind seit rund einem Jahr bezogen, und die zweite Etappe ist in vollem Gang. Die grosse Eröffnungsfeier der Murtner Primarschule soll 2020 über die Bühne gehen.

emu