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Sehnsucht nach Farbe

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ich wünsche mir wieder Farben. Das viele Nebelgrau und Schmutzigweiss mag ich nicht mehr sehen. Ich hätte gerne frisches Grün, und eine Gelassenheit und Hoffnung gegenüber der Welt würden mich erfüllen. Ich könnte meine Sorgen, nicht für immer, aber doch für eine Weile vergessen. Ich könnte mich «bambele» lassen, wie es uns Müslüm empfiehlt. Oder ich nehme das Gelb der Winterlinge, die schon mutig dem kalten Wind trotzen und den Bienen Nektar bieten. Gelb wie die Sonne, die mich wärmt und leuchtet und mir Energie schenkt und mich darüber nachdenken lässt, wem es nicht so gut geht wie mir.

Oder möchte ich lieber Rot? Das Rot brennt und glüht wie Feuer. Da könnte ich flammende Reden halten und alle dazu auffordern, besser aufeinander achtzugeben, nicht so fremdenfeindlich zu sein und Platz zu machen für Leute, denen es schlecht geht. Ich könnte die Kriegsparteien auffordern, miteinander zu sprechen und Kompromisse zu suchen. Rot weckt aber auch meine Wut, und ich muss aufpassen, dass das Rot nicht über mich herrscht und mich zur Raserei treibt.

Danach würde ich ins Blau fallen. In die blaue Traurigkeit. Oder ins Blau des sanften Wassers, das mich schaukelt und meine Tränen aufsaugt und wegschwemmt. Nein, ich möchte Himmelblau, das mich aufsteigen und fliegen lässt wie einen Vogel. Und dann lande ich im Orange, das erfüllt mich mit Zirkuslaune. Es lässt mich wirbeln und tanzen und meine Ideen sprühen. Die Welt würde sich um mich drehen wie ein Karussell.

Lila, mein Veilchenblau, du erzählst mir vom Frühling, auf den ich warte, vom Leben, das vergeht und wieder kommt. Doch dann kommt das Schwarz. Es macht mir Angst. Es raubt mir den Mut. Es zeigt mir die Welt ohne Farben, ohne Hoffnung, ohne die Möglichkeit etwas zu ändern. Beim Schwarz verkrieche ich mich und will alleine sein. Doch im Schwarz steckt auch eine Hoffnung, denn Schwarz besteht aus allen Farben. Langsam, ganz langsam zeigen sie sich wieder. Sie kommen heraus und umkreisen mich. Und eine leuchtet ganz besonders, das Rosa. Rosa Tage sind selten, man muss sie geniessen, am besten zu zweit.

Susi Fux-Löpfeist ausgebildete Kindergärtnerin und betreibt seit 1985 das Figurentheater Susi Fux mit einem Repertoire aus selbst erfundenen, kindernahen Mundart-Geschichten. Als Kulturschaffende ist sie in einem FN-Kolumnistenkollektiv tätig, das in regelmässigem Rhythmus frei gewählte Themen bearbeitet.

«Lila, mein Veilchenblau, du erzählst mir vom Frühling, auf den ich warte.»

 

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