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«Sehr besorgt über die Situation»

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Die Freiburger Landwirte leiden stark unter der herrschenden Trockenheit. «Sichtbar ist derzeit vor allem das vertrocknende Gras», sagt Fritz Glauser, Präsident des Freiburgischen Bauernverbands und Grossrat (Châtonnaye). Für die Getreideernte seien die Bedingungen hingegen gut. Bei der Gerste sei die Qualität allerdings «mittelgut», beim Raps «eher schlechter». Das Vieh leide stark, und das schon bei Temperaturen um 25 Grad, erst recht bei solchen «Hundstagen» wie diesen Juni und Juli. Das grösste Problem betreffe allerdings die Futterernte. Zwar sei die Heuet schon durch. Doch diese mache nur rund 40 Prozent der Ernte aus. Es folgten noch zwei Handschnitte. Insgesamt droht ohne Regen laut Glauser dieses Jahr ein Ausfall von 30 bis 40 Prozent.

Versicherung ist zu teuer

«Ich bin sehr besorgt über die Situation, die wir weiterhin aufmerksam verfolgen müssen», sagt Jacques Bourgeois, FDP-Nationalrat und Direktor des Schweizerischen Bauernverbands. Deshalb begrüsse er die Massnahmen, welche die Kantone Freiburg, Waadt und Neuenburg nun gegen die Hitze getroffen hätten (siehe Kasten): Die Kühe könnten so früher als üblich auf extensivere Weiden geführt werden. Zu leiden hätten aber nicht nur die Tiere in der Viehzucht, die mehr Wasser als sonst bräuchten, sondern etwa auch der Mais, die Kartoffeln und vor allem die Futterpflanzen. Diese Ernte sei schon letztes Jahr signifikant unterdurchschnittlich ausgefallen.

Bourgeois denkt insbesondere auch an Massnahmen für die Zukunft. So will er sich für bessere Rahmenbedingungen für Zisternen in Alpbetrieben stark machen – damit Helikoptereinsätze wie letzten Sommer weniger oft notwendig würden. Generell führe der Klimawandel zu einer grösseren Vielfalt der Risiken für die Landwirtschaft, von der Hitze über einen plötzlichen Kälteeinbruch wie diesen Mai bis zu neuartigen Schädlingen, die es früher in diesen Breitengraden nicht gab. Ein aufgrund eines Postulats von Bourgeois veröffentlichter Bericht habe schon vor zweieinhalb Jahren gezeigt, wie die Absicherung gegen solche Risiken im Ausland organisiert sei. So würden etwa in Österreich 50 Prozent der Ernteversicherung vom Staat subventioniert. In Frankreich und Italien gebe es ähnliche Regelungen, in den USA und in Kanada gar eine Einkommensversicherung für die Landwirte. Das Problem in der Schweiz sei gegenwärtig nicht, dass es keine Versicherungslösungen für die Bauern gebe. Doch die Prämien hierfür seien schlicht zu hoch. Im Mai 2017 habe Bourgeois daher in einer Motion eine Subventionierung von Versicherungsprämien für die Landwirtschaft gefordert, die aus den Direktzahlungen finanziert werden soll und vom Bundesrat angenommen wurde. Diese Forderung sollte in die Agrarpolitik für die Jahre nach 2022 (AP 2022+) integriert sein.

«Aus dem Gleichgewicht»

Der Präsident der Freiburgischen Landwirtschaftskammer, Frédéric Ménétrey, weist darauf hin, dass die Futterernte schon zum zweiten Mal in Folge schlecht auszufallen drohe. Dadurch sänken auch die Lagerbestände, was unmittelbar negative Konsequenzen für die Viehzüchter habe. Entweder müssten sie nämlich ihre Bestände senken oder aber mehr Futter dazukaufen. Und beides bedeute für sie einen klaren Verlust. «Die Situation ist aus dem Gleichgewicht geraten», sagt Ménétrey.

Die Lage bleibt also besorgniserregend. «Damit sich die Situation entspannt, reicht es nicht, wenn es nun nur einmal ein bisschen regnet», bemerkt Fritz Glauser. Nötig wäre mindestens eine ganze Regenwoche, damit sich die Lage wieder stabilisieren könne.

«Damit sich die Situation entspannt, reicht es nicht, wenn es einmal ein bisschen regnet.»

Fritz Glauser

Präsident des Freiburgischen Bauernverbands

Reaktion des Kantons

Bedingungen werden gelockert

Wie die Kantone Neuenburg und Waadt hat auch Freiburg diese Woche aufgrund der Dürre Sofortmassnahmen für die Landwirtschaft getroffen (die FN berichteten). Das Amt für Landwirtschaft hat ab sofort die Weidenutzung von extensiven und wenig intensiv genutzten Wiesen, von an Hecken angrenzenden Krautsäumen sowie von Uferwiesen bewilligt. Dies teilte es diese Woche in einem Communiqué mit. Zudem werden bei Futtermangel die Vorschriften im Rahmen des Programms «Regelmässiger Auslauf im Freien» gelockert. So kann der Auslauf auf einer Weide durch den Auslauf im Laufhof ersetzt werden. Insgesamt muss aber weiterhin mindestens 26 Tage pro Monat Auslauf gewährt werden.

jcg

 

 

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