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Sein Enthusiasmus ist ungebrochen

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 Joel Kwiatkowski, Sie haben in Ihrer langen Karriere bereits in zahlreichen Clubs gespielt. Ist ein Wechsel für Sie immer noch so aufregend wie früher?

Für mich ist es in der Tat schon beinahe so etwas wie eine Normalität geworden, nach ein oder zwei Jahren den Verein zu wechseln. Sicher wäre es auch einmal schön gewesen, ein paar Jahre länger am selben Ort zu spielen, um so Land und Leute besser kennenzulernen. Aber Transfers gehören nun einmal zum Leben eines Eishockey-Profis dazu. Einen positiven Effekt haben die Wechsel aber: Du bleibst nie stehen und musst dich in jedem Club wieder von Neuem beweisen.

 

 Wurde der Wunsch nach einer gewissen Stabilität im Laufe der Jahre grösser?

Ganz klar, nicht zuletzt, seit ich eine Familie habe (Anm. der Red.: Kwiatkowski ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen und einer Tochter). Insofern ist der Transfer zu Gottéron ein Segen. Ich kann in Ittigen wohnhaft bleiben. Meine beiden ältesten Kinder werden die British School in Bern besuchen. Freiburg ist deshalb ideal. So kann meine Familie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben.

 

 Gerade was das Familienleben betrifft, waren die beiden Jahre in Russland bei Tscherepowez und St. Petersburg sicher nicht einfach.

Das war sicher so. Einerseits natürlich, weil ich jeweils über Monate von meiner Familie getrennt leben musste–meine Frau und die Kinder kamen mich ein paar Mal besuchen–, andererseits ist die Kultur und Sprache Russlands schon eine ganz andere. Speziell das erste Jahr war hart. Ich sah praktisch nur Eishallen und Hotels. Das Sozialleben blieb während dieser Zeit so gut wie auf der Strecke. In St. Petersburg war es dann eine Spur anders. Im Verein ging es ziemlich familiär zu und her. Mit Teamkollegen verbrachte ich oft Zeit in Shoppingcentern oder Kinos. Nichtsdestotrotz ist Russland ein tolles Land. Beeindruckt war ich von den Russen an sich. Sie sind ein bescheidenes, demütiges Volk. Sportlich gesehen war es ebenfalls eine wertvolle Erfahrung. Wir Nordamerikaner leben ja wie in einer Art Luftblase und schauen selten über die Landesgrenzen hinaus. Zu sehen, dass es anderswo derart viele talentierte Spieler gibt, war beeindruckend.

Von Russland zog es Sie weiter in die Schweiz zum SC Bern. Stimmt der Eindruck, dass Sie in der Hauptstadt nicht wirklich glücklich wurden?

Es war eine spezielle Situation. Letztlich war es wohl ein Kommunikationsproblem. Im direkten Gespräch wurde mir nie etwas Konkretes vorgeworfen, stattdessen stand vieles in der Zeitung. Als ich zum SCB wechselte, war die Ausgangslage keine einfache. Bern kam aus einer Meistersaison und spielte zusätzlich die European Trophy. Als es dann nicht nach Wunsch lief, war es ein Leichtes, mich als einer der Neuen zum Sündenbock zu stempeln. Wäre ich ein junger sensibler Spieler gewesen, hätte mich diese teils harte Kritik wohl getroffen. Aber ich bin jemand, der an sich und seine Fähigkeiten glaubt. Bei Gottéron spüre ich wieder das Vertrauen, das in mich gesetzt wird. Das habe ich in Bern vermisst.

 

 War dies einer der Hauptgründe für den Wechsel nach Freiburg?

Dies und die Tatsache, dass ich einen Zweijahresvertrag erhalten habe. Dabei kommt natürlich die bereits angesprochene Stabilität zum Tragen. Ausserdem mag ich den Stil, der in Freiburg gespielt wird. Gottéron hat ein offensiv ausgerichtetes Team mit vielen talentierten Stürmern. Dass ich Trainer Hans Kossmann noch aus der Zeit in Bern kenne (Anm. der Red.: Kossmann war in der Saison 2010/11 Assistenz-Trainer), ist ein weiteres Plus. Ich schätze ihn sehr und mag seine Art, wie er mit Menschen umgeht.

 

 Sie kannten Gottéron bisher als Gegner. Welchen Eindruck hatten Sie von Freiburg?

 Ich nahm Gottéron immer als eine Mannschaft mit sehr viel Tempo wahr. Die Stürmer sind technisch stark und die Fans sind vielleicht noch eine Spur leidenschaftlicher als im Rest der Schweiz.

 

 Heute sind Sie ein Teil der Mannschaft. Welche neuen Erkenntnisse haben Sie dazugewonnen?

Der Ausseneindruck hat sich bestätigt. Es ist viel Talent in diesem Team vorhanden. Jeder Spieler hat Spass auf dem Eis und ist voll bei der Sache. Es ist genau dieser Enthusiasmus, den ich liebe, und deshalb bin ich auch überzeugt, dass ich hier richtig bin. Als Bereicherung empfinde ich zudem den Sprachmix, der in der Garderobe herrscht. Ob Deutsch, Französisch oder Englisch, jeder kommuniziert mit jedem. Das Schöne ist, dass am Ende jeder versteht, was der andere sagen wollte.

 Wie bereits in Bern sind Sie auch in Freiburg einem Konkurrenzkampf auf den Ausländerpositionen ausgesetzt. Wie gehen Sie damit um?

Für mich ist dies ein Ansporn. Ein ambitioniertes Team benötigt einen breiten Kader, um wirklich kompetitiv zu sein. Die Konkurrenz pusht dich zu Höchstleistungen. Die Saison ist mit der zusätzlichen Belastung des Spengler-Cups lange, da braucht es sämtliche Kräfte.

 Wo wollen Sie sich im Teamgefüge positionieren?

Es ist noch zu früh, um das sagen zu können. Als einer der älteren Spieler will ich natürlich mit gutem Beispiel vorangehen und ein Leader–gerade für die jungen Spieler–sein. Auch will ich helfen, die defensive Stabilität sicherzustellen. Ich bin kein Spieler, der unnötige Risiken eingeht. Sollte sich mir aber die Möglichkeit eröffnen, etwas nach vorne zu tun, werde ich nicht zögern.

 

 In der Vorbereitung spielten Sie meist an der Seite von Romain Loeffel.

Romain ist wirklich überaus talentiert und im Spiel nach vorne bereits grossartig. Ich hoffe, dass ich ihm dennoch das eine oder andere beibringen kann, zum Beispiel noch einfacher zu spielen.

 

 Ihnen eilt der Ruf voraus, zu viele unnötige Strafen zu produzieren. Ein berechtigter Vorwurf?

Ich bin mir dessen durchaus bewusst. Gerade in den ersten Monaten in dieser Liga habe ich tatsächlich zu viele überflüssige Fouls begangen und damit meinem Team geschadet. Ich bin zwar mit den Entscheidungen der Schiedsrichter nicht immer einverstanden, muss sie aber akzeptieren. Ich arbeite hart an mir, um diese Schwäche zu beheben. Den richtigen Weg zu finden, ist aber nicht einfach. Der Grat zwischen einer harten, einschüchternden Spielweise und Regelverstössen ist schmal.

 

 Mit 35 Jahren befinden Sie sich auf der Schlussgeraden Ihrer Karriere. Sind Sie rückblickend mit Ihrem Weg zufrieden?

Erst wenn ich definitiv aufhöre, ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Was ich aber bereits sagen kann, ist, dass es für mich zu Beginn meiner Karriere unvorstellbar gewesen ist, so lange aktiv zu sein. Doch heute fühle ich mich besser als noch vor fünf Jahren. Ich habe mehr Erfahrung, kenne meinen Körper in- und auswendig und bin voller Energie. Eishockey macht mir mehr Spass denn je und ich betrachte jede weitere Saison als Bonus.

 Sie haben fast 300 NHL-Spiele bestritten. Hätten es mehr sein können?

Nun, wenn ich etwas in meiner Laufbahn bedauere, dann ist es die Tatsache, dass ich nicht immer konsequent meine Stärken ausgespielt habe. Es gab eine Phase während meiner Zeit in der NHL, in welcher ich versucht habe, die Wünsche und Vorstellungen anderer umzusetzen. Das würde ich heute nicht mehr tun.

 

 Welche Erfahrung möchten Sie nicht missen?

Da gibt es so viele. Eishockey war und ist ein grosser Teil meines Lebens. Dank dem Sport konnte ich die halbe Welt bereisen und habe beispielsweise meine Frau kennengelernt. Ich darf jeden Tag tun, was ich am meisten liebe, und werde erst noch dafür entlöhnt. Das ist nicht selbstverständlich und dafür bin ich sehr dankbar.

Was macht Joel Kwiatkowski, wenn er nicht Eishockey spielt?

Ich spiele zum Beispiel Gitarre. Ich liebe die Musik und die Kunst. Zudem interessiere ich mich sehr für Mechanik und Motoren. Ich arbeite gerne mit den Händen. So habe ich beispielsweise mein Motorrad selber zusammengebaut. Und seit ich Vater bin, teile ich meine freie Zeit noch so gerne mit meinen Kindern. Wir sind eine aktive Familie, unternehmen viel.

 

 Wie würden Sie sich charakterisieren?

Ich versuche, ein nicht allzu ernster Mensch zu sein und das Positive im Leben zu sehen. Was ich nicht mag, ist, wenn ich aussen vor bin. Ich bin gerne unter Menschen. Vielleicht bin ich manchmal ein wenig launisch. Es ist nicht einfach, sich selber zu beschreiben. Ich bin überzeugt, meine Frau würde ganz andere Dinge über mich sagen …

 

 Kwiatkowski ist ein polnischer Name. Haben Sie noch eine Verbindung zu Ihrem Ursprungsland?

Mein Grossvater war Pole, die Grossmutter stammte aus der Ukraine. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist meine Familie nach Kanada ausgewandert. Kontakt zu Verwandten in Polen habe ich keinen. Es hat sich einfach nicht ergeben. Schade eigentlich.

 

 Ihr Spitzname lautet «Kiwi». Gibt es einen speziellen Grund dafür?

Das ist einfach so von meinem Namen abgeleitet worden. Ich habe mit Australien genauso wenig am Hut wie mit dem zierlichen gleichnamigen Vogel–oder nicht?

 

«Wir Nordamerikaner leben ja wie in einer Art Luftblase und schauen selten über die Landesgrenzen hinaus.»

«Ich darf jeden Tag tun, was ich am meisten liebe, und werde erst noch dafür entlöhnt.»

Karriere: Der 15. Club in 18 Jahren

J oel Kwiatkowski ist ein Reisender in Sachen Eishockey. Gottéron ist die 15. Station seiner Karriere, welche 1994 in der Western Hockey League bei den Tacoma Rockets begonnen hatte. Später trug der heute 35-Jährige die Trikots von Kelowna, Prince George sowie Cincinnati. Im Jahr 2000 gab Kwiatkowski, der im NHL-Draft 1996 von Dallas in der achten Runde als 194. Spieler gewählt wurde, bei den Ottawa Senators sein Debüt in der NHL. In der Nordamerikanischen Profi-Liga verteidigte der Kanadier in der Folge auch für die Washington Capitals, die Florida Panthers, die Pittsburgh Penguins sowie die Atlanta Thrashers (total 288 Spiele, 16 Tore und 29 Assists).

Die Lockout-Saison 04/05 überbrückte Joel Kwiatkowski in der AHL bei den San Antonio Rampage. 2008 holte er mit den Chicago Wolves die Calder Trophy. 2009 wechselte Kwiatkowski in die russische KHL zu Tscherepowez. Dank guten Leistungen erhielt er ein Angebot von Atlanta. Kwiatkowski hatte aber bereits für ein Jahr bei Sankt Petersburg unterschrieben. 2010 folgte der Wechsel zum SC Bern. fs

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