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Seine Sprache ist der Cartoon

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Seine Sprache ist der Cartoon

Besuch im Atelier von Walter Hollenstein in Avenches

Seit vier Jahren arbeitet der Zürcher Cartoonist in Avenches. Walter Hollenstein lebt aber schon seit über zehn Jahren in der Drei-Seen-Gegend. «Die schöne Lage» habe ihn hierher gebracht, sagt er.

Von ANGELICA TSCHACHTLI

Walter Hollenstein wohnt in Gletterens, wo er früher auch gearbeitet hat. Er hat gerne Seen, und das ist der Grund, wieso der Zürcher seinen Wohnsitz in diese Gegend verlegt hat.

Das Atelier befindet sich mitten im Städtli von Avenches. Ein Schaufenster gibt den Blick frei in eine Art Kunstgalerie. Im Raum steht ein Sofa, weiter hinten der Zeichentisch. Die Räumlichkeit ist eine Mischung aus Galerie, Atelier und Wohnraum. «Die Leute wagen es meist gar nicht hereinzukommen, auch die Touristen nicht. Sobald aber ein paar Leute herumstehen, zieht das andere an.» Er spüre diese Schwellenangst. Um die Leute hereinzulocken, benützt er ein grosses Schild in Form einer Sprechblase mit der Aufschrift «Open», das er an die Türe hängt.

«Interaktive» Bilder und
Illustrationen für grosse Firmen

Draussen über dem Schaufenster seines Ateliers ist «Deco 2000» zu lesen. «Das Schild gehört eigentlich zum Dekorationsgeschäft, das früher hier war», erklärt er lachend. So ganz unpassend ist das Schild jedoch nicht. Beim Eintritt in die «Galerie» springen zuerst kräftig farbige Bilder ins Auge, die der gelernte Grafiker als «dekorativ» beschreibt. Es sind Köpfe von Figuren, deren einzelne Gesichtszüge wie der Mund, die Augen sowie Augenbrauen einzelne Magnete sind. Auf dem magnetischen Bildgrund können sie nach Belieben platziert und so zu ganz unterschiedlichen Gesichtsausdrücken verändert werden. Walter Hollenstein liefert das Material, und es ist dem Betrachter überlassen, was er daraus macht.

Gewöhnlich sind diese Rollen bei Hollenstein genau umgekehrt. Seine Auftraggeber, grosse Firmen wie IBM, UBS, BP oder der WWF, liefern ihm das Material, die nötigen Informationen, welche er als Zeichner gemäss seinen eigenen Ideen in ein Bild umsetzt.

Lachen und nachdenken

Walter Hollenstein lebt als Cartoonist von den Werbeaufträgen, die er grösstenteils aus der Deutschschweiz erhält. Er illustriert Firmenprospekte, Kataloge, macht komplexe Abläufe in Grossbetrieben in einem einzelnen Bild verständlich oder bringt mit seinen Cartoons etwas Humor in trockene Geschäftsberichte. Immer wieder greift er aber auch eigene Themen auf, die er mit Witz und Ironie ins Bild setzt. So beispielsweise beschäftigte er sich mit dem Krieg in Irak und machte sich Gedanken, wie die Medien damit umgehen.

Mit Satire will er die Leute zum Nachdenken bringen. Sein Anliegen sei es, ein Thema so umzusetzen, dass der Betrachter zuerst zwar lacht, in der Folge jedoch merkt, dass das Dargestellte eigentlich gar nicht zum Lachen ist.

«Ein Bild kann mehr erklären als eine ganze Seite Text», erläutert er im Gespräch seine Arbeit. «Die eigentliche Herausforderung ist es, aus etwas, das nichts herzugeben scheint, dennoch etwas zu machen und zudem ein Schmunzeln aus den Leuten herauszuholen.»
Hollenstein kommt immer wieder auf den Humor zu sprechen, den auch seine Arbeiten auszeichnen. Was ist für ihn Humor, wie würde er ihn definieren? Er überlegt, sucht Wörter, «etwas, das einen zum Lachen bringt. Das kann eine Situation auf der Strasse sein . . . Schwierig zu definieren!», sagt er nach einem Moment, macht grosse Augen und lacht. Im Gespräch sucht er immer wieder nach Worten, um seine Gedanken entsprechend auszudrücken; aber er findet seinen Ausdruck eben im Bild, nicht in den Worten.

Buch geplant

Walter Hollenstein arbeitet auch als Pressezeichner, früher bei einer Sportzeitung und beim Nebelspalter, heute illustriert er gelegentlich für den «Beobachter». Es kommt auch vor, dass er sich an Ausstellungen beteiligt. Zurzeit zeigt er Arbeiten an der «Art Position» in Murten. Es sei wichtig, ab und zu «rauszugehen», um mit anderen Leuten zusammenzukommen.

Auf die Frage, ob er nicht einmal Lust hätte, ein Buch zu machen, gibt Hollenstein preis, dass eines in Planung sei. Er arbeite mit Patrick Nordmann zusammen, der die Geschichte schreibt. «Ein Comicbuch wird es geben», mehr wollte er noch nicht verraten.

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