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Seit 20 Jahren freundschaftlich verbunden

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Zu Beginn der 1990er-Jahre, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, war es keine Seltenheit, dass Schweizer Gemeinden internationale Partnerschaften mit polnischen, tschechischen oder ungarischen Dörfern und Städten eingingen. Die Sympathien für die Völker, die sich gegen den Kommunismus aufgelehnt hatten, waren hierzulande so gross, dass man sich die Zusammenarbeit mit osteuropäischen Orten sehr gut vorstellen konnte. Während viele dieser Partnerschaften im Laufe der Jahre aber erstarrten oder zumindest ins Stocken gerieten, darf sich jene zwischen Wünnewil-Flamatt und der ungarischen 3700-Seelen-Gemeinde Tápiógyörgye eines lebendigen Austauschs erfreuen–und dieses Wochenende sogar runden Geburtstag feiern: In Wünnewil begehen die Gemeinden feierlich das 20-Jahr-Jubiläum ihrer Freundschaft (siehe Kasten rechts).

Die Arbeit der Vereine

Einer, der die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Wünnewil-Flamatt und Tápiógyörgye von Anfang an begleitet hat, ist Beat Bucheli. 1994, als die Ungaren das Partnerschaftsgesuch einreichten, war Bucheli Gemeinderat und Kulturverantwortlicher in Wünnewil-Flamatt. Später amtete er als erster Präsident des Vereins «Mit Tápiógyörgye», der den Gemeindekontakt von Wünnewiler und Flamatter Seite her pflegt und mittlerweile gut 100 Mitglieder zählt. Er sagt: «Dass die Beziehungen zu Tápiógyörgye über all die Jahre intakt geblieben sind, ist zu grossen Teilen diesem Verein und seinem ungarischen Pendant zu verdanken.» Die Gemeinden hätten sich von Beginn an dafür eingesetzt, ihre Partnerschaft auf Vereinsebene zu verankern. «Gemeindebehörden sind Rotationen unterworfen. Wir wollten nicht riskieren, dass diese Wechsel auf das Wohl der Partnerschaft Einfluss nehmen können.» Ausserdem habe man das grosse Glück, mit Zoltán Nagy einen engagierten deutschsprachigen Ansprechpartner in Ungarn zu haben.

Die Partnerschaft sieht Bucheli als eine Bereicherung für seine Gemeinde: «Sie bietet die Chance zur Offenheit und ermöglicht uns, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.» Das Kennenlernen einer anderen Kultur und Mentalität könne schliesslich beiden Seiten neue Perspektiven ermöglichen: «Sie lernen von uns und wir von ihnen.» Er sei überzeugt davon, dass die Partnerschaft mit den gastfreundlichen Menschen in Tápiógyörgye auch in Zukunft Bestand haben werde: «Solange sie von beiden Partnern gelebt, gehegt und gepflegt wird.»

«Wichtiger denn je»

Auch Marianne Kormann, Gemeinderätin von Wünnewil-Flamatt und amtierende Präsidentin des Vereins «Mit Tápiógyörgye», ist der Meinung, dass die Partnerschaft in Zukunft einen hohen Stellenwert einnehmen wird: «Für Tápiógyörgye ist die Verbindung in den Westen wichtiger denn je.» Mit der aktuellen Regierung sei es in Ungarn derzeit nicht leicht, erklärt sie. Das würden ihr auch die Leute aus dem Dorf bestätigen: «Obwohl Ungarn in der EU ist, merken viele nichts davon.»

In der Vergangenheit haben die Gemeinde und der Verein «Mit Tápiógyörgye»–der regelmässig Aktionen veranstaltet und dabei auf die Unterstützung von Spendern zählen darf–ihre ungarischen Partner bei der Realisation von zahlreichen Projekten unterstützt. Die Finanzierung der Orgelrenovation figuriert genauso auf der Liste der gemeinsam erarbeiteten Projekte wie die Unterstützung des Deutschunterrichts an den Schulen. In naher Zukunft soll mit der finanziellen Unterstützung aus Wünnewil-Flamatt ein Sportplatz entstehen, wie Marianne Kormann erklärt: «Von diesem Jubiläumsgeschenk werden alle profitieren können.»

«Sie bietet die Chance zur Offenheit und ermöglicht uns, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.»

Beat Bucheli

Ehemaliger Gemeinderat

Rückblick: Die erfolgreiche Vermittlung durch Gemeindeverband und Botschaft

D er Ursprung der Partnerschaft zwischen den Gemeinden Wünnewil-Flamatt und Tápiógyörgye geht auf das Jahr 1992 zurück. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Zusammenbruch der Sowjetunion standen die osteuropäischen Staaten vor einem Neuanfang. Der Schweizer Gemeindeverband rief seine Mitglieder deshalb dazu auf, mit mittel- und osteuropäischen Gemeinden Partnerschaften einzugehen, um diese auf ihrem Weg in die Demokratie zu begleiten und bei politischen und wirtschaftlichen Reformen zu unterstützen.

Durch Vermittlung des Schweizerischen Gemeindeverbandes und der ungarischen Botschaft empfing der Gemeinderat von Wünnewil-Flamatt am 4. Mai 1993 erstmals eine Delegation aus Tápiógyörgye. Schon bald stand für beide Gemeinden fest, dass man den gemeinsamen Schritt wagen möchte: Auf einer Reise des Gemeinderates von Wünnewil-Flamatt nach Ungarn vereinbarte man die Partnerschaft und beschloss gleichzeitig, dass der Kontakt zwischen den Gemeinden durch Vereine belebt und organisiert werden sollte: Der Verein «Mit Tápiógyörgye» war geboren.

Kultureller Austausch

Am 26. November 1996 unterschrieben die beiden Gemeinden das Partnerschaftsabkommen. Seither hat sich die Partnerschaft zwischen Wünnewil-Flamatt und Tápiógyörgye gut entwickelt, wenn auch nicht in allen im Abkommen aufgeführten Bereichen im selben Masse. Heute stehen vor allem die freundschaftlichen Beziehungen und der kulturelle Austausch im Vordergrund. Als besonders wertvoll gelten deshalb die regelmässig stattfindenden Schüleraustausche und der vom Verein «Mit Tápiógyörgye» 1996 erstmals organisierte Dorfmarkt, der diesen Samstag in Wünnewil bereits zum 20. Mal stattfindet und gleichzeitig die Kulisse für einen Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten der beiden Gemeinden bildet. mz

Vorschau

Markt als Zeichen der Völkerverbindung

Der erste Teil der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Tápiógyörgye und Wünnewil-Flamatt fand im Frühling in Ungarn statt. Nun geht diesen Samstag im Rahmen des 20. Dorfmarktes in Wünnewil der zweite Teil über die Bühne. Die Ansprachen von Gemeindepräsidentin Doris Bucheli-Betschart und des Bürgermeisters von Tápiógyörgye, István Varro, werden von der Pfarreimusik Wünnewil-Flamatt umrahmt. Anschliessend offeriert der Verein «Mit Tápiógyörgye» allen Besuchern ein Apéro.mz

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