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Seit 40 Jahren ohne Tram

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Seit 40 Jahren ohne Tram

Am 31. März 1965 wurde in der Stadt Freiburg der Trambetrieb eingestellt

Am 27. Juli 1897 hatte die Stadt Freiburg einen Trambetrieb aufgenommen und ihn nach 68 Jahren wieder eingestellt. Die mobile Ausstellung «Espace Kulturgut Verkehr Freiburg» des Tramclubs Freiburg erinnert an die Zeiten, als Trams das Strassenbild Freiburgs geprägt haben.

Von JEAN-LUC BRÜLHART

«Morgen müssen wir dem alten, lieben, blauen Freiburger Tram Valet sagen. Die Veteranen müssen den schienenfreien Junioren weichen», war am 31. März 1965 in den Freiburger Nachrichten zu lesen (siehe Kasten). Ein bisschen Wehmut schien bei der älteren Generation von damals mitzuschwingen . . .

Kaum noch Spuren der Zeit

Heute, vier Jahrzehnte nach Einstellung des Trambetriebs, erinnert kaum noch etwas an die Zeit, als Trams in der Stadt Freiburg Teil des öffentlichen Verkehrs waren. Die letzten Schienen (in der Lausannegasse) wurden mit der Einführung der Fussgängerzone 1991 entfernt und das Tramdepot im Perolles musste im gleichen Jahr Platz machen für den Bau der neuen Unigebäude. Nur das erste Tramdepot im Burgquartier zwischen der Liebfrauen- und der Franziskanerkirche (heutiges Tinguely-Museum) erinnert vage an diese Epoche.

Kulturgut erhalten

Die 55 Mitglieder des 1989 gegründeten Tramclubs Freiburg setzt sich aktiv für den Erhalt des Kulturgutes des öffentlichen Verkehrs im Kanton Freiburg ein. Deshalb werden historische Fahrzeuge aus dem öffentlichen Verkehr erhalten und nach Möglichkeit renoviert. So ist in Düdingen das letzte noch erhaltene Tram Freiburgs eingestellt. Bereits wurde das Untergestell aufgearbeitet. Noch in diesem Jahr soll die Renovation des Kastens beginnen.

Der Tramclub widmet die mobile und zweisprachige Ausstellung «Espace Kulturgut Verkehr Freiburg» dem Tram in der Stadt Freiburg – mit dem Ziel, Erinnerungen wachzurufen und den Austausch zwischen den Generationen zu fördern.

Ein Bus als Räumlichkeit

Aus Mangel an Räumlichkeiten findet die Ausstellung in einem TPF-Bus aus dem Jahr 1972 statt. Schon nur deshalb fühlt sich der Besucher in die Vergangenheit zurückversetzt. «Der Tramclub lebt zwar mit dem Spiegel in der Hand, er lebt aber nicht darin», präzisiert Helmut Eichhorn, Präsident des 1989 gegründeten Tramclubs Freiburg. «Man kann die Zukunft nur bewältigen, wenn man Verständnis aufbringt für das Vergangene», fügt der 31-Jährige hinzu. Er war damals als 15-Jähriger Gründungsmitglied des Clubs.

In der Ausstellung sind Bilddokumente und Gegenstände zu sehen, die Geschichte des Trams mit den damit verbundenen Problemen dargelegt und ein 18-minütiger Film aus der Zeit von damals gezeigt. Der Besucher erfährt, dass auch finanzielle Gründe zur Einstellung des Trambetriebes beigetragen und individuelle Mobilität sowie Stadtentwicklung (schon damals gab es Immobilienspekulation) auch vor 40 Jahren die Leute beschäftigt haben.

Mehr Infos unter www.fritram.org. Die Ausstellung ist zu sehen jeweils von 9 Uhr bis 17 Uhr am Samstag, 2. April, auf dem Pythonplatz, am Samstag, 30. April, auf dem Grenette-Parkplatz und am Samstag, 28. Mai, in der Romontgasse.
Abschied mit Wehmut

Unter dem Titel «Aus der Geschichte des Freiburger Trams» ist in den Freiburger Nachrichten vom 31. März 1965 folgender Beitrag erschienen:

Morgen müssen wir dem alten, lieben, blauen Freiburger Tram Valet sagen. Die Veteranen müssen den schienenfreien Junioren weichen. Es war am 19. Juni 1897, als das erste Tram vom Bahnhof zur Linde und von da zum stadtseitigen Eingang der Zähringerbrücke fuhr, die damals noch eine Hängebrücke war und deshalb keinen Schienenstrang tragen konnte. Zu Tausenden standen die Neugierigen von Stadt und Land auf dem Ulmenplatz (heute Arkadenplatz), um das Ungeheuer trotz des strömenden Regens zu bestaunen. Man hatte zuvor gegen die Höllenmaschine geflucht, wie man es etwa auch gegen die Eisenbahn getan hatte, die ein Teufelswerk sei. Zudem hatte die Polizei gewisse Sicherheitsvorschriften erlassen müssen. So durfte man – namentlich in der Lausannegasse – nicht mehr auf der Strasse Holz spalten oder Marktstände aufstellen. Dann fuhr also dieses Tram. Der stolze Steuermann war kein geringerer als der Stadtbaumeister Ingenieur Rodolphe de Weck.

Die Initiative war ausgegangen von Nationalrat Peter Aeby, der begeistert sekundiert wurde vom damaligen Staatsanwalt Oberst Perrier. Sie beriefen eine Initiantenversammlung ein, die am 14. März 1893 stattfand und beschloss, in Freiburg ein öffentliches Verkehrsmittel auf Schienen zu eröffnen, Tramway genannt. Dies nach den Städten Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Genf und Vevey. Aber die modernen Freiburger begnügten sich nicht mit einer billigen Nachahmung dieser Städte. Während dort die Trams noch von Pferden gezogen wurden, wenigstens grösstenteils, baute sich Freiburg ein elektrisches Tram. (…) Nicht ohne Wehmut nimmt man heute Abschied vom heimeligen, wackeligen und lärmigen Tram, vom Schienengekreische, von der Gemütlichkeit. Hoffen wir, dass die neuen Trolleybusse ebenso treue Diener seien und dass sich bald alle, Fahrgäste und Personal, mit Freundlichkeit und Disziplin daran gewöhnen. FN

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