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Seit hundert Jahren weiden Rinder aus St. Antoni im Breccaschlund

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«Eigentlich ist alles gleich geblieben.» Vage sind die Ausführungen des Präsidenten der Alpgenossenschaft St. Antoni zu den Entwicklungen der Alp Santoni-Brecca. Was Marius Sturny damit meint: die Ruhe. Die Aussicht. Die Berge. Das alles ist über die Dauer eines ganzen Jahrhunderts, in dem die Alpgenossenschaft besteht, konstant geblieben. Uralte Ahornbäume spenden den Hirten Schatten, Paradieslilien zieren die Wiesen, Alpenreben winden sich an Sträuchern hoch.

Vergangenen Sonntag kehrte aber mehr Leben in die Santoni-Brecca ein, als es die Alp am Fuss der Spitzfluh gewohnt ist. Die Alpgenossenschaft St. Antoni feierte den hundertsten Geburtstag ihres Bestehens mit rund sechzig Gästen.

Mutiger Kaufentscheid

1919. Die Welt verhandelt: In Versailles werden die Diskussionen zu den Friedensverträgen nach dem Ersten Weltkrieg aufgenommen. Zeitgleich unterschreiben in St. Antoni die Gründer der Alpgenossenschaft das Protokoll der Trennung vom Viehzüchterverein.

Das war damals eine mutige Entscheidung der 15 Männer: Trotz grossen finanziellen Problemen, die aus dem Ersten Weltkrieg resultierten, übernahmen sie die Brecca mit 3000 Franken Schulden. Der Viehzuchtverein war der Genossenschaft wohlgesinnt, denn er verkaufte ihr die im Jahr 1908 für fast 70 000 Franken gekaufte Alp zur Hälfte des Kaufpreises. Dem Grund dafür ging man nie nach, die heutigen Mitglieder der Genossenschaft vermuten aber, dass die Geste als Unterstützung eines gemeinsamen Ziels zu werten sei.

Von Stetigkeit und Wandel

Die Aufgaben? Immer noch dieselben, antwortet Marius Sturny auch hier. 100 Sommer, 100 Winter, und die Verantwortlichkeiten der Alpgenossenschaft trotzen bescheiden allen Veränderungen. Ein Präsident, ein Bergmeister und ein Sekretär Schrägstrich Kassier bilden mit zwei weiteren Mitgliedern den Vorstand.

Der Bergmeister, aktuell Stefan Fasel, wird als «Bindeglied» zwischen der Genossenschaft und der Hirtenfamilie bezeichnet. Er organisiert den Alpbetrieb. Wobei diese Tätigkeit doch nicht ganz an den Änderungen der Moderne vorbeikommt: Die Anmeldung der Rinder geschieht heute per Computer, und die Wiederkäuer werden von ihren Besitzern mit Traktor und Anhänger bis nach Schwarzsee-Bad transportiert.

So sehr die Geschichte der Alpgenossenschaft auch mit der widerstandsfähigen Alpenlandschaft verbunden ist, hat sie trotzdem einige Veränderungen durchgemacht. So ist beispielsweise die Bestossung der Alpweiden durch Rinder in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Dies hat drei Gründe, erklärt Marius Sturny, dessen Grossvater bereits der Alpgenossenschaft angehörte. Einerseits hat die Genossenschaft heute weniger Mitglieder mit Rindern als früher. Andrerseits paaren die Bauern ihre Kühe gezielter, da sie «bessere» Kühe möchten, sprich: mehr Milch.

Viele «Gusti» bleiben auch zu Hause auf der Weide und werden nicht mehr auf die Alp getrieben. Diese Abwärtstendenz sei allgemein zu beobachten, berichtet Marius Sturny. Generell werden immer mehr Rinder für die Sömmerung gesucht.

Auch Hitzesommer wie derjenige im Jahr 2018 machen der Alpgenossenschaft zu schaffen. Ein Projekt für die Wasserversorgung des Breccaschlunds, der im Jahr 1996 in das Bundes-Inventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen wurde, verharrt momentan in den Startlöchern (siehe Kasten).

Zukunftsgedanken

Mitgliederschwund, hohe Investitionen und der Rückgang der Alpbestossung lassen die Stimme von Marius Sturny besorgt klingen. Die Alpgenossenschaft stellt sich aber ihrem Schicksal. «Wenn man so einen Berg hat, hat man auch die Verantwortung, für sein Wohlergehen zu sorgen», sagt ihr Präsident. «Es ist uns ein Anliegen, das, was unsere Grossväter mit dem Kauf geleistet haben, weiterzuführen.»

Wie der Festschrift zum Jubiläum zu entnehmen ist, werden bereits dynamisch Ideen gesammelt, um neue Wege einzuschlagen. Anstelle von Rindern könnten in Zukunft auch Milchkühe auf gut erschlossenen Alpen wie der Santoni-Brecca weiden. Die benötigte Infrastruktur sei gegeben. So würde die Verwertung der Milch eine höhere Bedeutung erlangen. Dazu befassen sich Vertreter von Alpgenossenschaften und Bauern mit der Frage der Schaffung einer Alpkäserei in Schwarzsee.

Zum 100-Jahr-Jubiläum pflanzte die Alpgenossenschaft St. Antoni dieses Jahr einen weiteren Ahornbaum auf der Alp. Mit einer Lebenserwartung von 150 Jahren dürfte er auch am nächsten Jubiläum mit dabei sein.

Wasserversorgung

Etappenweise zum Ziel

Die Quellen, aus welchen die 15 Alpbetriebe im Breccaschlund ihr Wasser beziehen, sind oft wenig ergiebig. Der Untergrund ist stark verkarstet, das Regenwasser versickert rasch.

Nun will man die Quelle des Oberen Stierenbergs in der Nähe des Euschelbachs fassen und das Wasser mithilfe einer Leitung über die Alp Rippetli ins projektierte Reservoir unterhalb der Alp Cerniets pumpen (die FN berichteten). Die Arbeiten dazu laufen aber nicht so schnell ab wie gewünscht. Laut Marius Sturny, Präsident der Alpgenossenschaft St. Antoni, wollte man im Juli regeln, wo genau die Leitung durchgehen sollte. Das sei aber noch nicht geschehen. Die Alpgenossenschaft gab ihre Zustimmung für die Nutzung der Quelle und hofft auf eine Honorierung, sagt Marius Sturny. Bestätigt wurde diese jedoch noch nicht. Obwohl Bund und Kanton sich mit 69 Prozent an den beitragsberechtigten Kosten von vier Millionen Franken beteiligen, bleiben hohe Restkosten für die Grundeigentümer. Der Festschrift der Alpgenossenschaft St. Antoni ist zu entnehmen, dass sie die Realisierung des Werks deshalb in sechs Etappen über fünf Jahre planen.

 

 

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