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Selenskyj beim G7-Gipfel: Ukraine setzt mit Kampfjets auf Kriegswende

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Die Ukraine kann im Kampf gegen die russische Invasionsarmee absehbar mit modernen westlichen Kampfflugzeugen planen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf am Samstag mit einer französischen Regierungsmaschine beim G7-Gipfel im japanischen Hiroshima ein. Er will mit den Staats- und Regierungschefs der führenden demokratischen Volkswirtschaften über neue militärische und wirtschaftliche Hilfen zu beraten.

Selenskyj bedankte sich nach der Ankunft bei den Verbündeten, dass sie den Weg für die Lieferung von Kampfjets grundsätzlich frei gemacht haben. «Ich bin sehr glücklich», sagte er dem ZDF und machte klar, nicht mit einer zeitnahen Lieferung zu rechnen. «Ich glaube, die Entscheidung bedeutet nicht, dass wir all diese Verteidigungsmittel morgen haben werden. Wir müssen uns vorbereiten. Aber trotzdem: Es ist ein grossartiger Beschluss», sagte Selenskyj.

Treffen mit Regierungschefs

Selenskyj traf Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sowie den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, den britischen Premier Rishi Sunak sowie die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni einzeln zu Gesprächen.

Ein Treffen wurde auch mit US-Präsident Joe Biden erwartet. Er hatte grundsätzlich den Weg für die Lieferung von Jets des amerikanischen Typs F-16 frei gemacht. Grossbritannien und auch die Niederlande hatten in der vergangenen Woche die von Kiew seit langem gewünschte internationale Kampfjet-Koalition angestossen.

Zunächst sollen Piloten ausgebildet werden, was Monate dauert. Dann wird nach US-Angaben entschieden, wann und wie viele Flugzeuge von wem geliefert werden. Selenskyj begrüsste die Unterstützung der USA als «historische Entscheidung». «Dies wird unsere Armee am Himmel erheblich stärken», twitterte Selenskyj.

Bei seinem ersten Treffen mit Selenskyj seit Beginn der russischen Invasion bot Indiens Ministerpräsident Narendra Modi Hilfe an, um den Krieg zu beenden. «Indien und ich werden alles tun, was wir können», sagte Modi nach Angaben der indischen Nachrichtenagentur ANI am Rande des Gipfels. Indien unterhält gute Beziehungen zu Russland, von dem es Rüstungsgüter und Energie bezieht.

Museumsbesuch zum Abschluss

Am Sonntag wird der ukrainische Präsident zum Abschluss der dreitägigen Gipfelberatungen an den Sitzungen teilnehmen. Laut einem japanischen Medienbericht ist auch eine Rede in Hiroshima geplant. Japan treffe zudem Vorbereitungen für einen Besuch Selenskyjs im Friedensmuseum. Dort werden Zeugnisse der Folgen des US-Atombombenabwurfs am 6. August 1945 auf die Stadt gezeigt.

Auch die Staats- und Regierungschefs hatten das Museum besucht und am Ehrenmal der mehr als 300 000 Atombombenopfer mit Kranzniederlegungen gedacht. Bei dem US-Angriff zum Ende des Zweiten Weltkriegs war Hiroshima fast vollständig zerstört worden.

Japans Ministerpräsident Fumio Kishida hatte als Gastgeber Hiroshima als Tagungsort ausgewählt. Mit Blick auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine erinnerte die Gipfelrunde an die Folgen eines Einsatzes von Kernwaffen. Der russische Präsident Wladimir Putin hat seit Beginn der Invasion am 24. Februar 2022 wiederholt mit dem Atomwaffenarsenal seines Landes gedroht.

Massnahmen zur Unterstützung der Ukraine

Am Tag von Selenskyjs Ankunft in Japan sagten die G7-Staaten Kiew weitere Hilfen zu. «Wir ergreifen konkrete Massnahmen, um die Ukraine angesichts des fortdauernden illegalen russischen Angriffskriegs so lange zu unterstützen, wie dies nötig ist», heisst es in der verabschiedeten G7-Erklärung. Man verpflichte sich, die «diplomatische, finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung für die Ukraine zu verstärken» und die Kosten für Russland und seine Unterstützer zu erhöhen.

Es ist das erste Mal seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar des vergangenen Jahres, dass Selenskyj nach Japan reist.

Keine Kehrtwendung der USA

Der Nationale Sicherheitsberater Bidens, Jake Sullivan, widersprach in Hiroshima dem Eindruck, der US-Präsident – der den Wunsch der Ukraine nach Kampfjet-Lieferungen zunächst abgelehnt hatte – habe eine Kehrtwendung vollzogen. Für die USA seien F-16-Kampfjets immer als Option auf dem Tisch gewesen.

Sullivan sagte, die Entscheidungen über Waffenlieferungen seien von Anfang an den Erfordernissen im Kriegsgeschehen gefolgt. Nun sei man «an einem Punkt angelangt, an dem es an der Zeit ist, in die Zukunft zu blicken». Und da kämen die Kampfjets ins Spiel.

Zur G7 gehören neben den USA noch Japan, Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien und Kanada sowie die Europäische Union.

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