Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Sense ist zu warm für Bachforellen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die gute Nachricht zuerst: Das Wasser der Sense ist sehr sauber. Die schlechte Nachricht: Trotzdem hat die Bachforellenpopulation in den vergangenen Jahren massiv abgenommen. Von 1990 bis 2015 gingen die Fangzahlen um 80 Prozent zurück.

Eine Studie der Kantone Freiburg und Bern wollte die Gründe dafür herausfinden. Da die Wasserqualität in der Sense so gut ist, blieb nur eine Erklärung: Das Wasser ist zu warm geworden für die Bachforellen. Die Fischart fühle sich in bis zu 18 Grad warmem Wasser wohl, heisst es in der am Mittwoch publizierten Studie. Ist die Temperatur über längere Zeit höher, stresst das die Tiere. Sie wandern in kühlere Gewässer oder werden krank. Besonders problematisch ist dabei ein Parasit, der eine Nierenkrankheit bei den Fischen auslöst. Steckt dieser Parasit Bachforellen mit der Krankheit an und schwimmen diese in Wasser, das wärmer als 15 Grad ist, so ist die Chance gross, dass sie daran sterben.

Beliebter Fisch

Weil die Bachforellen bei den Fischern sehr beliebt sind, wurden bisher Exemplare in der ganzen Sense ausgesetzt. Die dafür zuständigen Kantone Bern und Freiburg wollen die Fischart aber ab 2019 nur noch auf einem knapp neun Kilometer langen Abschnitt der Kalten Sense und der Sense von Sangernboden bis nach Zumholz aussetzen. «Es macht keinen Sinn, Bachforellen in den unteren Abschnitten auszusetzen, weil sie dort wegen der höheren Wassertemperaturen kaum Überlebenschancen haben», sagt Denis Vallan, Chef des Sektors Fauna, Biodiversität, Jagd und Fischerei beim Kanton Freiburg.

Durch den Entscheid der Kantone werde die Sense für Fischer weniger attraktiv, sagt Bernard Jaquet, Präsident des Freiburgischen Verbands der Fischervereine. Zur Studie an sich wollte er sich nicht äussern, da der Verband diese nicht erhalten habe.

Dass als Ersatz andere einheimische Fischarten in der Sense ausgesetzt werden, sei eher unwahrscheinlich, sagt Vallan. Im Verlauf der nächsten Monate werde es Gespräche über mögliche Alternativen zwischen den Freiburger und Berner Ämtern sowie den Fischereiverbänden geben. Nicht einheimische Fischarten wie die Regenbogenforelle in der Sense auszusetzen komme hingegen nicht in Frage, da diese einheimische Arten verdrängen könnten.

Ältere, resistentere Bachforellen statt jüngere empfindlichere auszusetzen, bringt laut Vallan nicht viel. Die Studie habe gezeigt, dass ältere Tiere ebenfalls anfällig seien.

Gegen die Erwärmung der Sense gibt es kaum ein Gegenmittel. «Man kann am Ufer Bäume pflanzen, die Schatten spenden, aber das hat nur einen minimalen Effekt», sagt Vallan. Die Klimaerwärmung bringe einerseits höhere Lufttemperaturen und andererseits längere trockene Phasen, in denen der Pegel der Sense sinke und sich das Wasser schneller erwärme. Dagegen helfe nur, so wenig Treibhausgase wie möglich auszustossen.

Natürliche Fortpflanzung hilft

Gegen die Nierenkrankheit aber könne man vorgehen. Wenn die Forellen sich in der freien Natur selber vermehrten, so sei die Wahrscheinlichkeit grösser, dass sie gegen die Erreger resistent werden. «Nicht alle Fische sterben an der Krankheit», erklärt Vallan. «Jene die überleben, sind möglicherweise genetisch bedingt resistenter gegen den Krankheitserreger.» Pflanzten sie sich fort, gäben sie die Resistenz an ihre Nachkommen weiter. Deshalb sei es wichtig, eine natürliche Vermehrung zu fördern. In der Sense seien dafür die Bedingungen gegeben: Der Fluss habe einen natürlichen Lauf, kiesigen Grund zum Laichen und die Fische hätten genug Versteckmöglichkeiten. Zudem seien wirbellose Tiere als Nahrung für die Bachforellen reichlich verfügbar.

Gute Wasserqualität

Sowieso stellt die Untersuchung der Sense ein gutes Zeugnis aus. Der Fluss sei eines der letzten Gewässer Mitteleuropas in dieser Grösse, das noch grösstenteils natürlich sei. Das Wasser sei sehr sauber und beherberge eine «aussergewöhnlich reiche und diversifizierte Wirbellosenfauna», schreiben die Kantone in ihrer Mitteilung. Die anderen Fischarten im Fluss seien gesund. Dem Alet scheint die Erwärmung des Wassers sogar ganz gut zu passen, denn die Population dieser Art hat zugenommen.

«Es macht keinen Sinn, Bachforellen in Flussabschnitten auszusetzen, wo sie kaum Überlebenschancen haben.»

Denis Vallan

Sektorchef beim Amt für Wald, Wild und Fischerei des Kantons

Zahlen und Fakten

Gepunkteter Liebling der Fischer

Die Bachforelle kommt in Fliessgewässern in ganz Europa vor. Sie bevorzugt dabei kühle, sauerstoffreiche Bäche, wie das Berner Amt für Landwirtschaft und Natur die Art auf seiner Homepage beschreibt. Zur Fortpflanzung wandern die Elterntiere in kleine Seitenbäche. Dort legen sie an gut durchströmten, kiesigen Stellen rund tausend bis zweitausend Eier ab. Die Fische werden in der Regel 20 bis 50 Zentimeter lang, ausnahmsweise sogar bis zu 90 Zentimeter. Sie bringen dabei bis zwei Kilogramm auf die Waage. Die Farbe der Fische unterscheidet sich je nach Alter und Standort. Am Rücken sind sie graugrün bis bräunlich, an der Seite und am Bauch heller mit roten und schwarzen hellumrandeten Punkten.

nas

 

Mehr zum Thema