Hildegard Emmenegger und Christian Schmutz 17.10.2014

100 tolle Sensler Wörter im 100. Blog-Artikel

Jede Woche verfassen Hildegard Emmenegger und Christian Schmutz einen Text für den Senslerblog der FN.Bild Aldo Ellena
Hildegard Emmenegger und Christian Schmutz bloggen sei zwei Jahren für die Freiburger Nachrichten. Ihre Einträge zu verschiedensten Themen verfassen sie auf Senslerdeutsch. Der 100. Blog-Artikel enthält ihre 100 Lieblings-Sensler-Wörter.

Sie schreiben über gestörte Welten, über die Vergänglichkeit und über Kutteln und andere Sachen–und das alles tun sie auf Senslerdeutsch. Hildegard Emmenegger und Christian Schmutz veröffentlichen seit zwei Jahren jede Woche den Senslerblog auf der Homepage der Freibur- ger Nachrichten. Heute erscheint der 100. Blog-Eintrag. Christian Schmutz verarbeitet darin die 100 Lieblingswörter auf Senslerdeutsch von ihm und Hildegard Emmenegger. Dazu gehören etwa: «biiglig», «zylendere» oder «Häpperebrägù». «Es ist eine Momentaufnahme», sagt Emmenegger, «die Lieblingswörter wech- seln ständig.»

Senslerdeutsch ist Programm im Senslerblog. Alle Einträge sind auf Dialekt verfasst. Und der Dialekt selbst ist auch häufig Thema. «Wenn ich das Senslerdeutsche Wörterbuch aufschlage, finde ich immer etwas, worüber ich schreiben könnte», sagt Emmenegger. Schmutz, der sich beruflich mit Sprache befasst und das Senslerdeutsche Wörterbuch mitverfasst hat, erklärt in gewissen Blog-Einträgen die Herkunft der Wörter und vergleicht sie mit anderen Dialekten.

 Mahnfinger bringt nichts

Die beiden schreiben aber auch noch über viel ande- res als über den Dialekt. Sie verarbeiten Alltagssituationen und machen sich Gedanken zur Gesellschaft. «Manchmal frage ich mich schon, was wir für eine Botschaft haben», sagt Emmenegger. Und gleichzeitig frage sie sich: «Ist es negativ, wenn man ‹nur› unterhält?» Sie wolle mit ihrem Bloggen nicht die Welt verändern und auch nicht ständig den Mahnfinger erheben. «Ich merke auch, dass man mit dem Zeigefinger nichts erreichen kann», sagt dazu Christian Schmutz. Es bringe mehr, ein positives oder lustiges Beispiel von etwas zu bringen. Und Emmenegger fügt an: «Wenn mir jemand sagt, dass er wegen meines Blogs lachen musste, dann ist das etwas wert.»

 Wenig Reaktionen

Die beiden erhalten wenig Reaktionen auf ihren Blog. Gelegentlich kommentiert jemand einen Eintrag oder ein Nachbar gibt Hildegard Emmenegger einen Zettel mit einem besonderen senslerdeutschen Wort. «Manchmal schreiben wir schon ins Leere», sagt Emmenegger. «Gut, ich kommentiere auch nie etwas auf dem Internet», sagt Schmutz dazu. Es sei ohne Rückmeldungen aber schwierig zu wissen, welche Themen ankämen und welche nicht.

Nachdem im Sommer vor einem Jahr ein Zeitungsartikel über sie erschienen sei, habe sie jedoch etliche positive Zuschriften bekommen, so Emmenegger. «Zum Beispiel Briefe von älteren Menschen, die wahrscheinlich nicht aufs Internet gehen.»

 Rückmeldungen geben sich die beiden Autoren dafür gegenseitig. Sie lesen einander die Texte gegen, bevor sie diese aufs Netz stellen. «Ich habe enorm von Christian profitiert», sagt Emmenegger. Da er Berufsschreiber sei, habe er ihr Tipps geben können, etwa beim Aufbau eines Textes oder auch in sprachlichen Punkten. «Du gibst mir dafür gute inhaltliche Rückmeldungen», sagt Schmutz. Und Titel würden sie sich gegenseitig liefern.

Das Zeitmanagement der beiden ist unterschiedlich: In der Regel wird jeden Donnerstag ein neuer Eintrag publiziert, und sie wechseln sich ab. Hildegard Emmenegger hat ihren Text immer schon am Wochenende davor parat, Christian Schmutz schreibt seinen manchmal erst am Donnerstag fertig. «Aber bisher hat es fast immer gereicht», sagt er.

 Nicht alles verbloggen

Inspiration finden die beiden im Alltag, im Gespräch. Eine Joggingrunde, ein Ausflug, eine Beobachtung–alles kann im Blog landen. «Man schärft dadurch die Sinne», sagt Schmutz. Habe er eine Idee, schreibe er sie sofort auf; aus dieser Liste entstünden dann die Texte für den Blog. «Alles mag ich aber nicht verbloggen», sagt Emmenegger. So sei sie bei Episoden aus dem persönlichen Familienalltag zurückhaltend.

Beiden gehen die Ideen nicht aus. «Ich finde es immer schwierig, auszuwählen», sagt Emmenegger. «Inspiration ist wirklich nie ein Problem», fügt Schmutz an. So haben die beiden weiterhin genügend Material–für mindestens weite- re 100 Blog-Einträge.

Blogs

Übers Wandern, Backen und Gottéron

Im Moment gibt es auf der Homepage der Freiburger Nachrichten sieben verschiedene Blogs: Bruno Tenner verfasst den Freiluft-Blog, Patrick Fasel bloggt zu Gottéron, Felix Schneuwly schreibt über politische und gesellschaftliche Themen, Jana Schneuwly und Olivia Krattinger geben im Back-Blog ihre Lieblingsrezepte preis, Nicole Häfliger schreibt über die Gartenarbeit, und im Rahmen von «Zeitung im Gymnasium» schreiben vier Kollegiumsschüler über ihren Schulalltag.mir