Plaffeien/Muntelier 17.10.2020

36 Infektionen im Pflegeheim Bachmatte

Mehr als die Hälfte der Bewohner im Pflegeheim Bachmatte wurden positiv getestet.
Wegen der Corona-Infektionen von Bewohnern und Mitarbeitern werden ab Montag Zivilschützer im Pflegeheim im Einsatz stehen.

Im Pflegeheim Bachmatte in Plaffeien sind mittlerweile mehr als die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. 25 von 47 Bewohnern sowie 11 von 85 Mitarbeitenden hätten das Virus, sagte gestern Heimleiter Daniel Corpataux auf Anfrage. Anfang der Woche hatten die FN noch von zehn positiv getesteten Bewohnern berichtet.

Das Heim Bachmatte erhält ab Montag Hilfe vom Zivilschutz und von zusätzlichen Pflegenden. Der Kanton habe ein entsprechendes Gesuch bewilligt, so Corpataux. Vier Zivilschützer werden bis Ende Oktober das Pflegeheim unterstützen, sagte Claudia Lauper-Lüthi, Generalsekretärin der Direktion für Gesundheit und Soziales. Ein mobiles Pflegeteam des Kantons stehe mehrmals täglich mit dem Pflegeheim in Kontakt. Den Bewohnerinnen und Bewohnern gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte Corpataux. Niemand der Erkrankten habe bisher ins Spital gebracht werden müssen. Das Haus ist bereits seit Anfang der Woche für Besucher geschlossen, und die Bewohner müssen auf ihren Zimmern bleiben. Die Mahlzeiten erhalten sie direkt aufs Zimmer geliefert. «Die Bewohner sind sich der Lage bewusst und wollen aktiv mithelfen, damit wir so bald wie möglich zur Normalität zurückkehren können», sagt Daniel Corpataux. Auch von den Angehörigen gebe es viel Verständnis. «Wir erhalten viele gute Wünsche von allen Seiten.»

Schnelle Reaktion des Kantons

Der Heimleiter betont, dass die Situation nicht mehr die gleiche sei wie im März. Man sei besser vorbereitet und wisse besser, wie zu reagieren. «Wir haben genug Schutzmaterial; das reicht für drei Monate.» Auch vonseiten Kanton komme viel Hilfe. «Wir haben uns sofort gemeldet, als der erste Fall aufgetreten ist», so Corpataux. «Die Taskforce des Kantons hat schnell reagiert. Wir fühlen uns sehr getragen vom Kanton, das gibt uns Sicherheit.»

Wie das Virus ins Heim gekommen ist, weiss die Heimleitung nach wie vor nicht. «Das ist sehr, sehr schwierig herauszufinden. Gerade auch, weil es Personen gibt, die gar keine Symptome zeigen und sich einer Ansteckung nicht bewusst sind», sagt Daniel Corpataux.

Mit dem Direktor des Pflegeheims Bachmatte sei ein Krisenstab gebildet worden, sagte Kantonsarzt Thomas Plattner. Die Isolations- und Quarantänemassnahmen seien gut umgesetzt. Der Kanton schaue, dass das Pflegeheim die benötigte Unterstützung habe und die Situation im Griff behalte. «Wir sind da sehr zuversichtlich, dass sich das gut entwickeln wird.»

Teil-Quarantäne in der SSEB

In Quarantäne sind derzeit auch Teile der Stiftung des Seebezirks für erwachsene Behinderte (SSEB). Betroffen seien am Standort Muntelier das Atelier für industrielle Montage und das Bügelatelier, sagte gestern Direktor Cyprian Eggenschwiler auf Anfrage. Etwa zwanzig betreute Menschen und fünf Mitarbeiter mussten aufgrund von Corona-Fällen in Quarantäne.