Bösingen 23.05.2019

Abhilfe bei überschwemmten Kellern

Die Alpenstrasse in Bösingen erhält eine neue Kanalisation, damit das Regenwasser besser abfliessen kann.
Die Wasserleitung in der Bösinger Alpen- und Jurastrasse kann bei starken Niederschlägen die Wassermenge nicht aufnehmen. Das führt zu Überschwemmungen. Die Gemeinde will die Kanalisation nun sanieren.

Wenn es in Bösingen wie aus Eimern giesst, gibt es in der Alpen- und der Jurastras-se logistische Probleme, denn: Die Meteorwasserleitung mit 25  Zentimetern Durchmesser kann die Wassermenge nicht bewältigen. Es kommt zu Überschwemmungen der Strassen, die Keller der anliegenden Liegenschaften werden überflutet. Ein Problem, das der Bösinger Gemeinderat beheben will. An der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend beantragte er einen Projektkredit von 320 000 Franken, den die 87 anwesenden Stimmbürger einstimmig genehmigten.

Die Sanierungsarbeiten sehen vor, eine 190 Meter lange Meteorwasserleitung zu bauen, wie Gemeinderat Martin Bäriswyl erklärte. Die Kanalisation erhält mehrere Einlauf- und Kontrollschächte. Zeitgleich entsteht für die Kanalisation in der Jurastrasse das Trennsystem: Das verschmutzte und das nicht verschmutzte Abwasser fliessen in zwei voneinander getrennte Kanalnetze. Zudem erneuert die Wasserversorgung Bösingen AG die Trinkwasserleitung.

Einem Bürger ging das Projekt zu wenig weit: Er wohnt bei der Kreuzung Alpen­stras­se/Chrüzhubel. Von beiden Strassen laufe das Regenwasser bei ihm zusammen. «Mein Untergeschoss war schon rund sechs Mal überschwemmt», zeigte er sich sichtlich verärgert. Der Gemeinderat nahm dieses Anliegen entgegen.

Überfahrbarer Gehweg geplant

Da der Asphalt der Strasse aufgebrochen werden müsse, liege es nahe, einen neuen Belag einzubauen, sagte Bäriswyl. Um Verkehrsberuhigungsmassnahmen umzusetzen, prüfe der Gemeinderat, ob ein überfahrbarer Gehweg rea­lisierbar sei. Besorgte Bürger fragten, ob die Sicherheit für die Fussgänger dadurch wirklich erhöht werde. «Wegen der optischen Verengung fahren die Automobilisten langsamer. Es besteht aber auch die Möglichkeit, Pfosten zu setzen», antwortete Bäriswyl. Zudem überprüfe der Gemeinderat zurzeit die Realisierung von Tempo-30-Zonen, für die die Versammlung im Frühling 2017 einen Planungskredit gesprochen hatte.

Verwaltung nicht überlasten

Der Baustart werde nicht mehr dieses Jahr stattfinden, sagte Bäriswyl. Die Leitungen seien aber gespült worden, es habe sich einiges an Kalk gelöst. Ammann Louis Casali rief die Bürger zur Geduld auf. «Wir Politiker können nur einen kleinen Teil dazu beitragen, dass ein Bauprojekt umgesetzt wird. Am Ende sind es Bauverwalter und Gemeindeschreiber, die die Detailarbeiten leisten.» Es sei deshalb am Gemeinderat, dafür zu sorgen, dass die Belastung nicht aus dem Ruder laufe.

Unterdach zersetzt sich

Zuletzt genehmigten die Bürgerinnen und Bürger die Dachsanierung des Verwaltungsgebäudes für 45 000 Franken. Im Bereich der Verglasung gab es Wassereintritte. Durch Kondenswasser hat sich das Unterdach zersetzt, und die Isolation ist zu Schaden gekommen – beides muss deshalb erneuert werden.

Weitere Geschäfte

Bösingen schliesst dank Steuereinnahmen gut ab

Die Rechnung 2018 der Gemeinde Bösingen schliesst bei einem Gesamtaufwand von 12,29 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 1,32 Millionen Franken. 1,01 Millionen Franken hat die Gemeinde dem Eigenkapital zugeführt und 312 000 Franken an zusätzlichen Abschreibungen getätigt. Das Ergebnis sei unter an- derem auf Mehreinnahmen von 450 000 Franken bei den Einkommens- und Vermögenssteuern von natürlichen Personen zurückzuführen, sagte Gemeinderat Peter Portmann.

Mit einer Gegenstimme hat die Gemeindeversammlung das neue Einbürgerungsreglement angenommen und Anja Schneuwly von der CVP in die Einbürgerungskommission gewählt. Einstimmig sagten die Bürger Ja zum Neubau von zwei Bushaltestellen im Riederberg für 110 000 Franken. Die Kantonsstrasse wird zurzeit saniert.

jp