Düdingen 10.08.2018

Ästhetischer Einklang mit der Staumauer

Die Fussgängerbrücke unter der Schiffenen-Staumauer in Kleinbösingen.
Bei der Schiffenen-Staumauer verbindet seit dem Jahr 2000 eine Fussgängerbrücke den Sense- mit dem Seebezirk.

Ursprünglich sollte die kleine Brücke unterhalb der Schiffenen-Staumauer nur aus zwei Stahlbalken und Holzbrettern bestehen. Eine einfache, zweckorientierte Brücke, die dem Militär ermöglichen sollte, den Schiess­platz auf der Düdinger Seite der Saane einfacher zu erreichen. «Ich sagte: ‹Macht doch etwas Anständiges!›», erzählt Paul Curty. Der Leiter des Ingenieurbüros Curty und Novak war damals Ammann der Gemeinde Kleinbösingen, die durch die Brücke mit Düdingen verbunden werden sollte. Daraufhin erhielt sein Büro den Auftrag, eine bessere Lösung zu finden.

«Die Brücke sollte elegant sein, aber auch zu der mächtigen Staumauer im Hintergrund passen», sagt Curty. Schlussendlich habe man sich dann für eine Bogenbrücke entschieden. Die zweite Variante, eine Hängebrücke, hätte mit ihren grossen Pfeilern auf beiden Seiten und ihren Spannseilen viel statischer und weniger filigran gewirkt. Die Brücke wurde schliesslich in einer Werkstatt gebaut und musste für den Transport sogar in zwei Teile geschnitten werden, weil sie so gross war.

Ohne Messgeräte

«Um die 30  Meter abzumessen, haben wir damals einfach ein Messband über die Saane geworfen», erinnert sich Curty. Denn im Jahr 2000, als diese Brücke entstand, hatte man noch keine modernen Messgeräte zur Verfügung, die zum Beispiel mit Satellit und GPS funktionieren.

«Als dann die Brücke mit dem Kran platziert wurde, dachte ich mir: Wenn das nur passt», sagt der Ingenieur. Schliesslich sei jedes Schraubenloch auf den Millimeter genau an der richtigen Stelle gewesen. «Die Berechnungen sind heute nicht unbedingt genauer», meint Curty, der seit 41  Jahren sein Büro in Bösingen hat. Er sehe viele junge Ingenieure, die sich bei Statikberechnungen nur noch auf Computerprogramme verlassen würden. «Früher, als mein Partner die Berechnungen noch von Hand gemacht hat, haben wir alles viel genauer überprüft.»

Heute erfreuen sich viele Spaziergänger und Freizeit­sportler an der Brücke. Der Weg entlang der Saane ist nicht nur bei den Bewohnern der drei angrenzenden Gemeinden Düdingen, Bösingen und Kleinbösingen beliebt, denn der Kiesparkplatz bei der Brücke ermöglicht auch Leuten von ausserhalb einen Ausflug an den Fluss.

Die FN beleuchten in einer Sommerserie das Thema «Brücken» aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln.