Schwarzsee 10.08.2019

Bequemer auf die Kaiseregg

Blick auf die Kaiseregg, im Hintergrund das Hohmattli.
Morgen Sonntag läuft der Kaiseregg-Sessellift zum ersten Mal überhaupt im Sommer. Mit der Aktion will Schwarzsee Tourismus auch weniger fitten Wanderern die Tour auf die Kaiseregg ermöglichen.

«Das Wandern in den Freiburger Voralpen ist ein besonderes Erlebnis, nicht nur wegen der schönen Landschaft», ist der Direktor von Schwarzsee Tourismus, Adolf Kaeser, überzeugt. Rund um den Schwarzsee gebe es nämlich diverse Alphütten, wo die Wanderer gemütlich etwas essen und trinken könnten, und viele Gipfel seien ohne Bergsteigerausrüstung erreichbar.

Den berühmtesten dieser Gipfel will Schwarzsee Tourismus morgen Sonntag speziell in Szene setzen: die 2185 Meter hohe Kaiseregg. Zum allerersten Mal überhaupt fährt dann die Kaiseregg-Sesselbahn, die ansonsten Wintersportler transportiert, auch im Sommer – und vorerst nur an diesem einen Tag. «Wir wollen damit den Aufstieg auch jenen Wanderbegeisterten ermöglichen, denen er ansonsten zu streng ist», sagt der Tourismusdirektor. Die Bahn fährt die Besucherinnen und Besucher bis auf 1700 Meter, von dort sind es noch rund 75 Minuten Wanderzeit bis auf den Gipfel. Dort gibt es von 11 bis 15 Uhr neben einem Gipfelfoto und dem Eintrag ins Gipfelbuch auch ein Diplom, das der Plaffeier Gemeindepräsident Otto Lötscher höchstpersönlich unterschreibt.

«Ich glaube, die Leute werden den Berg anders sehen, wenn sie einmal oben waren und die Aussicht genossen haben», sagt Adolf Kaeser. Und fügt an: «Dass man danach etwas müde ist, gehört natürlich auch zum Gipfelerlebnis.» Stärken könnten sich Gipfelstürmer anschliessend in einer der zahlreichen Alpbuvetten an den Wanderwegen rund um die Kaiseregg. So gibt es im Bärghuus Riggisalp und im Rainlishaus Grilladen, die Geissalp serviert Fondue und die Alpen Salzmatt, Schönenboden und Pellets Schinken. In einigen Hütten gibt es am Sonntag sogar musikalische Unter­haltung.

Nicht den ganzen Sommer

Der Tag diene auch dazu, abzuklären, wie eine Öffnung des Kaiseregg-Lifts im Sommer ankomme. Seien die Rückmeldungen positiv und das Bedürfnis da, werde der Lift in Zukunft wieder an Wochenenden mit schönem Wetter geöffnet, sagt Adolf Kaeser. Ihn die ganze Sommersaison laufen zu lassen, komme aber vorerst nicht infrage, denn das lohne sich wirtschaftlich nicht. «Es ist viel Aufwand. So mussten wir spezielle Vorrichtungen zum Ein- und Aussteigen anbringen, weil der Boden ohne Schnee weniger hoch ist.» Hinzu komme das Personal, das aufgeboten werden müsse.

Kaeser hofft nun, dass viele Wanderbegeisterte diese vorerst einmalige Chance nutzen – und auch wieder zurückkommen, wenn ihnen der Aufstieg gefallen hat.

Der Kaiseregglift ist morgen von 10 bis 16 Uhr offen. Eine einfache Fahrt kostet für Erwachsene 5 Franken und für Familien 15 Franken, eine Hin- und Rückfahrt für Erwachsene 10 Franken und für Familien 25 Franken. Der Magic Pass ist nicht gültig. Tickets sind in den Berg- und Talstationen erhältlich.

Buch

Wie das Gipfelkreuz auf die Kaiseregg kam

Der deutsche Autor und Reise-Reporter Hans-Joachim Löwer beschreibt in seinem neuen Buch «Gipfelkreuze – Träume, Triumphe und Tragödien» die Geschichten von 100 Gipfelkreuzen aus dem ganzen Alpenraum. Eines davon ist jenes auf der Kaiseregg.

Auf drei Seiten beschreibt Löwer, wie rund 200 junge Burschen unter der Leitung des Plaffeier Kaplans Peter Pauchard das erste Kreuz an einem Juli-Wochenende 1950 auf den Berg schleppten. Am Samstag zog ein Pferd das 150 Kilogramm schwere Gebälk bis auf die Alp Salzmatt, wo die jungen Leute übernachteten. Am Sonntag schliesslich trugen die Burschen das Kreuz auf den Gipfel – damals noch nicht auf gut ausgebauten Wanderwegen. Als das Kreuz endlich stand, wurde auf dem Gipfel eine Messe gefeiert. Auf das Kreuz von 1950 folgten weitere: 1983, 2001 und 2010.

nas

Hans-Joachim Löwer: Gipfelkreuze – Träume, Triumphe, Tragödien. Tyrolia, Innsbruck 2019. Erhältlich bei Schwarzsee Tourismus und im Buchhandel.