Bösingen 17.05.2018

Bösingen bleibt in den schwarzen Zahlen

Gute Nachricht für die Bösinger Bevölkerung: Die Verschuldung der Gemeinde ist auf ein Rekordtief gesunken.
Dank mehr Steuereinnahmen als budgetiert schliesst die Jahresrechnung der Gemeinde Bösingen äusserst positiv, und die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt auf ein Rekordtief. Der Gemeinderat will nun eine mögliche Steuersenkung prüfen.

«Eine so gute Rechnung habe ich noch nie erlebt», bilanzierte Louis Casali, Ammann von Bösingen, an der Gemeindeversammlung vom Dienstag. Der Gemeinderat konnte den 97 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern auch dieses Jahr eine äusserst positive Jahresrechnung präsentieren. Diese schliesst bei einem Aufwand von gut 11,3  Millionen Franken und einem Ertrag von rund 14,2  Millionen Franken mit einem Gewinn von gut 934 000 Franken. Dies nach freien Abschreibungen von rund 1,9  Millionen Franken. «Das ist ein wunderschönes Resultat», freute sich auch Gemeinderat Peter Portmann. Schliesslich war im Budget ein kleines Defizit vorgesehen. Grund für das bessere Abschneiden sind vor allem die höheren Steuereinnahmen: rund 1,4  Millionen mehr als vorgesehen. «Die Steuern sind immer schwierig zu budgetieren», so Portmann. Die Investitionsrechnung weist Nettoinvesti­tionen von rund 519 000 Franken aus. Die Bösinger genehmigten beide Rechnungen einstimmig und diskussionslos.

Steuersenkung in Sicht?

Die positive Jahresrechnung führt zu einem Rekordtief bei der Bösinger Pro-Kopf-Ver­schuldung. Diese beträgt zurzeit 885 Franken. Zum Vergleich: Ende 2016 betrug sie noch rund 1700 Franken. Eine Steuersenkung in naher Zukunft ist damit nicht auszuschliessen: «Wir werden den aktuellen Steuersatz in einem Workshop im Herbst ganz genau prüfen», versprach Portmann. Die Gemeinde hatte 2014 ihren Steuerfuss von 70 auf 79  Prozent erhöht, um die damals unbefriedigende finanzielle Situation zu entschärfen. Doch auch wenn die Gemeinde nun endgültig wieder auf die Beine gekommen ist, muss eine Senkung laut Portmann gut durchdacht werden: «Wir müssen uns bewusst sein, dass in den nächsten Jahren viele Investitionen auf uns zukommen.»

Zwei Investitionen segneten die Bösinger Bürger bereits am Dienstag ab. Ein erster Projektkredit von 48 000 Franken betrifft den Kauf eines Waldstücks im Bergholz (siehe Kasten). Einen deutlich höheren Projektkredit von rund 850 000 Franken sprachen die Bürgerinnen und Bürger für die Sanierung einer 40  Jahre alten Kanalisation im Lerchenweg. Als die Wasserversorgung Bösingen  AG kürzlich die Planung für eine neue Trinkwasserleitung aufgleiste, kam der desolate Zustand der darunter liegenden Mischwasserleitung zum Vorschein. «Wir müssen unbedingt sanieren», sagte Gemeinderat Martin Bäriswyl und stiess damit auf offene Ohren. Die Bösinger genehmigten den Projektkredit einstimmig und diskussionslos. Ebenfalls ohne Diskussion hat die Versammlung dem Neuentwurf für das Personalreglement der Gemeinde zugestimmt. «Wir haben das Reglement entschlackt», fasste Ammann Casali zusammen. Das neue Reglement sei nun weitgehend an das Musterreglement des Kantons angepasst und sehe neu auch Frühpensio­nierungen vor.

Kreditantrag

Der Preis für ein Waldstück gab zu reden

Der Gemeinderat von Bösingen legte den Bürgern am Dienstagabend den Kauf eines Waldstücks im Bergholz vor. Dieses wird heute von der Kita und dem Kindergarten als Spielplatz genutzt. Nun will der Gemeinderat das Waldstück von der Besitzerfamilie kaufen und hat dafür einen Projektkredit von rund 48 000 Franken beantragt. Der Quadratmeter kostet dabei drei Franken – für einige Bürger ein viel zu hoher Preis. «Es ist kein Schnäppchen», räumte Ammann Louis Casali ein. «Aber wir kaufen damit ja nicht einfach ein Stück Wald, sondern ein gut erhaltenes Naherholungsgebiet». Alle Zweifel vermochte der Ammann damit nicht zu beseitigen: Die Bösinger genehmigten das Vorhaben schliesslich mit 81 Ja- zu 10 Nein-Stimmen.

lr