Düdingen 01.03.2016

Bürgerliche Mehrheit im Generalrat

In Düdingen betrug die Stimmbeteiligung für die Generalratswahlen 51 Prozent.
Bild Julien Chavaillaz/a
Die 50 Generalrätinnen und Generalräte von Düdingen sind gewählt. Im neuen Gemeindeparlament stellt die CVP mit 13 Sitzen am meisten Vertreter, gefolgt von der SVP mit acht. Die Junge Liste schaffte es auf Anhieb auf fünf Sitze.

Die Wiedereinführung des Generalrats hat in Düdingen viel in Bewegung gesetzt: 207 Personen haben auf neun Listen für die 50 Sitze im Gemeindeparlament kandidiert. Am Sonntag sind die Würfel gefallen. Einige Parteien haben ihr Wahlziel übertroffen, andere haben es nicht erreicht. Dazu gehört die CVP, die mit 46 Kandidierenden 15 bis 16 Sitze holen wollte und es auf 13 geschafft hat; dies jedoch mit dem klar höchsten Wähleranteil von 24,8 Prozent. «Wir sind zufrieden mit dem Resultat, alle unsere Kandidierenden haben sehr gut abgeschnitten», sagt Parteipräsidentin Evelyn Baeriswyl. Der neu gewählte CVP-Generalrat Laurent Baeriswyl, Präsident der CVP Sense, erreicht mit 1072 Stimmen das beste Resultat aller 50 Gewählten.
Die SVP hat ihr Ziel von 8 bis 9 Sitzen erreicht; sie schaffte es auf 8. Ihr Wähleranteil liegt bei 15,3 Prozent. «Wir sind die zweitstärkste Partei im Generalrat», freut sich Parteipräsident Stefan Siegenthaler, der am Sonntag wie viele andere Gemeinderäte auch in den Generalrat gewählt wurde. Dieses Amt werden die Gemeinderäte aber weitergeben müssen.

FDP besser als erhofft

Je 7 Sitze haben die Freien Wähler Düdingen und die FDP erreicht; die FDP mit einem Wähleranteil von 13,3 Prozent, die Freien Wähler mit 12,6 Prozent. Während die FDP ihr Wahlziel damit um einen Sitz übertroffen hat, fällt das Resultat für die Freien Wähler schlechter aus als erhofft. Sie hatten 8 bis 10 Sitze angepeilt. Natürlich sei sie etwas enttäuscht, sagt Brigitte Giroud, Präsidentin der Freien Wähler und frisch gewählte Generalrätin. Sie freue sich jedoch, dass auf der Jungen Liste Daniel Hayoz und Carole Fasel, die ursprünglich bei ihnen mitgemacht hatten, gewählt wurden. Unter den Generalräten der Freien Wähler ist auch der ehemalige Gemeinderat und amtierende Grossrat André Schneuwly. Bei der FDP zählen auch der örtliche Gewerbevereinspräsident Patrik Schaller sowie der ehemalige Gemeinderat Franz Schneider zu den Gewählten. Mit Patrick und Corina Stampfli wurde auch ein Ehepaar gewählt. Da Patrick Stampfli als Gemeinderat wiedergewählt wurde (siehe FN vom Montag), wird ihn gemäss FDP-Liste Irene Raemy ersetzen.

Eine Familie, drei Parteien

Mit einem Wähleranteil von zwölf Prozent hat die SP ihr Minimalziel von fünf Sitzen um einen übertroffen. «Wir sind zufrieden», sagt Parteipräsident Anton Haymoz, der mit 610 Stimmen ebenfalls gewählt wurde. Auch seine Tochter Olive und seine Frau Jacqueline werden in den Generalrat einziehen, jedoch nicht für die SP. Die 20-jährige Olive Haymoz als jüngste aller Generalrätinnen und Generalräte für die Junge Liste Düdingen, Jacqueline Haymoz als erste Nachrückende für die Freien Wähler, da Gemeinderat Andreas Binz sich zurückziehen wird. Am meisten Stimmen auf der SP-Liste holte die Primarschulleiterin Eliane Aebi­scher.

Fraktionsbildung offen

Die sechste Ortspartei, die Mitte links – CSP, holte bei einem Wähleranteil von 5,2 Prozent zwei Sitze. Damit ist Parteipräsident Bruno Baeriswyl nicht zufrieden. Das Ziel waren vier bis fünf Sitze. Für die CSP wird mit Mario Sturny ebenfalls ein ehemaliger Gemeinderat in den Generalrat einziehen. Ob die CSP den Kontakt zu einer anderen Partei suchen wird, um Fraktionsstärke erreichen zu können, wisse er noch nicht, so Baeriswyl. Auch alle anderen Parteien halten sich zur Frage der Fraktionsbildung bedeckt: Dies müssten sie erst intern diskutieren, heisst es überall. Üblich ist eine Fraktionsstärke von fünf Sitzen, wie in Wünnewil-Flamatt. Der Generalrat wird dies jedoch selber in seinem Reglement festlegen.

5 angesagt, 5 gemacht

Auf einen erfolgreichen Wahlsonntag kann die Junge Liste zurückblicken: 5 Sitze angestrebt, 5 Sitze erreicht. Dies bei einem Wähleranteil von 10,2 Prozent. «Genau das, was wir wollten», freut sich Daniel Hayoz, frisch gewählter Generalrat. Unter den fünf «Jungen» sind zwei Frauen. «Schön, dass wir so eine gemischte Truppe sind.» Er freue sich auf die Arbeit im Generalrat, betont der 23-Jährige.
Auf zwei Sitze hat es die Gruppierung «Die Unabhängigen Düdingen» geschafft. Diese holten der Kardiologe Anton Merkle und der 34-jährige David Bossart. Max Hunziker, der massgeblich daran beteiligt war, dass über die Wiedereinführung des Generalrats abgestimmt wurde, ist an vierter Stelle und damit zweite Ersatzperson. Das ist für ihn nicht weiter schlimm. «Ich hätte gerne im Generalrat mitgearbeitet, aber ich bin nicht traurig. Ich finde es richtig, dass vor allem Junge gewählt wurden», so Hunziker. Zudem könnten sie zufrieden sein, dass sie als Newcomer gleich zwei Sitze gemacht hätten, sagt Hunziker, dessen Gruppierung sich Mitte-rechts positioniert und sich ein fortschrittliches, bürgerlich-liberales Profil gegeben hat. Max Hunziker selber ist erfreut, was die Initiative zur Wiedereinführung des Generalrats ausgelöst hat. Mit der Zusammensetzung des 50-köpfigen Parlaments ist er zufrieden. «Sie widerspiegelt ein gutes Durchschnittsbild der Bevölkerung.»
Nicht in den Generalrat einziehen wird die «Gruppierung Parteilose Düdingen», kurz GPLD, die einen Wähleranteil von 1,5 Prozent erreichte. Sie war mit fünf Personen angetreten, darunter der ehemalige Agglomerationsrat Werner Wyss sowie der ehemalige Gemeinderat Daniel Piller. Ob die GPLD in fünf Jahren einen neuen Anlauf nehme, wüssten sie zurzeit noch nicht, sagt deren Präsident Patrick Jeckelmann.
Die erste Sitzung des Generalrates wird der pensionierte Kinderarzt Erich Stritt (CVP) als Tagespräsident leiten, da er mit 68 Jahren der älteste der gewählten Generalräte ist. Vorher findet in Düdingen aber noch eine Gemeindeversammlung statt.

 

Gewählt: 50 Generalräte und die ersten fünf Ersatzleute

Christlichdemokratische Volkspartei (CVP):

Laurent Baeriswyl (1975) 1072 Stimmen, Patrick Bächler (1985) 953, Kuno Fasel (1959) 933, Bertrand Clerc (1970) 826, Thomas Bächler (1982) 783, Erich Stritt (1948) 750, Michael Jendly (1980) 741, Sara Lenherr (1987) 741, Manfred Engel (1966) 733, Thomas Meyer (1964) 727, Urs Brülhart (1978) 720, Antonietta Burri-Ellena (1953) 706, Bruno Cotting (1959) 696.

Die ersten fünf Ersatzleute: Beat Jungo (1952) 691 Stimmen, Bruno Durot (1954) 688, Silvia Burri (1972) 675, Bernadette Jungo-Baeriswyl (1963) 667, Benno Vonlanthen (1972) 659.

Sozialdemokratische Partei (SP):

Eliane Aebischer (1967) 702 Stimmen, Patrick Schneuwly (1964) 688, Urs Hauswirth (1974) 631, Anton Haymoz (1963) 610, Susanne Aeschlimann (1975) 555, Markus Roggo (1958) 535.
Die ersten fünf Ersatzleute: Markus Haas (1965) 535 Stimmen, Thierry Jungo (1988) 481, Bettina Werthmüller Berger (1969) 466, Irène Roggo-Meuwly (1959) 447, Jürg Küenzi (1950) 446.

Freisinnigdemokratische Partei/Die Liberalen (FDP):

Iris Zurkinden-Riedo (1969) 664 Stimmen, Benno Oberson (1968) 647, Patrik Schaller (1963) 615, Franz Schneider (1955) 571, Benjamin F. Brägger (1967) 557, Corina Stampfli (1975) 541, Patrick Stampfli (1974) 540.
Die ersten fünf Ersatzleute: Irene Raemy (1967) 524 Stimmen, Irmgard Jungo (1951) 510, Marco Grieb (1981) 505, Marc Aebi (1956) 501, Bruno Jeckelmann (1956) 500.

Christlichsoziale Partei (CSP):

Anita Johner-Tschannen (1965) 443 Stimmen, Mario Sturny (1961) 438.
Die ersten fünf Ersatzleute: Wolfgang Portmann (1959) 384 Stimmen, Albin Tornare (1946) 315, Hugo Hayoz-Zbinden (1960) 313, Bruno Baeriswyl (1954) 302, Beatrice Steiner (1970) 210.

Schweizerische Volkspartei (SVP):

Niklaus Mäder (1964) 670 Stimmen, Michael Zurkinden (1975) 655, Stefan Siegenthaler (1976) 628, Adrian Brügger (1981) 513, Pas­cal Jungo (1979) 498, Marco Zbinden (1978) 494, Renata Raetzo (1969) 484, Manuela Klaus (1976) 481.
Die ersten fünf Ersatzleute: Norbert Hauser (1970) 472 Stimmen, Dario Jeckelmann (1994) 471, Kurt Leuenberger (1986) 459, Stefan Oberli (1986) 445, Marianne Baeriswyl (1964) 445.

Freie Wähler Düdingen (FW):

André Schneuwly (1955) 832 Stimmen, Hans­ueli Krummen (1950) 603, German Baumeyer (1982) 559, Beat Zosso (1953) 555, Raphael Portmann (1953) 550, Andreas Binz-Wohlhauser (1963) 530, Brigitte Giroud-Weber (1957) 527.
Die ersten fünf Ersatzleute: Jacqueline Haymoz-Birbaum (1967) 501 Stimmen. Ruth Gauderon Jenny (1958) 471, Stefan Zurkinden (1964) 449, Erich Müller (1959) 444, Elisabeth Kolly-Bapst (1963) 437.

Die Unabhängigen Düdingen (DUD):  

Anton Merkle (1955) 726 Stimmen, David Bossart (1982) 356 .
Die ersten fünf Ersatzleute: Ernst-Peter Walther (1976) 310 Stimmen, Max Hunziker (1947) 269, Patricia Stengel Michlig (1973) 253, Erwin Luterbacher (1957) 239 Stimmen, Robert Schafer (1972) 238.

Junge Liste Düdingen (JLD):

Nicolas Marbach (1990) 607 Stimmen, Laurent Bächler (1989) 590, Carole Fasel (1994) 480, Daniel Hayoz (1993) 476, Olive Haymoz (1996) 468.
Die ersten fünf Ersatzleute: Jonas Pauchard (1992) 456 Stimmen, Tobias Schneuwly (1993) 402, Christof Baeriswyl (1990) 400, Gregor Boschung (1993) 389, Jonas Schneuwly (1994) 374.

 

 

Kommentar

Imelda Ruffieux

Frischer Wind in Düdingen

Ab Mai wird ein Gemeindeparlament über die Geschicke der grössten Sensler Gemeinde bestimmen. Das bringt auf jeden Fall frischen Wind in die politische Diskussion Düdingens und eine andere Dynamik, als dies an den zuweilen mager besuchten Gemeindeversammlungen der Fall war. Die Tatsache, dass sich viermal mehr Kandidaten beworben haben, als Sitze zur Verfügung standen, zeigt, dass das Interesse der Bevölkerung gross ist, bei diesem Prozess mitzuwirken.
Erwartungsgemäss setzt sich der Generalrat ähnlich zusammen wie der Gemeinderat: Die CVP ist die stärkste Kraft, gefolgt von der SVP, die auch in Düdingen Wähleranteile gewonnen hat; dazu kommen FDP, SP, CSP und die Freien Wähler. Neu greifen zwei weitere Gruppierungen ins politische Geschehen ein. Spannend wird es, zu sehen, wer mit wem als Fraktion zusammenspannt und so die Lager ausrichtet. Auch wenn die Junge Liste «nur» fünf und «Die Unabhängigen» zwei Sitze erringen konnten, so sind diese Neuen doch das Salz, das die Politsuppe in Düdingen kräftig würzen wird.