Düdingen 12.04.2019

Clientis Sparkasse Sense plant Zukunft

Die Clientis Sparkasse Sense will die Trägergemeinden mehr in die Verantwortung einbinden.
Die Clientis Sparkasse Sense mit Hauptsitz in Tafers und einer Filiale in Schmitten macht sich Gedanken über die künftige Strategie, wie an der gestrigen 156. Delegiertenversammlung zu erfahren war.

Zwölf Sensler Gemeinden tragen die Clientis Sparkasse Sense. Deren Delegierte durften gestern erfahren, dass ihre Bank im Jahr 2018 ein sehr gutes Ergebnis erzielt hat. Wie Geschäftsleiter Ivan Brügger in seinem Jahresbericht ausführte, nahm die Bilanzsumme um 3,7 Prozent auf 402,2 Millionen Franken zu, womit erstmals die 400-Millionen-Marke übertroffen wurde. Dies hat die Bank vor allem den Hypothekarforderungen zu verdanken, die um 4,9  Prozent auf über 312 Millionen gestiegen sind. Der Jahresgewinn konnte ebenfalls um gut ein Prozent auf 890 000 Franken gesteigert werden (siehe Kasten).

Gemeinden profitieren

Von diesem Gewinn profitieren die Trägergemeinden diesmal und in Zukunft doppelt. Nach Worten von Verwaltungsratspräsidentin Danielle Julmy-Hort wird ihnen auch schon im Hinblick auf die künftige Strategie eine Dividende von 80 Prozent des Dotationskapitals ausbezahlt. Und dies sind 480 000 Franken, wobei zum Beispiel Düdingen 80 000 Franken erhält, die vier Gemeinden Plaffeien, St. Antoni, Ueberstorf und Schmitten je 48 000 Franken. Bisher wurde eine Dividende von 40 Prozent gewährt, sofern nicht ausserordentliche Erträge, wie etwa aus einem Landverkauf, erzielt worden waren.

Rechtsform bleibt

In ihrem Jahresbericht erklärte die Präsidentin, dass sich der Verwaltungsrat im verflossenen Jahr Gedanken darüber gemacht habe, wie es mit der Bank in Zukunft weitergehen solle. «Wir müssen eine Stossrichtung finden. Und die Trägergemeinden müssen ein Mitspracherecht erhalten, das über die Delegiertenversammlung hinausgeht», sagte sie. Nachdem bereits im vergangenen November eine Orientierung stattgefunden hatte, präsentierte sie gestern einen Antrag, wonach die Rechtsform bleiben soll. Hingegen sollen künftig die Ausschüttungen erhöht werden. Und es soll eine Eignerstrategie ausgearbeitet werden, welche die Interessen der zwölf Trägergemeinden angemessen berücksichtigt. «Die Trägergemeinden sollen via Eignerstrategie ihre Verantwortung wahrnehmen und die Zukunft der Bank mitprägen», sagte Danielle Julmy-Hort. Ihr Antrag wurde einstimmig angenommen.

Nun wird eine Arbeitsgruppe, bestehend aus drei Ge­meindevertretern, drei Verwaltungsräten und dem Geschäftsleiter, eine Eignerstrategie ausarbeiten, die im November von den Delegierten verabschiedet werden soll. «Darunter ist zum Beispiel das Leitbild zu verstehen», erklärte Julmy-Hort gegenüber den FN. Die Eignerstrategie solle auch Planungssicherheit garantieren.

Mit Schwung

«Der Verwaltungsrat will die Zukunft mit sehr viel Schwung anpacken», versprach die Präsidentin. Sie verheimlichte nicht, dass es in der Vergangenheit Schwierigkeiten gab. «2018 war das Jahr des Umschwungs», freute sie sich und konnte auf das gute Jahresergebnis hinweisen, und auch darauf, dass die Geschäftsleitung neben Leiter Yvan Brügger und Amatus Sturny seit Anfang Juni dank Yvonne Robatel wieder aus drei Mitgliedern besteht. Sie konnte auf Anfrage auch bestätigen, dass die Clientis Sparkasse Sense ihre Kundennähe aufrechterhalten und diese an den Schaltern beweisen will. «Wir bleiben physisch präsent», versicherte sie.

Zahlen und Fakten

Sparkasse Sense mit nachhaltigem Wachstum

Die Clientis Sparkasse Sense ist vor allem im Hypothekengeschäft tätig. Deshalb bezeichnete Geschäftsleiter Yvan Brügger die Zunahme dieses Geschäftsteils als «nachhaltiges Wachstum». Er wies auch darauf hin, dass fast 90 Prozent des Erfolgs auf das Zinsgeschäft zurückzuführen seien. Tiefere Personalkosten und Einsparungen im IT-Bereich erlaubten es, den Geschäftsaufwand um rund 9 Prozent auf 2,9 Millionen Franken zu senken. Der Bruttogewinn konnte um 14,7 Prozent auf 2,5 Millionen Franken gesteigert werden. Deshalb konnten Reserven von 960 000 Franken für allgemeine Bankrisiken gebildet werden. Stolz ist er auf das Eigenkapital von 37,65 Millionen Franken und eine Kapitalquote von 21,71 Prozent.

az