St. Antoni 16.05.2019

Das Feldschiessen wird zum Dorffest

Die beiden Co-Präsidenten des Feldschiessens St. Antoni, Thomas Aebischer (r.) und Markus Brügger.
Das diesjährige Feldschiessen im Sensebezirk wird mitten in St. Antoni abgehalten. Das verlangt von den Organisatoren Zusatzaufwand in Bezug auf Verkehr und Sicherheit. Sie sehen aber auch die Vorteile: Das ganze Dorf wird miteinbezogen.

«Gemeinsam etwas bewegen» lautet das Motto des diesjährigen Feldschiessens im Sensebezirk, das in St. Antoni stattfindet. Dieses Motto hat sich auch die zehnköpfige Geschäftsleitung unter der Führung der Co-Präsidenten Markus Brügger und Thomas Aebischer zu Herzen genommen. Sie sind seit rund zwei Jahren daran, den Grossanlass vorzubereiten.

Am kommenden Samstag findet das Vorschiessen statt, das eigentliche Feldschiessen geht dann vom Donnerstag, 23. Mai, bis Sonntag, 26. Mai, über die Bühne. Oder besser gesagt über die Wiese, denn der Anlass wird im Zentrum des Dorfes ausgetragen. «Mitten im Herzen von St. Antoni», präzisiert Thomas Aebischer. Ein Landwirt stellt den Organisatoren eine grosse Wiese entlang der Burgbühlstrasse zur Verfügung. Dort wird das grosse Festzelt aufgestellt, das Platz für 1800 Leute bietet, sowie diverse kleinere Zelte für die Bar und die übrige Fest­- in­frastruktur.

Die Schützen werden ihre Treffsicherheit nur etwa 300 Meter vom Festplatz entfernt an 50 Scheiben unter Beweis stellen können. Erwartet werden rund 1800 300-Meter-Schützen. Wer gut trifft und den Kranz gewinnt und sich bei der Standblattausgabe vorgängig für die Verlosung eingeschrieben hat, kann ein neues Sturmgewehr 90 gewinnen. Die Pistolenschützen schiessen in Tafers im Stand des dortigen Pistolenvereins.

Vor- und Nachteile

«Den richtigen Standort zu finden, war schon eine Knacknuss», sagt Markus Brügger. Ein so zentraler Festplatz habe Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite ist die Lage ideal für die Infrastruktur. «Wir haben die Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser direkt vor Ort und müssen nicht zuerst neue Leitungen ziehen.» Als Präsident der Schützengesellschaft St. Antoni finde er es zudem gut, dass auch die Dorfbevölkerung, die sonst vielleicht nichts mit diesem Hobby am Hut habe, einbezogen werde, sagt Markus Brügger. «Es ist immerhin das grösste Fest, das jährlich im Sensebezirk stattfindet.»

Auf der anderen Seite bringe ein solcher Grossanlass viele Besucher, mehr Verkehr und zusätzlichen Lärm ins Dorf. Die Geduld der Anwohner sei also gefordert. Das OK hat die Leute in den betroffenen Quartieren von Anfang an in die Planung miteinbezogen und informiert. «Es sind viele Fragen gestellt worden, auch kritische. Aber wir konnten den Anwohnern mit unserer Planung die Ängste nehmen. Ein gutes Einvernehmen ist uns wichtig», sagt Thomas Aebischer.

Das Organisationskomitee hat ein 120-seitiges Dossier mit Sicherheits-, Verkehrs-, Parkplatz- und Notfallkonzept ausgearbeitet. Dieses wurde von den zuständigen Stellen auch abgesegnet. Vorgesehen ist beispielsweise ein Ordnungsdienst mit nächtlichen Pa­t­rouillen. Der Verkehr wird mit einer 30er-Zone durch das Dorf und einer 20er-Zone in Richtung Burgbühl beruhigt.

Drei Zugänge zum Festgelände

Ein ausgeklügeltes Konzept sorgt zudem dafür, dass die grossen Besucherströme nicht durch die Quartiere gehen. Das OK rechnet mit 10 000 bis 12 000 Besuchern. Drei Zugänge bringen sie auf den Festplatz: Einer ist für die Dorfbewohner und Besucher, die im Dorf parkieren, vorgesehen. Ein zweiter leitet jene, die mit dem Privatauto anreisen, zu einer Wiese direkt hinter dem Festplatz. Ein dritter führt Besucher, die mit dem Pendelbus anreisen, über einen kurzen Fussweg auf das Gelände.

Die beiden OK-Präsidenten hoffen, dass die letztgenannte Gruppe die grösste sein wird. «St. Antoni ist sehr zentral gelegen und deshalb mit dem Pendelbus aus allen Ecken des Bezirks wirklich gut erreichbar. Wir appellieren an die Besucher, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen», sagt Thomas Aebischer. Dies umso mehr, als die Parkplatzwiese nur bei gutem Wetter genutzt werden kann. Regnet es, werden die Besucher zusätzlich in Tafers und Heitenried parkieren und per Pendelbus nach St. Antoni gebracht, da im Dorf selbst nur eine beschränkte Anzahl befestigter Plätze zur Verfügung steht.

Dorf hält zusammen

Damit das Fest gut über die Bühne geht, setzt das OK auf Helfer. Zwischen 900 und 1000 Freiwillige sind notwendig. Die beiden OK-Präsidenten sind auch deshalb zuversichtlich, alle Posten besetzen zu können, weil sie aus Erfahrung wissen, wie gut der Zusammenhalt in St. Antoni ist: «Wenn wir ein grösseres Fest haben, dann steht das ganze Dorf dahinter», so Markus Brügger. So habe es auch nur gerade drei Monate gedauert, bis die Leute für das OK gefunden waren: Die Geschäftsleitung sowie das erweiterte OK zählen 50 Personen. «Es sind sehr gute, kompetente und vor allem selbstständig arbeitende Leute», sagt Markus Brügger, und Thomas Aebischer ergänzt: «Es läuft fast von allein.»

Gewinn geht an Helfer

Vertreter von zwei grossen Vereinen, der Musikgesellschaft und des Turnvereins, sind zudem in die Organisation eingebunden. Das OK will dieses Engagement auch belohnen. «Wir haben beschlossen, dass nicht nur ein Teil, sondern der ganze erwirtschaftete Gewinn an die helfenden Vereine ausbezahlt wird.» Je mehr Vereinsmitglieder sich also engagierten, umso grösser falle der Zustupf in die Vereinskasse aus.

«Wir wollten ein faires Fest», sagt Aebischer. Fair für die Landwirte, die das Land zur Verfügung stellen, aber auch für die Gewerbler, die etwas liefern wollen. «Jeder Interessierte konnte eine Offerte einreichen. Wir haben alle gefragt.» Da OK sei überzeugt, dass sich diese Haltung auf längere Sicht gesehen auszahle: «Es kommt wieder zurück.» Sich auch in der Zeit nach dem Fest noch in die Augen schauen zu können, sei ihnen wichtiger, als einzig auf einen möglichst grossen Gewinn zu spekulieren.

Programm

Viel Unterhaltung auf dem Festplatz

Am kommenden Samstag, 18. Mai, beginnt das Feldschiessen mit dem Vorschiessen für alle, die am eigentlichen Schiesssport­anlass verhindert sind. Abends steht ein Frühlingsbierfest auf dem Programm, bei dem die Vollgas-Kompagnie auftritt, eine Showband aus der Steiermark. Wer mit Dirndl oder Lederhosen kommt, erhält freien Eintritt. Das eigentliche Feldschiessen­wochenende beginnt am Donnerstag, 23. Mai, mit einem grossen Lotto, am Freitag, 24., und Samstag, 25. Mai, gibt es im Festzelt Unterhaltung mit dem stimmungsvollen Schlager- und Partyhits-Duo Viva People sowie DJ Pascy in der Bar. Der Feldschiessen-Sonntag, 26. Mai, beginnt mit dem ­Feldgottesdienst um 9.30 Uhr. Dieser findet bei gutem Wetter im Garten des Bildungszentrums Burgbühl statt, bei Regen in der katholischen Pfarrkirche. Um 11.45 Uhr ist der offizielle Festakt mit Bankett im Festzelt vorgesehen, bei dem die Musikgesellschaft St. Antoni auftritt. Für den Nachmittag haben sich die Organisatoren etwas Neues ausgedacht: eine Stubeta mit Trudi Lauper, die für die Zeit zwischen 14 und 17 Uhr verschiedene Chöre und Volksmusik-Gruppen eingeladen hat. Auf diese Weise will das OK den Besuchern nach dem Ende der Schiessaktivität noch etwas bieten. Die Rang­verkündigung findet dieses Jahr eine Stunde früher statt als gewohnt, nämlich bereits um 18 Uhr.

im

Weitere Infos: www.feldschiessen-sense.ch