Düdingen 11.01.2019

Düdingens Pläne für die Gänsebergstrasse

Blick von der Gänsebergstrasse in Richtung Hauptstrasse. Auf dem Areal rechts des Fussgängerstreifens entsteht die Überbauung.
Die Gänsebergstrasse in Düdingen wird künftig nicht mehr durchgehend befahrbar sein. Eine Abschrankung soll verhindern, dass sie als Schleichweg benützt wird. Die Massnahme wird zusammen mit andern im Zuge einer neuen Überbauung realisiert.

Die Gän­se­berg­stras­se im Zentrum von Düdingen ist ein Brennpunkt. Täglich sind dort viele Kinder unterwegs auf dem Weg zum Schulhaus Gänseberg. Zugleich wird sie von Autos befahren, die beim Gänsebergparkplatz parkieren wollen. Und auch die Zulieferung für die Migros an der Hauptstrasse führt über die Gänsebergstrasse. Nicht zuletzt gibt es Schleichverkehr – wenn Autofahrer etwa den Verkehr auf der Hauptstrasse zwischen Bahnhof und Migros umfahren wollen.

«Es gibt keine perfekte Lösung», sagte Gemeinderat Patrick Stampfli (FDP) am Mittwochabend an einer gut besuchten Informationsveranstaltung im Düdinger Podium. Im Zuge der neuen Überbauung auf der Parzelle an der Ecke Gänsebergstrasse/Hauptstrasse gegenüber der Migros (siehe Kasten) habe die Gemeinde beschlossen, Verkehrsberuhigungsmassnahmen auf der Strasse zu realisieren. Die Gemeinde habe Studien erstellen lassen und sei mit Verkehrsingenieuren zusammengesessen. Das Ergebnis sind drei Massnahmen, welche die Gemeinde am Mittwoch vorstellte.

Nicht mehr durchgehend

Die einschneidendste Massnahme: Die Gän­se­berg­stras­se soll künftig nicht mehr durchgehend befahrbar sein. Damit will die Gemeinde den Schleichverkehr unterbinden. Ob es einen Poller geben werde oder eine andere Form von Abschrankung, sei noch nicht sicher, sagte Stampfli. Aber: «Die Abschrankung soll temporär aufgehoben werden können, damit die Gänsebergstras­se etwa während Arbeiten an der Hauptstrasse als Entlastungsachse weiterhin zur Verfügung steht.» Zudem sollen die beiden Fussgängerstreifen zwischen Migros und Gänsebergschulhaus aufgehoben und durch einen einzigen in der Mitte der Strecke ersetzt werden. «Eine Analyse der Beratungsstelle für Unfallverhütung hat ergeben, dass das sicherer ist», führte Stampfli aus.

Die zweite Massnahme zielt ebenfalls auf den Schutz der Schülerinnen und Schüler ab: Der Zugang zum Gänsebergparkplatz soll neu über eine Rampe zwischen dem Parkplatz und dem neu zu überbauenden Grundstück erfolgen. So werde es weniger Verkehr rund ums Schulhaus geben, sagte Stampfli. Momentan fahren die Autofahrer entlang des Schulhauses zum Parkplatz. Auf der neuen Rampe werden zwei Autos parallel fahren können, daneben wird es ein Trottoir für Fussgänger geben.

Die dritte Massnahme betrifft ebenfalls Parkplätze, aber jene zwischen der Firma PC-Profi und der neuen Überbauung an der Hauptstrasse. Dort ist der Platz momentan knapp und die Situation gefährlich, weil hinter den Parkplätzen ein Fussweg durchführt. Die Parkplätze sollen im Zuge der Bauarbeiten näher an die Überbauung gerückt werden. So gibt es mehr Platz.

Die Massnahmen sollen gleichzeitig mit der Überbauung realisiert werden. Der Detailbebauungsplan wird in den nächsten Wochen öffentlich aufgelegt, im Mai entscheidet der Generalrat über das Kreditbegehren. Geht alles gut, werden die Bauarbeiten im Jahr 2020 beginnen. Die Kosten sind noch nicht abschliessend berechnet, wie Stampfli sagte. Die Alfred Müller AG, welche die neue Überbauung verantwortet, beteilige sich daran.

Mehr Parkplätze verlangt

Zwei Bürger fragten am Infoabend, weshalb mit dem Bauprojekt nicht gleich der Gänsebergparkplatz vergrössert und zum Beispiel ein unterirdisches Parkhaus gebaut werde. «Düdingen wächst, und so hätten wir das Parkplatzproblem langfristig gelöst», argumentierte einer von ihnen. Patrick Stampfli sagte, der Gemeinderat habe sich das überlegt, sich jedoch dagegen entschieden. «Ein solches Projekt hätte sehr viel gekostet», sagte er. Zudem sei der bestehende Parkplatz nie ganz voll. Pierre El Soda von der Immobilienfirma Alfred Müller AG fügte an, Investoren seien momentan vorsichtig mit dem Bau neuer Parkplätze. «Wir wissen nicht, wie sich die Mobilität in Zukunft entwickelt.»

Es kam auch die Frage auf, ob die Gänsebergstrasse weiterhin für Velos durchgängig befahrbar sein wird. «Ja, das ist sogar erwünscht», sagte Stampfli. Die Tempolimite für Autos werde nicht gesenkt, da die meisten Lenker bereits langsam führen.

Überbauung

Sechzig neue Wohnungen im Zentrum von Düdingen

Am Informationsanlass zur Verkehrsberuhigung der Gänsebergstrasse stellten die Grundeigentümerin Alfred Müller AG sowie Architekt Pascal Pauchard die neue Überbauung vor, welche an der Ecke Gänsebergstrasse/Hauptstrasse geplant ist. In drei Gebäuden werden 60 Wohnungen entstehen, wie Pauchard sagte. «Es sind Zweieinhalb-, Dreieinhalb- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen vorgesehen.» Dazu komme eine Einstellhalle mit 56 gedeckten Parkplätzen. Im Erdgeschoss gebe es Platz für Ladenlokale oder Büros. Kernstück sei ein begrünter Innenhof, der zu einer Begegnungszone werden solle.

nas