Düdingen 29.05.2019

Düdinger Industriebetriebe jubilieren

Auf dem Silo der Saatzuchtgenossenschaft Düdingen stossen die Düdinger Unternehmer auf ihr 50-Jahr-Jubiläum an.
Vor 50 Jahren haben sich 15 Industrieunternehmen der Gemeinde Düdingen zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen, um den Gedankenaustausch zu pflegen. Gestern wurde gefeiert.

Rund 30 Düdinger Unternehmer und Gäste konnte Stefan Schoen, Präsident der Industriegemeinschaft Düdingen, auf dem Silo der Saatzuchtgenossenschaft zur Jubiläumsfeier begrüssen. Oswald Perler, Geschäftsleiter der Saatzuchtgenossenschaft, nutzte dabei die Gelegenheit, diese vorzustellen.

Sika als Auslöser

Die Feier ging dann im Restaurant Birchhölzli weiter. Dabei erinnerte der langjährige Präsident Manfred Steiner von der Olaer AG an die Anfänge der Gemeinschaft. Wie er ausführte, war die Ankunft der Sika AG in Düdingen der Auslöser für die Gründung der Gemeinschaft. «Die bestehenden Industriebetriebe hatten Angst, dass die Sika ihnen Mitarbeiter abwerben würde», erinnerte er sich. Nach seinen Worten hatte vor allem die Düdal gewisse Bedenken. So habe der damalige Direktor der Düdal, Arthur Burger, den Wunsch geäussert, lieber mit der Sika zusammenzuarbeiten. Deshalb initiierte er die Gründung der Industriegemeinschaft Düdingen zusammen mit Sika-Betriebsleiter Charly Dennler. Erster Präsident war Oswald Schuwey.

Gedankenaustausch

So treffen sich die heute 16  Mitglieder der Gemeinschaft dreimal im Jahr zu einem Gedankenaustausch. «Wir sprechen vor allem im Dezember über die Sozialleistungen, über Lohnerhöhungen, über Personalfragen oder Investitionen. So wissen etwa die Mitglieder, wie viel Lohnerhöhungen die eine oder andere Firma gewährt. Aber es hat nie Absprachen gegeben», betonte er. «Im Mittelpunkt stand der Informationsaustausch», ergänzte er.

Manfred Steiner gab auch zu bedenken, dass es in den 80er-Jahren schwierig war, genügend Personal zu finden. «Das ist auch heute noch der Fall. Es ist vor allem schwierig, Fachpersonal zu finden», sagte er. Dies hat ihn in den 80er-Jahren auch dazu bewogen, einen farbigen Prospekt herauszugeben, in welchem sich die Düdinger Industriebetriebe vorstellen konnten. «Der Prospekt war ein voller Erfolg. Wir haben viel Lob geerntet», blickte Manfred Steiner mit Genugtuung zurück. Zu weiteren gemeinsamen Projekten kam es aber nicht. «Es war einmal die Rede von einer Gasheizung. Aber dieses Projekt kam nicht zustande», erklärte er gegenüber den FN.

759 Arbeitsplätze

Stolz ist Manfred Steiner, dass die Düdinger Industriebetriebe heute 759 Arbeitsplätze und 65 Lehrstellen zur Verfügung stellen können. «Wir möchten dieses Angebot noch vergrössern oder zumindest behalten», führte er weiter aus. Dabei gab er auch zu verstehen, dass die Gemeinschaft nie politisch aktiv war. Doch plädierte er für ein Ja zur kantonalen Steuervorlage, die am 30. Juni zur Abstimmung gelangt. «Die Steuerreduktion von sieben Prozent ist für die KMU eine grosse Erleichterung. Das ermöglicht uns zu investieren», betonte er.

Wichtige Rolle

Ständerat Beat Vonlanthen unterstrich die wichtige Rolle, welche die Gemeinschaft auf kantonaler und lokaler Ebene als Ansprechpartner habe. Als Bundesparlamentarier nehme er die Anliegen und Sorgen der Düdinger Unternehmen auf, um sie in der Bundespolitik zu berücksichtigen. Auch für ihn ist es extrem wichtig, dass das Freiburger Stimmvolk am 30.  Juni ein Ja in die Urne legt, «um den Wirtschaftsstandort Freiburg zu stärken». Beat Vonlanthen ergänzte seine Ausführungen mit seinen Interventionen in Bern, wenn es etwa um die Weiterbildung oder um die Digitalisierung geht.

Staatsrat Olivier Curty, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Freiburg, stellte in seiner Ansprache die Frage: «Was brauchen die Unternehmen heute?» Er wusste natürlich, dass sie heute gute Rahmenbedingungen benötigen. So konnte er sogleich auf die interessanten Mittel hinweisen, welche die Wirtschaftsförderung neu bietet. Auch er plädierte für ein Ja zur kantonalen Steuerreform und wies auf die aktive Bodenpolitik des Kantons hin. Er freute sich, dass im Sensebezirk gleich drei Arbeitszonen ausgeschieden werden: Düdingen, Schmitten und Flamatt. Er hoffte, dass die Arbeitszone Birch zügig vorangetrieben werden könne, um Arbeitsplätze zu schaffen.

Industrie-Gemeinschaft Düdingen

Ein Dank der Gemeinde für die Arbeitsplätze

Gemeindeammann Kuno Philipona hob in seiner Ansprache vor allem die Arbeitsplätze hervor, welche die Düdinger Industriebetriebe schaffen. Als Ammann freute er sich auch, dass die Unternehmen nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern auch Steuern bezahlen. Er hob aber insbesondere hervor, dass die Düdinger Unternehmen vor allem auch dank der Forschung innovative Produkte herstellen. So betonte er auch, dass die Düdinger Betriebe viele Lehrstellen an­bieten.

Für Kuno Philipona ist es wichtig, dass die Düdinger Unternehmen Forschung betreiben und innovativ sind. Ein Anliegen des Ammanns war es denn auch, darauf hinzuweisen, dass Düdingen in der Arbeitszone Birch neue Industriebetriebe ansiedeln und neue Arbeitsplätze schaffen wolle, zumal Düdingen in zehn Jahren wohl 10 000 Einwohner haben könnte.

az