Tafers 09.10.2019

«Ein Bad wäre ein Mehrwert für Tafers»

Die Vision des Gemeinderats sieht auf dem Sportareal Säget ein Schwimmbad und eine neue Dreifachturnhalle vor.
Es tut sich etwas ins Tafers: Der Gemeinderat hat am Montag mehrere konkrete Projekte wie etwa ein Mehrzweckgebäude vorgestellt. Er präsentierte auch die Vision einer erweiterten Sportanlage inklusive Schwimmbad. Zu reden gaben die Pläne für den Asta-Platz.

«Informationen über Projekte und Visionen/Absichten» – so hatte der Gemeinderat von Tafers den Anlass angekündigt, zu dem er am Montagabend die Bürgerinnen und Bürger eingeladen hat. «Wir wollten zeigen, woran der Gemeinderat in den letzten Jahren ausser der Fusion auch noch gearbeitet hat», sagte Syndic Gaston Waeber zu den rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Einige der Projekte seien reif für die Umsetzung (siehe Texte unten), bei anderen sei es erst einmal darum gegangen, Visionen zu entwickeln und Möglichkeiten zu diskutieren.

Zu Letzterem gehört die Vorstellung des Gemeinderats, wie es künftig auf dem Gelände beim Sportareal Säget aussehen könnte. Dieses hat der Gemeinderat als Gesamtes angeschaut. Auslöser waren Ausbaupläne des Coop-Supermarkts sowie die Schwimmbad-Diskussion. Denn Tafers ist einer von zwei Standorten, für die derzeit eine vertiefte Standortanalyse gemacht wird.

Schwimmbad und neue Halle

«Wir haben teilweise auf einem Areal geplant, das der Gemeinde bis heute gar nicht gehört», sagte der Syndic. Die Gemeinde sei aber in Verhandlung mit dem Besitzer, dem das grosse Stück um den Fussballplatz und neben dem sogenannten Sekulic-Platz gehört. Quasi zwischen den beiden Plätzen sieht der Gemeinderat die Möglichkeit, ein regionales Schwimmbad, eine Buvette und eine Dreifach-Turnhalle sowie ein oberirdisches Parking zu realisieren. In der Verlängerung des heutigen Fussballplatzes soll ein neuer Trainingsplatz entstehen; der Sekulic-Platz soll als Allzweckplatz bestehen bleiben.

«Der Sensebezirk hat einen Hauptort, und das ist Tafers», sagte Waeber zu den Gründen, warum seiner Meinung nach seine Gemeinde ein besserer Standort für ein Schwimmbad sei als Plaffeien. Tafers liege zentral, sei von allen Sensler Gemeinden in 20 Minuten erreichbar und verkehrstechnisch gut erschlossen. «Ein Schwimmbad wäre ein Mehrwert für Tafers.»

Tafers noch attraktiver machen

Eine Kombination mit einer Dreifachturnhalle, von denen es im Bezirk zu wenig gebe, biete sich an, um Synergien mit Buvette, Umkleideräumen und Duschen zu nutzen. «Plaffeien legt den Fokus eher auf den Tourismus, wir wollen den Sport in den Vordergrund stellen.» Es sei ein grosses Plus, so viel Platz mitten im Dorf zu haben. Das gebe der Gemeinde die Chance, in Zukunft attraktiver für Neuzuzüger und die heutige Bevölkerung zu sein.

Ob das nicht noch mehr Verkehr generiere, fragte ein Bürger. «Wenn der Standort ausserhalb des Zentrums läge, dann würde doch jeder Taferser das Auto dorthin nehmen, so aber nicht.» Das Schwimmbad sei nicht Verursacher von Mehrverkehr, «die heutigen Staus sind vielfach oft selbst verursacht.»

Entscheid steht noch aus

«Es ist nur eine Vision», stellte er klar. «Sie zu realisieren oder zu finanzieren ist etwas ganz anderes.» Bis jetzt sei unklar, ob es überhaupt ein Sensler Schwimmbad geben werde. «Der Bezirk entscheidet über die Finanzierung und über den Standort.» Er könne heute auch nicht sagen, wie viel so ein Bad kosten würde. Nur, dass es sechs Millionen Subventionen für ein 25-Meter-Becken gäbe.

Würde das Bad nicht kommen, könnte auch die Dreifachhalle nicht am vorgesehenen Standort gebaut werden, sagte der Syndic am Montagabend auf eine Frage aus der Runde – und zwar, weil in dieser Zone nur ein Projekt mit regionaler oder kantonaler Ausstrahlung möglich sei. «Dann müssen wir neu planen.»

Asta-Platz

Eine Herzensangelegenheit für Tafers

Seit Jahren laufen die Diskussionen darüber, wie der sogenannte Asta-Platz hinter der Kirche genutzt werden soll. Privatpersonen hatten angeregt, dort Alterswohnungen zu bauen, da sich der Standort nahe dem Heim St. Martin gut dafür eignen würden. An einem Workshop wurden weitere Ideen zusammengetragen. Der Gemeinderat sieht auf diesem Platz eine Kombination aus Wohnen im Alter, Angeboten der ausserschulischen Betreuung, einem Vereinshaus und einem unterirdischen Parking vor. «Es ist eine komplexe Angelegenheit», sagte Gemeinderat Kuno Bertschy. Dies unter anderem, weil der Platz heute in der Zone von allgemeinem Interesse liegt, in der nicht ausschliesslich Alterswohnungen gebaut werden können. Der Gemeinderat hat deshalb die Umzonung des Geländes in die Zentrumszone öffentlich aufgelegt und beim Kanton eingereicht. Ob diese überhaupt geprüft werde, sei angesichts des laufenden Verfahrens, bei dem eine Vielzahl von Ortsplanungen von Freiburger Gemeinden zum Bundesgerichtsfall geworden sind, noch unklar.

Trotzdem will der Gemeinderat vorsorglich weiterplanen. Er sieht einen Investorenwettbewerb vor, um auf diesem Platz ein Projekt zu entwickeln. Die rege Diskussion zeigte, dass der Asta-Platz für die Bürgerinnen und Bürger eine Herzensangelegenheit ist. Sie baten den Gemeinderat, den Platz nicht «irgendwelchen» Investoren zu überlassen, sondern das Heft in der Hand zu behalten und die Wohnungen mit einer Genossenschaft oder Stiftung zu realisieren. «Der Platz hat ein sehr grosses Potenzial, da ist eine Gesamtsicht unter Einbezug von Fachleuten notwendig», sagte ein Bürger. Ein anderer forderte einen Architektenwettbewerb. Wieder andere forderten eine Durchmischung: also Wohnungen für betuchte und weniger betuchte Mieter oder Eigentümer.

«Die Gemeinde wird das Heft nicht aus der Hand geben», versicherte Kuno Bertschy. Das Land bleibe im Besitz von Tafers und werde nur im Baurecht abgegeben. Dieses könne an klare Rahmenbedingungen geknüpft werden, etwa was die Miet-Obergrenze betrifft. Auch sei die künftige Trägerschaft noch offen. Ein Investorenwettbewerb sei vergleichbar mit einem Architekturwettbewerb «mit dem Unterschied, dass die Investoren auch gleich das Geld mitbringen». Das ganze Projekt könne die Gemeinde allein nicht stemmen. «Wohnungsbau ist nicht die Aufgabe einer Gemeinde», sagte auch Syndic Gaston Waeber.

im