Granges-Paccot 26.04.2018

Ein «Ja, aber» zur Tourismusstrategie

Der Vorschlag, Plaffeien als potenziellen Schwimmbad-Standort in die Tourismusstrategie aufzunehmen, passte nicht allen Gemeinden.
Die Delegierten der Region Sense haben die Tourismusstrategie 2030 mit zehn strategisch wichtigen Projekten genehmigt. Im Grundsatz war sie unbestritten, ein Passus gab aber Anlass für einen Änderungsantrag.

Mit der Tourismusstrategie 2030 hat die Region Sense ein Grundsatzpapier verabschiedet, das dem Wirtschaftsfaktor Tourismus im Sensebezirk in den nächsten Jahren weiteren Auftrieb verschaffen soll. Die Strategie listet zehn Projekte auf, die Investitionen von rund zehn Millionen Franken auslösen und die wirtschaftliche Wertschöpfung verdoppeln sollen. Es sind dies Projekte bei den Bergbahnen Kaiseregg, ein Dorfzen­trum, ein Multifunktionszen­trum und eine Schaukäserei am Schwarzsee, eine Eissporthalle in Düdingen, ein Hallenbad, der Jakobsweg Sense, die Aufwertung des Schiffenensees, ein Veloweg quer durch den Bezirk und ein Investitionsfonds für die Anschub­finanzierung dieser Projekte.

Ein umstrittener Passus

Ein Ja zur Strategie heisse nicht, dass alle Projekte durch alle Gemeinden finanziert würden, sagte Manfred Raemy, Oberamtmann und Präsident der Region Sense, an der gestrigen Versammlung in den Räumen der Kantonspolizei in Granges-Paccot. Die Delegierten haben die Tourismusstrategie abgesegnet. Ganz ohne Diskussion ging dies nicht über die Bühne. Der «wunde Punkt» betraf das geplante Schwimmbad und dort den Passus in der Standortanalyse, dass «Plaf­feien als potenzieller Standort am besten geeignet ist». Michel Aebischer beantragte im Namen des Gemeinderats Bösingen, die Standortpriorisierung zu streichen, damit diese Frage erst bei der weiteren Planung des Projekts vertieft geprüft werden kann. Die Gemeinden Tafers, Schmitten und Düdingen schlossen sich diesem Antrag an. Walter Stähli von der Gemeinde Wünnewil-Flamatt sprach sich dafür aus, den Standort Plaffeien stehen zu lassen. «Doch muss heute klar sein, dass eine Zustimmung zur Strategie keine Finanzierungszusage ist.»

Mit 29 Ja- zu 26 Nein-Stimmen der Delegierten sowie 10  Ja zu 7 Nein der Gemeinde-Stimmen fiel die Zustimmung knapp, aber klar aus.

Reglement wird nachgereicht

Die Delegierten haben die Rechnung 2017 genehmigt, die bei einem Aufwand von 519 000 Franken und einem Ertrag von 562 000 Franken mit einem Plus von 43 000 Franken schliesst. Sie war unbestritten, nicht jedoch der Vorschlag des Vorstands, den Überschuss für die Gründung eines Investitionsfonds zu verwenden. Mit diesem Fonds sollen künftige Projekte, etwa die Erarbeitung einer gemeinsamen Arbeitszone oder die Umsetzung der Tourismusstrategie, angepackt werden. Die Vertreter von Düdingen, Wünnewil-Flamatt und St. Antoni sprachen sich gegen die jetzige Schaffung des Fonds aus. Sie störten sich vor allem daran, dass dieser geäufnet wird, bevor ein Reglement Verwendungszweck und Entscheidungskompetenzen definiert. Manfred Raemy versprach, dass der Fonds unangetastet bleibt, bis der Verband das Reglement abgesegnet hat. Mit 32:23 der Delegiertenstimmen erhielt die Schaffung des Fonds eine Mehrheit.

Region Sense

Gemeindeverband definiert drei Hauptziele

«Die Region Sense hat ein spezielles Jahr hinter sich», sagte Oberamtmann Manfred Raemy an der gestrigen Versammlung. Er bezog sich dabei auf seine eigene Wahl zum Präsidenten des Verbands, den Neuanfang von Geschäftsführer Simon Ruch und die Frühpensionierung der langjährigen Mitarbeiterin Marie Würms. Zum anderen habe der Vorstand letztes Jahr in vielen intensiven Sitzungen eine Auslegeordnung gemacht, die nächsten Ziele des Verbands bestimmt und dabei drei Schwerpunkte festgesetzt: eine aktive Bodenpolitik, also eine gemeinsame Arbeitszone für lokale KMU, Verkehrsthemen wie etwa ein Konzept für den unteren Sensebezirk, ein Wanderweg von Bösingen nach Schwarzsee und eine Veloroute sowie die Tourismusstrategie, die nun schrittweise umgesetzt werden soll.

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