Tafers 28.11.2019

Gemischte Reaktionen

Grundsätzlich positiv, einige Fragezeichen und die Sprachenfrage: Die Reaktionen auf die Vision 2030 des HFR fallen im Sensebezirks unterschiedlich aus.

Er begrüsse es, dass die Vision 2030 präsentiert worden sei, ohne dass schon alle Details entschieden seien, sagt der Sensler Oberamtmann Manfred Raemy. «Wir hoffen, dass das HFR nun offen auf alle Ansprechpersonen zugeht, uns zuhört und dass für beide Seiten befriedigende Lösungen gefunden werden.» Dazu gehöre die Forderung der Sensler nach einem deutschsprachigen 24- Stunden-Notfall.

Wo bleibt Deutschfreiburg?

«Es ist von einem starken Zentrum für alle Bewohner die Rede, doch es steht kein Wort über Deutschfreiburg», sagt Grossrätin Ursula Krattinger-Jutzet (SP, Düdingen). «Wenn alle Ambulanzen nach Freiburg fahren, dann braucht es eine echte deutschsprachige Abteilung im HFR, oder man verweist die Deutschfreiburger gleich nach Bern.» Sie befürchtet, dass das Spitalpersonal aus dem Staatspersonalvertrag gelöst werde. «Das wäre eine Katastrophe, auch für die Pflegeheime, da es dann unterschiedliche Besoldungen von Pflegefachpersonal in Heimen und Spital gibt», sagt Ursula Krattinger als Verwaltungsratspräsidentin der Stiftung St. Wolfgang.

«Es geht in eine gute Richtung», so Grossrat Bruno Boschung (CVP, Wünnewil-Flamatt). Ein starkes Zentrum mit einer guten Positionierung als Akutspital und kompetentem Personal sei wichtig, um auf dem harten Gesundheitsmarkt bestehen zu können und die Abwanderung zu stoppen. «Der Druck wird immer grösser, die Fallzahlen zu erreichen.» Für Tafers werde es entscheidende Änderungen geben, da gewisse Angebote wegfielen. Die Umsetzung der Strategie sei eine grosse Herausforderung und verlange vom Personal viel Flexibilität.

Er finde die strategischen Ziele gut, sagt Grossrat Markus Zosso (SVP, Schmitten). Zweifel habe er, wo Deutschfreiburg in der angekündigten regionalen Präsenz sein werde. Es sei gut, dass das HFR mehr mit anderen Spitälern zusammenarbeiten wolle. «Das sollte über die Kantonsgrenzen hinaus geschehen. Es braucht in Freiburg nicht um jeden Preis alle Disziplinen.» Wichtig sei, weitere Schritte offen und transparent zu kommunizieren. «Ein grosses Fragezeichen setze ich bei der Finanzierung des geplanten Neubaus in Freiburg», so Markus Zosso. «Ich frage mich, wie viel Geld der Kanton dafür freimachen will.»