Tafers 09.11.2019

Lebensgeschichten von coolen Frauen

Drei Frauen organisieren eine dreiteilige Veranstaltungsreihe, in der Sensler Frauen aus ihrem Leben erzählen. Ihr nicht immer gradliniger Weg soll anderen Frauen Mut machen, vielleicht ebenfalls ihren Lebenstraum zu verwirklichen.

Da steckt viel Frauenpower im Projekt «I gange mi Wäg» und das Konzept ist ebenso einfach wie spannend: Fünf Frauen pro Abend erzählen aus ihrem Leben und sind auf diese Weise einem wohl vorwiegend weiblichen Publikum eine Inspiration für dessen eigenen Lebensweg. Die Idee zu diesem Anlass kommt von einem Trio, die sich «D Macherinne» nennt. Dahinter stehen Jacqueline Haymoz, Olive Haymoz und Susanne Aeschlimann, alle drei aus ­Düdingen.

«Die Idee ist recht spontan entstanden», erzählt Jacqueline Haymoz. Den Anstoss gaben der Frauenstreik und die Diskussionen um die Gleichberechtigung der Frau. «Wir haben uns gesagt, dass es so viele Frauen im Sensebezirk gibt, die coole Sachen machen, aber nicht darüber sprechen.» Es sei schon ein wenig typisch für die Sensler Frauen, dass sie sich nicht in den Vordergrund drängten, sondern ihre Aktivitäten und Verdienste eher runterspielten.

Bescheidene Frauen

Das empfanden die drei als bedauerlich. «Denn wäre deren Weg in der Öffentlichkeit besser bekannt, würden vielleicht noch mehr Frauen etwas Neues wagen», sagt Jacqueline Haymoz. «Es geht dabei nicht in erster Linie um die grossen Karrieren auf den Teppichetagen von Unternehmen und um andere lohnrelevante Aktivitäten», führt Jacqueline Haymoz aus. «Viele Frauen sind im Hintergrund tätig, im stillen Kämmerchen. Sie leisten viel, oft ohne dafür bezahlt zu werden, und ohne dass die Öffentlichkeit es mitbekommt.»

Es gehe zwar auch um die Erfüllung von Lebensträumen, sagt sie. Aber nicht in erster Linie darum, reine Erfolgsgeschichten zu erzählen, sondern auch von den Schwierigkeiten, die diese Frauen bewältigen mussten und von den Momenten des Zweifels. «Oder auch, dass manche Wege ursprünglich vielleicht gar nicht so geplant waren.»

Querbeet durch den Bezirk

Die drei Frauen wollen die Geschichten dieser Frauen einem breiteren Publikum zugänglich machen. Sie haben 15 Frauen eingeladen, aus ihrem Leben zu erzählen. 15 Frauen aus verschiedenen Gegenden, mit verschiedenen Biografien und in ganz unterschiedlichem Alter. «Querbeet durch den weiblichen Bezirk», fasst Jacqueline Haymoz zusammen.

Sie erzählen zehn Minuten aus ihrem Leben; die Gespräche werden von Tatjana Pürro moderiert. Zu Gast sind die Anlässe jeweils bei drei Wirtinnen, die selbst auch an den Runden teilnehmen: Bei Jacqueline Fasel (Taverna Tafers), Trudi Lauper (Sternen Tentlingen) und Rosmarie Furer (Schloss Ueberstorf). Zu ihnen gesellen sich die unterschiedlichsten Frauen, die einen spannenden Abend versprechen. So sind am ersten Abend, der am kommenden Dienstag stattfindet, etwa die Malerin Daniela Ziller, die Schauspielerin Eveline Dietrich, die Historikerin Rita Binz-Wohlhauser und Kathrin Zbinden dabei. Letztere engagiert sich in Düdingen bei den Vernetzern und bei der Organisation ATD Vierte Welt.

Eine lange Liste

Die drei «Macherinnen» hatten keine Mühe, genügend Kandidatinnen für diese drei Runden zu finden. «Im Gegenteil», sagt Jacqueline Haymoz. «Die Liste war noch viel länger. Der Sensebezirk hat in dieser Hinsicht viel Potenzial.» Erfreulicherweise hätten fast alle auf die Anfrage positiv reagiert. Das Trio ist selbst gespannt, wie das Konzept beim Publikum ankommt. «Wir haben keine Ahnung. Wir probieren es jetzt einfach mal aus», antwortet sie auf die Frage zu den Erwartungen.

Stossen die Anlässe auf gutes Echo, könnten sich die drei vorstellen, weitere Anlässe auf die Beine zu stellen, um Frauen besser zu vernetzen. Das Konzept der Gesprächsrunden sieht deshalb auch vor, dass nach dem offiziellen Teil die Möglichkeit für ein Gespräch unter vier Augen mit den teilnehmenden Frauen besteht. «Wir wollen eine Plattform für einen Austausch unter Frauen schaffen.»

Anders vernetzt als Männer

«Wir sind nicht gegen Männer», betont sie. Doch vernetzen sich die Männer im Gegensatz zu Frauen in der heutigen Gesellschaft halt immer noch mehr, sei es im Militär, im ­Beruf, im Verein oder beim Feierabendbier. Die drei Frauen sind überzeugt, dass den Frauen allgemein und den Sensler Frauen im Speziellen eine stärkere Vernetzung guttäte. Mit ihrer dreiteiligen Veranstaltungsreihe wollen sie dazu beitragen, diese zu verbessern.

Dreimal «I gange mi Wäg»

Am kommenden Dienstag, 12. November, findet der erste Anlass der Reihe «I gange mi Wäg – Frauen erzählen aus ihrem Leben» statt. Die Gesprächsrunde, an der reihum fünf Senslerinnen von Moderatorin Tatjana Pürro befragt werden, findet zum Auftakt im Hotel-Restaurant Taverna in Tafers statt. Am Dienstag, 21. Januar 2020, findet der Anlass in Tentlingen bei Wirtin Trudi Lauper statt. Neben ihr stehen Gabriela Waeber-Blanchard, Ilirjana Berniki, Janine Hübscher und Milena Schaller auf der Gästeliste. Am letzten Anlass vom Donnerstag, 19. März 2020, sind Claudine Birbaum, Fränzi Moser, Kristin Ash, Rita Jungo-Küttel sowie Schloss-Herrin Rosmarie Furer im Schloss Ueberstorf zu Gast. Alle Anlässe sind öffentlich, der Eintritt beträgt 15 Franken.

 

Taverna, Tafers, Di., 12. November, 19.30 Uhr; weitere Informationen: www.dmacher-inne.ch