Heitenried 10.10.2019

Sensler Gemeinden überarbeiten den regionalen Richtplan

Im regionalen Richtplan werden auch die Arbeitszonen – früher Industriezonen genannt – erfasst.
Der Sensebezirk hat 2014 als erster Bezirk des Kantons überhaupt einen regionalen Richtplan verabschiedet. Nun müssen die Sensler Gemeinden diesen den neuen kantonalen Vorgaben anpassen.

«Es ist immer besser, voraus zu sein, als hinterherzuhinken», sagte Oberamtmann Manfred Raemy nach der gestrigen Delegiertenversammlung des Gemeindeverbands Region Sense. Raemy bezog sich auf den regionalen Richtplan, den der Sensebezirk als erster Freiburger Bezirk 2014 verabschiedet hatte. Ein solcher Plan war damals noch freiwillig. Nun, fünf Jahre später, ist der neue kantonale Richtplan verabschiedet, und dieser verlangt von den Bezirken einen regionalen Richtplan. «Durch unsere Vorarbeit konnten wir vieles in den kantonalen Richtplan einbringen», sagte Raemy. Er nennt das Beispiel der regionalen Zentren: Der Kanton wollte ursprünglich nur ein regionales Zentrum pro Bezirk – doch der Sensebezirk hat nun sechs solche Zentren.

Kantonale Vorgaben

Ist nun alles getan? Nicht ganz. Denn mit dem kantonalen Richtplan kommen auch neue kantonale Vorgaben. Der regionale Richtplan des Sensebezirks muss deshalb angepasst werden. «Es ist ein guter Moment, um den Richtplan zu aktualisieren», sagte Arthur Stierli von der Planungsfirma Ecoptima, die den Richtplan zusammen mit der Region Sense überarbeitet, gestern vor den Delegierten.

«Der regionale Richtplan ist dazu da, sich untereinander zu koordinieren in den Bereichen Siedlung, Verkehr und Umwelt, und er bildet die Grundlage für die Ortspläne der Gemeinden», rief er in Erinnerung. «Der kantonale Richtplan gibt die Strategie vor, und der regionale Richtplan übersetzt die kantonalen Vorgaben für den Sensebezirk.»

Ein Beispiel sind die Arbeitszonen, in denen Industrie und Gewerbe angesiedelt sind. Der Kanton gibt im Richtplan vor, wie viel Land diese umfassen dürfen – die Details werden im regionalen Richtplan geregelt. Im Sensebezirk läuft derzeit ein Pilotprojekt zur Machbarkeit von gemeinsam bewirtschafteten Arbeitszonen (die FN berichteten).

Darüber hinaus kommen einige neue Themen in den Plan: Neu müssen etwa Seeufer im Richtplan erfasst werden, und in Sachen Verkehr sind Ideen für die kombinierte Mobilität oder ein Radwegnetz gefragt. Auch die Innenentwicklung von Siedlungen, die sogenannte Verdichtung, dürfte in Zukunft ein Thema sein.

Ab 2022 bereit

Vorerst gilt es aber abzuklären, was die Sensler Gemeinden alles an Vorarbeit leisten müssen, sagte Stierli. Hier sei tatsächlich vieles schon passiert, was der Kanton verlange. «Wir wollen nicht von Grund auf einen neuen Plan erarbeiten, sondern auf dem bestehenden aufbauen.» Die Hauptarbeiten für den Plan sollen 2020 laufen. Am 1. Mai 2022 soll der neue regionale Richtplan dann bereit sein.

Die Delegierten der Region Sense sprachen sich einstimmig für einen Rahmenkredit von 150 000 Franken für die Revisionsarbeiten aus.

Voranschlag

Neue Website soll über Sensebezirk informieren

Die Delegierten des Gemeindeverbands Region Sense haben den Voranschlag 2020 des Gemeindeverbands gestern einstimmig genehmigt. Darin enthalten ist ein Budgetposten von 20 000 Franken für die Kommunikation. Der Internetauftritt der Region Sense müsse auf den neusten Stand gebracht werden, heisst es in den Erläuterungen zum Voranschlag. Dabei soll eine Website entstehen, die ganz generell über den Sensebezirk informiere. Sie solle den Informationsfluss zwischen Behörden, Verwaltungen und Bürgern vereinfachen und die Vorzüge des Bezirks präsentieren.

Ohne Diskussion und einstimmig genehmigten die Delegierten auch den Voranschlag 2020 der Integralen Berglandsanierung sowie das neue Organisationsreglement der Region Sense.

nas