St. Antoni 15.04.2019

St. Antoni schliesst die Rechnung 2018 im Plus

St. Antoni geht mit einer guten Finanzlage in die Fusionsabstimmung vom 19. Mai. Höhere Steuereinnahmen erlaubten es der Gemeinde, im vergangenen Jahr Schulden abzubauen und die Rechnung 2018 mit einem dicken Plus abzuschliessen.

Finanzvorsteher Christian Sommer zeigte sich an der Gemeindeversammlung vom Freitagabend im Restaurant Senslerhof zufrieden. Die Rechnung 2018, die er den 54  anwesenden Bürgerinnen und Bürgern präsentierte, schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 380 000 Franken. «Beim Ertrag kratzen wir an der Zehn-Millionen-Grenze, und wir haben wieder ein gesundes Eigenkapital», sagte er. Dieses beträgt knapp 1,9 Millionen Franken.

St. Antoni präsentiert sich somit als finanziell gut aufgestellter Fusionspartner. Am 19. Mai nämlich findet die Abstimmung über einen möglichen Zusammenschluss mit Alterswil und Tafers statt (siehe Kasten). Zum guten Rechnungsergebnis kommt dazu, dass die Gemeinde im vergangenen Jahr Schulden von rund einer Million Franken abgebaut hat. Für die Investitionen von rund 670 000 Franken musste sie keine Darlehen aufnehmen.

Dies, obwohl 2018 einige unvorhergesehene Ausgaben brachte: Im Januar blies Sturm Burglind das Schulhausdach weg, das die Gemeinde in der Folge ersetzen musste. Der Bundesgerichtsentscheid zu Schulmaterial und Schulreisen, die künftig für alle Kinder gratis sein müssen, führte zudem zu nicht budgetierten Ausgaben. Und schliesslich setzte der trockene Sommer dem Sportplatz beim Schulhaus zu: Schädlinge machten sich dort breit, so dass die Gemeinde den Platz komplett sanieren musste.

Mehr Steuereinnahmen

Gemeinderat Christian Sommer führte die gute Finanzlage vor allem auf die Steuereinnahmen zurück, die höher ausfielen als budgetiert. Die Zahlen zeigten, dass die im Dezember beschlossene Steuersenkung tragbar sei, sagte Sommer. Er legte eine Grafik mit der Entwicklung der Steuereinnahmen der letzten Jahre vor: Der Pfeil zeigte steil nach oben. «Mit der Steuersenkung wird der Pfeil wohl ein wenig flacher», sagte Sommer. «Aber das Wachstum wird weitergehen.»

Die Versammlung genehmigte die Rechnung 2018 einstimmig. Sie sagte auch einmütig Ja zu den weiteren Geschäften: der Wahl einer neuen externen Revisionsstelle, der Sanierung der Bächlisbrunnenstrasse, einem zusätzlichen Entlastungskanal an der Gewerbestrasse sowie zum neuen Feuerwehrreglement. Letzteres ist nötig geworden, weil sich St. Antoni zusammen mit sieben anderen Gemeinden aus dem Sense-Unterland und -Mittelland zur Feuerwehr Sense-Nord zusammenschliesst.

Fusion

Das Mehrzweckgebäude in Alterswil gibt zu reden

Die Bürgerinnen und Bürger von St. Antoni, Alterswil und Tafers stimmen am 19. Mai über eine Fusion ab. Bisher sind dazu kaum kritische Stimmen laut geworden. Leise Kritik äusserte ein Bürger aber an der Gemeindeversammlung in St. Antoni. Er fragte sich, ob das von den Alterswilern angenommene Projekt für ein Mehrzweckgebäude nicht überdimensioniert sei. Und er ging auf die Vorwürfe ein, die der Architektenverband SIA gegen die Gemeinde erhebt: Die Vergabe für das Projekt sei nicht ordnungsgemäss verlaufen (die FN berichteten). Er wisse nicht, ob die Vorwürfe zutreffen, und er wolle keine Stimmung gegen die Fusion machen, sagte der Bürger. Aber er frage sich, wie vertrauenswürdig die Verantwortlichen in der Gemeinde Alterswil als Fusionspartner seien. Ein anderer Bürger stimmte dem vehement zu und plädierte dafür, die Eigenständigkeit St. Antonis auch weiterhin zu erhalten.

Der Santoner Gemeindepräsident Ernst Leiser ging nicht näher auf die Aussage ein; er rief die Anwesenden aber auf, an der Abstimmung teilzunehmen. Zu den FN sagte er später, die Kosten für das Projekt seien in der Fusion miteinberechnet. Er hoffe, dass sich das Votum des Bürgers nicht auf die Abstimmung auswirke.

nas