Giffers 04.06.2019

«Wir sind oldschool»

Emerald bleibt sich auch bei der achten Platte treu.
«Restless Souls» heisst die neue Platte der Sensler Band Emerald. Die Gruppe bleibt sich treu: klassischer Heavy Metal mit harmonischem Gesang in einer Qualität, die internationalen Massstäben gerecht wird.

Das Cover der Platte ziert ein Werk des britischen Illustrators Alan Lathwell: zerrupfte Zombies, die unter schweren Wolken zwischen Hinkelsteinen umherschlurfen. «Die düstere Symbolik mit Totenköpfen und Monstern finden wir cool», erklärt Keyboarder Thomas Vaucher. Heavy Metal ist für ihn eine Lebensart, ein Abtauchen in eine andere Welt. Seit 1998 spielt er bei Emerald die Keyboards und ist damit neben seinem Bruder, dem Gründungsmitglied Michael, das Urgestein der Band. Seit der letzten CD hat sich das Line-up nicht verändert – und auch nicht die Musik.

Der gemeinsame Nenner der sechs Bandmitglieder liegt bei Iron Maiden, von wo aus jeder beim Schreiben der Songs seine Präferenzen einbringt. «Die Gitarristen sind eher auf der härteren Schiene, bei mir wird es meist melodischer», erklärt Vaucher. Mit Death Metal kann er persönlich nicht viel anfangen. Auch Backingtracks und elektronische Spielereien sind kein Thema: «Wir sind oldschool und spielen alles live.» Im Studio lassen sich Emerald ihren professionellen Sound etwas kosten: Etwa 700 Franken pro Tag bei Produzent V.O. Pulver im Little Creek Studio in Ormalingen. Dank einer Vorproduktion im Bandraum war die Aufnahme innert zweier Wochen im Kasten. «Wir verdienen kein Geld mit unserer Musik», erzählt Vaucher, «wir sind froh, wenn wir die Kosten decken können.»

International relevant

«Restless Souls» war schon vor dem Release-Datum auf einschlägigen Internet-Seiten zum Download zu finden. «Das lässt sich kaum verhindern», kommentiert Vaucher, «darum regen wir uns nicht mehr darüber auf.» Es schwingt aber durchaus ein wenig Stolz mit, sich eine solche Relevanz erspielt zu haben. In der Metal-Szene gebe es zum Glück viele Sammler, die das komplette Artwork in den Händen halten wollten. Deshalb erscheint auch wieder eine Vinyl-Auflage, limitiert auf 250 Einheiten. National hat die Band eine feste Fanbasis. Am Samstag wird die neue Platte getauft. Und die hat es in sich. Eine tickende Uhr, eine gezupfte Gitarre und ein Chor – dann ertönt ein höhnisches Lachen, und die Post geht ab. Heftige Gitarren-Riffs duellieren sich mit dem Double-Bass-Pedal des Schlagzeugs, die Stimme arbeitet sich hymnisch in den Refrain, und nach knapp vier Minuten wirbelt das erste Gitarrensolo durch den Raum. Doppelstimmige Gitarren, Keyboards und melodischer Gesang: Wo Emerald drauf steht, ist Emerald drin. Vaucher freut sich auch auf die Konzerte in Deutschland: «Da gehts voll ab vor der Bühne.» Dennoch gebe es kaum Zwischenfälle an den Metal-Festivals.

Plattentaufe am Sa., 8.  Juni, ab 21 Uhr im Nouveau Monde, Alter Bahnhof, Freiburg. Weitere Konzerttermine: www.emerald.c­h

«Wir verdienen kein Geld mit unserer Musik. Wir sind froh, wenn wir die Kosten decken können.»

Thomas Vaucher

Keyboarder Emerald

Freiburger Metal

Das sechste Album von Mesmerised ist da

Nebst den Senslern von Emerald feiert am Samstag im Nouveau Monde noch ein anderes Urgestein des Freiburger Metal Plattentaufe: 22 Jahre nach ihrem Erstling bringt die Thrash-Metal-Band Mesmerised ihr sechstes Album mit dem Titel «Them» he­raus. Zur Band gehören Sébastien Challande (Gesang, Gitarre), Jean-Claude Schraner ­(Gitarre), Martin Bielmann (Schlagzeug) und Patrick Vilda (Bass). In ihren Anfängen inspiriert von den Grössen der Achtziger- und Neunziger­jahre wie Metallica und Machine Head, zeigt die Band heute auch ihre Offenheit für neue Tendenzen des Metal.

Den Konzertabend eröffnet die neu formierte Freiburger Metalband Odrÿaz.

cs