Tafers 09.02.2019

Wo ist der beste Standort für das Sensler Schwimmbad?

Das Schwimmbad Wolfacker in Düdingen dient vielen Sensler Schulen für den schulischen Schwimmunterricht.
Der Sensebezirk braucht ein Schwimmbad. Doch wo soll es gebaut werden? Die Sensler Gemeinden haben zehn mögliche Standorte vorgeschlagen. Die Region Sense wird diese nun mithilfe eines externen Büros evaluieren.

«Wir sind immer noch dran», sagt Daniel Bürdel. Der CVP-Grossrat und Gemeinderat widerlegt damit Gerüchte, wonach die Pläne für ein neues Schwimmbad im Sensebezirk gestorben seien. Der politische Prozess brauche halt etwas mehr Zeit. Fast drei Jahre ist es her, seit Daniel Bürdel die Idee lanciert hatte, im Sense-Oberland ein Schwimmbad zu realisieren, nachdem der Kanton angekündigt hatte, für den Bau neuer Bäder Subventionen zu geben, wenn die Projekte bis spätestens Ende 2025 eingereicht seien (siehe Kasten).

Erste Studie priorisiert Plaffeien

Aus dieser Idee entstand eine Arbeitsgruppe, die eine Machbarkeitsstudie und eine Standortortanalyse für ein Schwimm-, Sport- und Badezentrum im Sense-Oberland in Auftrag gegeben hat (die FN berichteten). Die Studie kam zum Schluss, dass Plaffeien als Sitz einer Orientierungsschule und wegen seiner Nähe zur Tourismusregion Schwarzsee der beste Standort sei. Für den Bau eines regionalen Freizeitbads mit Badehalle, Fitnessbereich, Badbistro und anderen Angeboten, die von Schulen, der Bevölkerung und Touristen genutzt werden sollen, gingen die Experten von 28,6 Millionen Franken Baukosten aus. Der Kanton würde für ein Bad von kantonaler Bedeutung rund sechs Millionen Franken Subventionen bezahlen.

Teil der Tourismusstrategie

Vor gut einem Jahr wurde bekannt, dass das Schwimmbadprojekt regional breiter verankert werden sollte, indem es Teil der Tourismusstrategie 2030 wird. Diesem Vorschlag haben die Delegierten der Region Sense denn auch zugestimmt. Allerdings nicht ohne Diskussionen: An der Delegiertenversammlung vom April 2018 haben die Vertreter von Bösingen, Tafers, Schmitten und Düdingen beantragt, die Standortpriorisierung mit Plaffeien zu streichen, damit diese Frage bei der weiteren Planung des Projekts vertieft geprüft werden könne. Dieser Antrag kam nicht durch, die Strategie wurde von einer Mehrheit der Delegierten angenommen.

Zweite Standortanalyse

Nach dem Entscheid des Gemeindeverbands ist die ursprüngliche Arbeitsgruppe im letzten Sommer mit zusätzlichen Gemeindevertretern erweitert worden. «Wir haben eine zweite Standortanalyse in Auftrag gegeben», sagt Arbeitsgruppenpräsident Daniel Bürdel. Über die Resultate, welche der Arbeitsgruppe seit letzter Woche vorliegen, will er nichts verraten, bevor sie ausgewertet sind und das weitere Vorgehen entschieden ist.

«Alle Gemeinden des Sensebezirks waren eingeladen, mitzuteilen, ob sie Interesse am Bau eines Schwimmbads auf ihrem Gemeindegebiet haben.» Sie waren auch aufgefordert, mögliche Parzellen für den Bau eines Bads zu nennen. Die Arbeitsgruppe werde nun weitere Schritte unternehmen, um den politischen Prozess in Gang zu bringen, der nötig ist, um den definitiven Standort für ein Sensler Schwimmbad zu bestimmen, so Daniel Bürdel weiter. Das ist notwendig, damit die Trägerschaft und damit auch die Finanzierung geklärt werden können.

Welche Nutzergruppen?

Ein entscheidender Punkt wird die Klärung der Nutzergruppen sein: Soll das künftige Schwimm-, Sport- und Badezentrum in erster Linie Schulen zugute kommen – dann käme ein Standort in einer Gemeinde mit OS-Zentrum wohl eher zum Zuge. Oder soll das Bad ebenfalls eine Schlechtwetteralternative für Touristen sein – dann wäre ein Standort sinnvoller, der nicht zu weit von Schwarzsee entfernt ist. Oder soll es ein Bad sein, das vor allem der Bevölkerung und Vereinen zur Verfügung steht? Dann könnte es theoretisch irgendwo im Sensebezirk gebaut werden. «Diese Prioritäten muss man eingehend analysieren und diskutieren», sagt Daniel Bürdel. «Der Umweg über eine zweite Standortana­lyse trägt sicher dazu bei, das Projekt besser zu verankern.» Denn nur ein gut abgestütztes Projekt habe Chancen, realisiert zu werden.

Zehn Vorschläge

Diese Meinung teilt auch Manfred Raemy, Oberamtmann des Sensebezirks und Präsident der Region Sense. «Es war wichtig, dass alle Gemeinden mitreden konnten.» Diese Möglichkeit sei auch rege wahrgenommen worden. Zehn Vorschläge wurden von den 17 Gemeinden eingereicht. Wo genau diese Standorte liegen, will Raemy noch nicht verraten. «Sie sind verteilt auf den ganzen Bezirk, es gab Vorschläge aus dem Oberland genauso wie aus dem Unterland», so der Oberamtmann.

Ein schwieriger Prozess

Wann ein spruchreifes Projekt den Sensler Gemeinden, also der Region Sense, vorgestellt wird, kann Daniel Bürdel zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die Arbeitsgruppe und die Region Sense wollen ein externes Planungsbüro beiziehen, welches die Priorisierung der Standorte und der Nutzergruppen begleiten soll. «Es ist ein schwieriger Prozess. Jeder vertritt seine Interessen, und es ist nicht leicht, einen Konsens zu finden.» Er sei aber zuversichtlich, dass dies gelinge, so der CVP-Grossrat.

Um das einstige Ziel zu erreichen, bis Ende der laufenden Legislatur ein abstimmungsreifes Projekt zu haben, müsse aber in den nächsten zwei Jahren intensiv gearbeitet werden. Ansonsten werde eine allfällige Abstimmung erst in der neuen Legislatur stattfinden können, so Daniel Bürdel.

Für Oberamtmann Manfred Raemy spielt der Zeitfaktor eine kleinere Rolle. Wichtiger ist ihm die breite Auseinandersetzung mit dem Thema. «Wenn wir einen Konsens finden wollen, braucht es diese Diskussionen.» Klar sei auch, dass man den Entscheid über einen Standort nicht für sich allein fällen könne. «Man muss unter anderem auch das bestehende Schwimmbad in Düdingen einbeziehen.» Momentan stelle dieses für sehr viele Schulen im Sensebezirk den Platz für den Schwimmunterricht zur Verfügung. «Es braucht ein globales Konzept.»

Zwei, drei Standorte vertiefen

Deshalb will er den Gemeinden auch Zeit lassen, sich mit den Vorschlägen auseinanderzusetzen, Fragen zu stellen und Impulse einzubringen. «Zusammen mit dem externen Büro werden wir dann gemäss unserem Kriterienkatalog die Vorschläge bewerten und zwei, drei Standorte, die besser geeignet sind, vertieft abklären», so Manfred Raemy.

«Es gibt noch viele offene Fragen.» So sei zum Beispiel heute noch nicht klar, wie der Betrieb eines Schwimmbads ­finanziert wird. «Für die Investitionen finden wir sicher eine Lösung. Aber der Betrieb ist ­etwas ganz anderes. Es ist möglich, so eine Einrichtung kostendeckend zu führen, aber es braucht ein gutes Konzept und ein gutes Team.»

«Es ist ein schwieriger Prozess. Jeder vertritt seine Interessen, und es ist nicht leicht, einen Konsens zu finden.»

Daniel Bürdel

Präsident der Arbeitsgruppe für ein Schwimmbad

Kanton Freiburg

Zu wenig Schwimmbäder

«Rein rechnerisch hat der Sensebezirk auf jeden Fall Anspruch auf ein Schwimmbad», sagt Oberamtmann Manfred Raemy. Schon allein um die Vorgaben des neuen Schulgesetzes zu erfüllen. Im Kanton Freiburg erhalten von insgesamt rund 30 000 Schülerinnen und Schülern der Primarstufe etwa 5000 keinen Schwimmunterricht. Das sind rund 17 Prozent, wie aus der im Dezember 2017 publizierten Antwort des Staatsrates auf eine Anfrage der SP-Grossräte David Bonny (Prez-vers-Noréaz) und Guy-Noël Jelk (Freiburg) hervorgeht.

Im Februar 2015 hatte der Grosse Rat einen neuen Gesetzesartikel zur Subventionierung von Schwimmbädern genehmigt. Dieser sieht Beiträge von 15 Millionen Franken für ein interkantonales oder nationales Schwimmzentrum (50-Meter-Becken) vor und sechs Millionen Franken für kantonale Schwimmbäder (25-Meter-Becken). In den Genuss dieser Subventionen kommen Schwimmbäder, deren Dossiers bis am 31. Dezember 2025 eingereicht werden.

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