Archiv 03.06.2008

DeStarts - Integration statt Ausgrenzung

Die Stiftung deStarts versucht, Ausgegrenzten neue Perspektiven und einen Platz in der Gesellschaft zu vermitteln. Die Finanzierung dieser Arbeit gestaltet sich schwierig.

giffers«Niemand kann sich sein Elternhaus, sein Heimatland oder seinen Körper mitsamt all seinen angeborenen Fähigkeiten selber auswählen», schreibt Beat Fasnacht, Präsident der Stiftung deStarts, im Rechenschaftsbericht der Stiftung. Seit gut einem Jahr ist das Institut St. Josef Guglera in Giffers nicht mehr Mädcheninternat, sondern Ausbildungszentrum für vorwiegend jüngere Menschen, die aus gesundheitlichen oder soziokulturellen Gründen Mühe haben, in unserer Leistungsgesellschaft Halt zu finden.

Einrichtungen der Guglera

Der Stiftung deStarts stehen die vielseitigen Einrichtungen der Guglera zur Verfügung, um die Jugendlichen im Rahmen verschiedener Angebote sinnvoll zu beschäftigen und ihnen neue Perspektiven zu vermitteln. Zu diesen Einrichtungen gehören unter anderem eine Sägerei, eine Bäckerei, verschiedene Sportanlagen, Seminarräume und auch ein Landwirtschaftsbetrieb.

Vor drei Jahren hat die Stiftung in Düdingen begonnen, Motivationssemester (SeMo) für Jugendliche ohne Lehrstelle durchzuführen. Durch individuelle Betreuung und die Arbeit in verschiedenen Ateliers sollen Jugendliche ohne Lehrstelle auf die Herausforderungen der Arbeitswelt vorbereitet werden.

Adipositas-Therapie

Weiterhin läuft seit Beginn des Jahres - als Erstes seiner Art in der Schweiz - das erste Adipositas-Therapiejahr. Dessen Ziel ist es, übergewichtige Jugendliche nachhaltig auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten - durch körperliches Training, geregelte Ernährung, Wissensvermittlung und Verhaltenstraining.

Geringe Anerkennung

Finanziell steht die Stiftung vor einigen Ungewissheiten. Denn der Beitrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), der einen Grossteil der Kosten deckt, wird 2008 deutlich geringer ausfallen als in den letzten Jahren, weil er an die Arbeitslosenzahlen gebunden ist. Das Budget 2008 sieht daher einen Verlust von 88 000 Franken vor. «Unser Team gelangt an seine Grenzen; wir sind nun auf ein Entgegenkommen des Kantons angewiesen», meinte Beat Fasnacht zu dieser Entwicklung. In der Tatsache, dass man Jahr für Jahr um Geld betteln müsse, spiegle sich auch die geringe Anerkennung der geleisteten Arbeit durch Kanton und Behörden. Diese Anerkennung zu erlangen, sei deshalb ein ganz wichtiges Ziel für die Zukunft. ct