Archiv 16.09.2009

Floristin, Malerin oder doch Coiffeuse?

Für die Jugendlichen im Institut St. Josef in der Guglera bei Giffers bietet sich mit dem gestern eröffneten Coiffure-Ausbildungsatelier eine weitere Möglichkeit, Berufsluft zu schnuppern und in sich neue Fähigkeiten zu entdecken.

Autor: karin aebischer

Die Guglera entwickelt sich immer mehr zum «Haus der Berufe». Über 40 verschiedene Berufsfelder können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Motivationssemesters (Semo) und des Programms für übergewichtige Jugendliche (siehe Kasten) dort für sich entdecken. Da bei vielen jungen Frauen Berufe wie Coiffeuse oder Kosmetikerin hoch im Kurs sind, hat Beat Fasnacht, Präsident der Stiftung deStarts, in der Guglera nun auch ein modern ausgestattetes Coiffure-Ausbildungsatelier eingerichtet. «Es gibt im Kanton Freiburg sehr wenige Lehrstellen für diesen Beruf», so Fasnacht.

Kreativ sein

Die ausgebildete Coiffeuse Daniela Schmutz-Lehmann wird die 16-Jährigen betreuen, ihnen Theorie vermitteln und sie zum Beispiel an den Puppenköpfen üben lassen. «Ziel ist es, bei den Jugendlichen die Kreativität zu wecken. Sie sollen herausfinden, ob eine Lehre als Coiffeuse für sie in Frage käme oder nicht», sagt die 27-Jährige, die im Salon in der Guglera auch Kunden empfängt.

Die Arbeit im Atelier gleicht einer Schnupperlehre. Auch auf solche Plätze, nicht nur auf Lehrstellen, sind die Schulabgänger angewiesen. «70 Prozent unserer Semo-Teilnehmer haben Migrationshintergrund. Sie haben nur eine Chance auf eine Lehrstelle, wenn sie bei einer Schnupperlehre ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können», ist Beat Fasnacht überzeugt.

150 ohne Lehrstelle

23 Jugendliche haben am 27. August, vermittelt durch das RAV, ihr Motivationssemester in Angriff genommen. «Unser Ziel ist es, dass sie eine Lehrstelle finden und diese dann auch behalten können», hält Fasnacht fest. Viele seien bei ihrem Eintritt in das Programm noch nicht willig oder fähig, eine Lehre zu absolvieren. «Im Kanton Freiburg sind in diesem Jahr 150 Jugendliche ohne Lehrstelle», so Fasnacht. Es sei wichtig, die Jungen in einer solchen Situation zu ermutigen, ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind und dass es für sie eine Lösung gibt.

In der Guglera ist dies im vergangenen Semo gut gelungen. «Obwohl sich die angespannte Situation auf dem Stellenmarkt auch auf die Jugendlichen ausgewirkt hat, konnte für eine erfreulich hohe Zahl eine Lehrstelle oder eine andere Anschlusslösung gefunden werden», sagt er.

Dank Sponsoring

Die UBS-Stiftung für Soziales und Ausbildung hat den Aufbau des Coiffureateliers der Stiftung deStarts sowie den Umzug und Ausbau der EDV-Räumlichkeiten von Düdingen in die Guglera mit 68 000 Franken unterstützt. «Das deStarts-Projekt entspricht genau dem UBS-Stiftungszweck. Die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen und die Unterstützung arbeitsloser Jugendlicher hat uns überzeugt», hielt Nadja Diethelm, Leiterin der UBS-Geschäftsstelle in Düdingen, anlässlich der Checkübergabe vom Dienstag fest.