Archiv 19.03.2009

Vox Orange: Menschen zum Zuhören verführen

Dominicq Riedo, Gründungsmitglied des Männerensembles «Vox Orange» erklärt, wie die Stimmen zusammengefunden haben, welchen Weg sie miteinander gingen und weshalb jetzt eine Pause eingeschaltet wird.

Welche tief greifenden Krisen und menschlichen Abgründe haben sich aufgetan, dass das Ensemble Vox Orange beschlossen hat, sich aufzulösen?

Nach 17 Jahren ist der Moment gekommen, neue Herausforderungen zu suchen oder anderen Interessen nachzugehen.

Nach all den schönen Erlebnissen und Jahren haben wir uns nochmals zusammengerauft, mit Unterstützung von Matthias Müller (vocal coach) und Konstanze Caradonna (Regie) ein kurzweiliges Programm auf die Bühne zu bringen: «Vox-o-holic». Der Titel bezieht sich auf unseren Versuch, dem Publikum verschiedene Formen der «Sing-und-Sang-Sucht» aufzuzeigen: z. B. Tom, dem die Melodien nicht mehr aus dem Kopf wollen, Tscharlie, der ohne Proben nicht mehr leben kann, oder Willy, der Retter ohne Furcht und Ahnung ...

Wie haben die sieben Männerstimmen eigentlich zusammengefunden?

Angefangen hat alles in der Rue Marcello bzw. in einem Kletterlager in Südfrankreich. Adrian Vögeli, Benjamin Boschung und ich haben uns aus Freude am Singen regelmässig zum Proben getroffen. Der vierte Sänger wechselte zu Beginn noch mehrmals. Nach einem ersten Auftritt an einer Hochzeit fanden sich schnell weitere gesangsfreudige Männer, sodass 1993 mit Benedikt Binz, Klaus Vonlanthen und Pierre de Senarclens die Formation «Just Six» entstand. Das erklärte Ziel der Gruppe war, in verschiedenen Städten der Schweiz die Menschen auf der Strasse zum Zuhören zu verführen.

Und wie wurde aus «Just Six» später «Vox Orange»?

Durch einige Wechsel fanden Christoph Jeckelmann und Franz Vonlanthen zur Gruppe, was auch die Namensänderung zu «Vox Orange» - in Anlehnung an unseren Lieblingsapfel - mit sich brachte.

Mit zunehmendem Erfolg (1994 unter den ersten 10 beim Strassenmusikfestival in Luzern) war das Ensemble nun vermehrt auch auf der Bühne zu sehen. Nebenbei bereisten wir nicht nur Städte der Schweiz, sondern auch im umliegenden Ausland (Paris, Amsterdam, München, Brüssel, Stuttgart oder unsere Schwesterstadt Freiburg im Breisgau).

1999 entstand die erste CD «A Cappuccino» (Aufnahme und Mix: Christoph Camenzind). 2001 folgte das erste abendfüllende Bühnenprogramm («Sieben»). 2004 wurde das zweite Konzertprogramm («Männerdasein») live aufgenommen und von Christoph Camenzind auf unsere zweite CD gebrannt. «Vox-o-holic» ist das Dankeschön des A-cappella-Ensembles an seine treuen Zuhörerinnen und Zuhörer.

Schwierig, sich vorzustellen, dass man das Singen sang- und klanglos aufgibt. Haben die Mitglieder des Ensembles Zukunftspläne?

Wir sind begeisterte Sänger und können sicher nicht alle auf null runterfahren. Einzelne wollen aber bewusst eine Pause machen, um den Anforderungen von Familie und Beruf besser Rechnung zu tragen. Bei anderen ist die Ausgangslage offen, das heisst auch offen für Neues. ja