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«Sensebezirk ist kein Niemandsland»

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«Sensebezirk ist kein Niemandsland»

100 Jahre Gewerbeverband Sense: Feier an der Gewa Plaffeien

An der Leistungsshow in Plaffeien wird auch das 100-jährige Bestehen des Gewerbeverbandes Sense gefeiert. Vier Persönlichkeiten äusserten sich zur wirtschaftlichen Situation im Sensebezirk, zum Verhältnis zwischen Behörden und Gewerbe und zur Berufsbildung.

Von ILONA STÄMPFLI

Die Festredner sprachen am Donnerstagabend anlässlich der Jubiläumsfeier des Gewerbeverbandes Sense weniger von der 100-jährigen Vergangenheit als von der Zukunft des Gewerbes im Sensebezirk und im Kanton Freiburg. Die Redner beliessen es nicht nur bei nett formulierten Worten und Lob, sondern sprachen auch von den Schwachstellen des regionalen Gewerbes und brachten konkrete Forderungen an.

Staatsrat Beat Vonlanthen hob die Bedeutung des Gewerbes als Rückgrat der Wirtschaft hervor. Es trage wesentlich zum Wohlstand der Bevölkerung im Sensebezirk bei. Gerade in Zeiten der zunehmenden Globalisierung, des verstärkten Wettbewerbsdruckes und der Konzentration der Wirtschaftstätigkeit in den Zentren seien die Gewerbebetriebe wichtige Bastionen in den ländlichen Gebieten. Dank des funktionierenden Gewerbes verkomme der Sensebezirk nicht zu einer Schlafstätte.

Wirtschaftsstandort ausbauen

Beat Vonlanthen nannte zum Schluss einige Punkte, die ihm für den zukünftigen Erfolg des Wirtschaftsstandortes Freiburg wichtig erscheinen. Freiburg brauche eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur und eine gute Durchmischung der verschiedenen Gewerbetypen.

Der Staatsrat nahm dabei Bezug auf Galmiz. Es brauche das Pharmaunternehmen, damit sich der Kanton weiterentwickeln könne. «Freiburg muss seine Position als Wirtschaftsstandort ausbauen», sagte er. Es müsse verhindert werden, dass Freiburg zwischen den beiden Wirtschaftszentren Bern und Lausanne verschwinde und zum Niemandsland werde.

Vonlanthen rühmte jedoch auch das gute Bildungssystem und die Finanzlage des Kantons. Die Plaffeier Schülerinnen und Schüler schnitten bei der Pisa-Studie schweizweit am besten ab. «Darauf können wir stolz sein.»

Berufskollege oder Konkurrent?

Auch Oberamtmann Marius Zosso sieht in der von KMU geprägten Wirtschaftsstruktur des Sensebezirks Vor- und Nachteile. Einerseits zeichne sich das Gewerbe durch eine hohe Flexibilität aus, was tiefe Arbeitslosenzahlen zur Folge habe. Andererseits sei die Diversifizierung der Wirtschaft im Sensebezirk nicht sehr gross. Diese Tatsache könne dazu führen, dass sich die Berufskollegen in einer Branche eher als Konkurrenten denn als Partner ansehen.

Er habe den Eindruck, sogar auf Ebene der Gewerbevereine sei ein Konkurrenzdenken vorhanden.
Marius Zosso forderte zudem Politik und Behörden auf, keine weiteren administrativen Hindernisse und Vorschriften aufzubauen, sondern dem Gewerbe die nötige Handlungsfreiheit zu lassen. Der Gemeindeverband Region Sense arbeitet momentan einen Kodex bzw. Charta aus, die das Verhältnis zwischen Gewerbe und Behörden klären soll. In der Charta werden gegenseitige Verpflichtungen und Forderungen festgehalten. Sie soll die gemeinsame Grundlage für eine gute Zusammenarbeit darstellen. Seine Rede beendete Zosso mit einem Appell: «Die Behörden sollen sich für das Gewerbe engagieren und das Gewerbe für die Behörden. Ich denke hier auch an die Gemeinderatswahlen im nächsten Jahr…»

Französisch als Berufsqualifikation

Der Berufs- und Laufbahnberater Cyrill Schwaller brachte in seiner Ansprache eine bildungspolitische Forderung an. Da in der Berufsschule der Französischunterricht nicht obligatorisch sei, lernten weit über die Hälfte aller Berufsschüler nach der obligatorischen Schulzeit kein Französisch mehr. In Freiburg sei die Kenntnis der Sprache jedoch eine «pickelhart geforderte Qualifikation». Um das labile Gleichgewicht zwischen der Mittelschulbildung und der Berufsbildung halten zu können, fordert Schwaller deshalb die Einführung des obligatorischen Französischunterrichts an den Berufsschulen.

Ansonsten rühmte der Berufsberater die Situation im Sensebezirk. 70 Prozent der Schulabgänger wählten den Weg der Berufsbildung. Die Gewerbebetriebe würden ihre Verantwortung wahrnehmen und leisteten wichtige Sozialisationshilfe, indem sie auch Jugendlichen eine Lehrstelle anböten, deren Voraussetzungen nicht die besten seien.
15 originelle Objekte

Der Gewerbeverband Sense organisierte zum 100-Jahr-Jubiläum einen Wettbewerb zum Thema «Gewerbe ist Kunst» für Berufsschüler. Den Gewinnern winkt eine Gesamtpreissumme von 10 000 Franken.

Aufgabe des Wettbewerbs war es, ein Objekt in einer vorgegebenen Grösse zu gestalten und einen Bezug zur jeweiligen Berufsgruppe herzustellen. Die 15 «sehr originellen und interessanten Objekte», wie der Präsident des Gewerbeverbandes Sense, Christoph Binz, sagte, sind an der Gewa Plaffeien ausgestellt und werden von den Besucherinnen und Besuchern bewertet.

Die Objekte verraten sofort, um welche Berufsgattung es sich handelt. Mit grossem handwerklichem Geschick gingen beispielsweise die Maurer- und Schreinerlehrlinge ans Werk. Besonders viel Phantasie legten die Detailhandelsfachleute mit ihrer Arbeit an den Tag: Sie haben ein Einkaufszentrum gebastelt, in welchem die Schülerinnen und Schüler sich und ihren Arbeitsort vorstellen. Auch die übrigen eingereichten Objekte zeigen auf eindrückliche Weise, dass Gewerbe wirklich Kunst ist.

«Auch der grösste Künstler war einmal ein Lehrling. Wer weiss, ob bei den Malerlehrlingen ein zukünftiger Picasso schlummert», sagte Christoph Binz an der Jubiläumsfeier. «Mit diesen Resultaten können wir mit voller Zuversicht in die Zukunft schauen, die in den Händen der heutigen Jugend liegt.» ist

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