Archiv 14.11.2011

Im Sensebezirk verlieren CVP und SP je einen Sitz – die BDP hält Einzug

Die Grossratswahlen haben für den Sensebezirk einige Veränderungen gebracht. Es gibtvier Abgewählte. Die SVP hat stark an Wähleranteil zugelegt.

Autor: karin aebischer

Eine Reduktion von 17 auf 16 Sitze im Kantonsparlament und neue Kräfte: Die Grossratswahlen im Sensebezirk boten eine spannende Ausgangslage. Es kam dann gestern Sonntag auch zu einigen Verschiebungen. Bereits vor 16 Uhr stand fest, dass die CVP und die SP Sense im neu gewählten Kantonsparlament mit je einem Sitz weniger vertreten sind. Für die CVP Sense politisierten bisher sechs Personen im Grossen Rat. Nach den Wahlen vor fünf Jahren bis Anfang 2011 waren es sogar sieben. Der Parteiwechsel des ehemaligen CVP-Kantonalpräsidenten Emanuel Waeber hatte der CVP einen ersten Sitzverlust beschert. Gestern kam ein zweiter hinzu.

Bruno Jendly und Othmar Neuhaus wurden nicht mehr gewählt. Othmar Neuhaus war 2010 für den verstorbenen Grossrat Moritz Boschung nachgerückt. Bruno Jendly sitzt seit 1996 im Grossen Rat, er hat die Wiederwahl nur ganz knapp – um vier Stimmen – nicht geschafft. Seinen Platz nimmt der Taferser CVP-Politiker Thomas Rauber ein. Mit 28,3 Prozent Wähleranteil muss die CVP Sense im Vergleich zu 2006 einen Verlust von 6,3 Prozentpunkten hinnehmen.

Die SP Sense hat es nicht geschafft, den Sitz des abtretenden Düdinger Grossrats Christian Marbach zu verteidigen. Sie muss ebenfalls einen Sitzverlust hinnehmen und ist im Parlament nun mit zwei Bisherigen vertreten. Mit 14,8 Prozent verliert sie ebenfalls an Wähleranteil, jedoch lediglich um 1,1 Prozentpunkte.

BDP und SVP erfolgreich

Mit der BDP ist für den Sensebezirk eine neue Partei im Grossen Rat vertreten. Der Plaffeier Linus Hayoz hat die Wahl geschafft. Bei ihrer ersten Grossratskandidatur erreichte die Partei sogleich einen Wähleranteil von 5,8 Prozent.

Ebenfalls zugelegt, und zwar um 7,3 Prozentpunkte, hat die SVP Sense. Schaffte sie es 2006 noch auf 13,4 Prozent Wähleranteil, waren es am Sonntag 20,7 Prozent. Sie ist wie bisher mit drei Grossräten im Parlament vertreten. 2006 holte sie zwei Sitze, durch den Parteiwechsel Emanuel Waebers ist im Frühjahr 2011 einer dazugekommen. Die SVP Sense konnte zudem den Sitz des abtretenden Josef Binz verteidigen: Der Schmittner Gemeinderat Markus Zosso hält für ihn Einzug im Parlament.

«Freier Wähler» statt GLP

Die Listenverbindung Grünliberale/Freie Wähler konnte zwar den Sitz im Parlament halten und den Wähleranteil auf 8,3 Prozent leicht steigern, jedoch sitzt nun nicht mehr ein Grünliberaler für den Sensebezirk im Grossen Rat, sondern André Schneuwly von den Freien Wählern. Er löst Lukas Gasser von der GLP ab.

Je ihre beiden Sitze halten konnten CSP und FDP. Die FDP-Grossräte wurden wiedergewählt. Die Partei muss bei einem Wähleranteil von 10,9 Prozent einen Verlust von 3,2 Prozentpunkten hinnehmen. Die CSP erreichte einen Wähleranteil von 11,1 Prozent, vor fünf Jahren hatte sie es noch auf 14,4 Prozent geschafft. CSP-Grossrat Hans-Rudolf Beyeler, der 2008 für Marie-Thérèse Weber-Gobet nachrückte, ist nicht wiedergewählt worden. Seinen Platz nimmt Bernhard Schafer aus St. Ursen ein.

Die Stimmbeteiligung lag im Sensebezirk bei 42,87 Prozent.

Die ersten fünf Ersatzleute:

Christlichdemokratische Volkspartei (CVP), Liste 1: Bruno Jendly (Düdingen, bisher, 2942 Stimmen), Daniel Bürdel (Plaffeien, 2915), Laurent Baeriswyl (Düdingen, 2827), Othmar Neuhaus (Giffers, bisher, 2757), Gabriel Aebischer (Heitenried, 2712).

Sozialdemokratische Partei (SP), Liste 2: Patrick Schneuwly (Düdingen, 1865 Stimmen), Olivier Flechtner (Schmitten, 1847), Nicolas Marbach (Düdingen, 1661), Yvonne Jungo (Bösingen, 1645), Anton Haymoz (Düdingen, 1591).

Freisinnig-Demokratische Partei (FDP), Liste 3: Irmgard Jungo (Düdingen, 1439 Stimmen), Bruno Zbinden (Plaffeien, 1157), Beat Brülhart (Düdingen, 1111), Erich Maurer (St. Ursen, 1095), Walter Stähli (Wünnewil-Flamatt, 899).

Christlich-Soziale Partei (CSP), Liste 4: Bernadette Mäder-Brülhart (Schmitten, 1416 Stimmen), Hans-Rudolf Beyeler (Oberschrot, bisher, 1381), Astrid Abrecht (Tafers, 1257), Joséphine Rappo-Pürro (Oberschrot, 1133), Erich Bapst (Giffers, 1115).

Schweizerische Volkspartei (SVP), Liste 5: Adrian Vonlanthen (Giffers, 2240 Stimmen), Niklaus Mäder (Düdingen, 2151), Werner Wyss (Düdingen, 2048), Stefan Siegenthaler (Düdingen, 1892), Liliane Marchon (Bösingen, 1842).

Grünliberale Partei - Freie Wähler (GLP-FW), Liste 6: Lukas Gasser (St. Antoni, bisher, 1452 Stimmen), Samuel Aerschmann (St. Antoni, 1048), André Perler (Wünnewil-Flamatt, 989), Lukas Bucheli (Wünnewil-Flamatt, 963), Valérie Müller (Düdingen, 953).

Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP), Liste 9: Roland Neuhaus (Überstorf, 1114 Stimmen), Sergio Zanetti (Wünnewil-Flamatt, 875), Armin Brülhart (Wünnewil-Flamatt, 752), Simon Mani (Heitenried, 643), Nicole Zanetti-Hurni (Wünnewil-Flamatt, 579).