Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Sensler Innovation auf Eroberungstour

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Benedikt Fasel aus Zumholz hat ein Computerprogramm entwickelt, das die Bewegungsdaten von Sportlern analysiert. Dies trägt dazu bei, dass beispielsweise ein Langläufer seine Bewegungen optimieren kann und so effizienter vorwärtskommt. In den letzten Tagen hat der Sensler sein Start-up-Unternehmen Archinisis an der CES2020 vorgestellt, der weltgrössten Technologie-Messe in Las Vegas mit über 4400 Ausstellern . Er war Teil eines vom Bund mitfinanzierten Programmes, an dem sich verschiedene Schweizer Start-up-Förderer beteiligen.

Benedikt Fasel, wie kam es dazu, dass Sie mit Archinisis an der CES2020 teilnehmen konnten?

Wir mussten uns für unsere Teilnahme in einem Wettbewerb qualifizieren. Nicht alle Start-ups, die sich bewarben, wurden ausgewählt. Insgesamt konnten 30 teilnehmen.

Können Sie Ihre Eindrücke dieser Messe schildern?

Die CES ist wirklich riesig, die Dimensionen kann man sich kaum vorstellen. Es gab drei grosse Ausstellungsorte, verteilt in ganz Las Vegas. Die totale Ausstellungsfläche war etwa 27 Hektaren gross, was etwa 37 Fussballfeldern entspricht. Wir waren im Eureka Park. Diese Ausstellungsfläche ist für junge Start-ups reserviert. Die Messe öffnete jeweils um 9 Uhr morgens und war bis 18 Uhr offen. In dieser Zeit kamen nonstop Leute vorbei und so durften wir 50 bis 100 Mal pro Tag erklären, was wir machen. Der Schweizer Stand für die 30 Start-ups wurde von den verschiedenen Partnern entwickelt und aufgebaut, wir durften nur hinkommen und unser Demo-Material, Broschüren, und Visitenkarten mitbringen. Der ganze Swisstech-Stand war in schwarz gehalten, mit gelbem Neon-Licht und Naturholzelementen. Es gab eine Bühne auf der immer wieder Shows, Podiumsgespräche und eine Pitch-Competition stattfanden. Das ist eine Präsentation, an der wir im Wettbewerb mit anderen unser Unternehmen vorstellen konnten.

Ist diese Veranstaltung für Sie gut gelaufen?

Ja, wir konnten uns in dieser Pitch-Competition für den Final qualifizieren und durften uns ein zweites Mal präsentieren. Wir haben am Ende den dritten Platz gewonnen, was uns bestätigt, dass wir in die richtige Richtung gehen und uns zusätzlich motiviert.

Was bringt Ihnen die Messe?

Sie ist der ideale Moment, um mit den grössten Firmen der Welt ganz unkompliziert in Verbindung zu treten. Alle grossen Firmen senden Vertreter, die schauen, was die neusten Start-ups zu bieten haben. Wir hatten zusätzlich etwa zehn längere Meetings mit anderen Firmen, die wir schon vor der Messe vereinbart hatten: von Start-ups bis zu Weltmarktführern. Alle waren sehr interessiert an unserem Start-up. Unsere Expertise für die Algorithmenentwicklung zur sensorbasierten Bewegungsmessung ist ein rares Gut und stark gesucht. Es ist gut möglich, dass wir in den nächsten Monaten die eine oder andere strategische Partnerschaft aufbauen können.

War es einfach, Ihre Entwicklung zu präsentieren und sich gegenüber den vielen anderen Neuheiten zu behaupten?

Wir haben uns sehr intensiv vorbereitet und hatten auch extrem guten Support von den involvierten Partnerorganisationen. So gab es zum Beispiel einen Tag «Pitch Training» in Bern, an dem ein Experte extra aus den USA eingeflogen wurde, um uns die amerikanische Art des Pitchens zu erklären. Unser Stand war auch sehr schön gestaltet und wurde von vielen Besuchern als der schönste der Show empfunden. Dies gab den Schweizer Start-ups zusätzliche Glaubwürdigkeit. Schlussendlich braucht es auch einfach Mut, und man muss von sich selbst und dem eigenen Start-up überzeugt sein. Alle Start-ups werden von den Besuchern sehr ernst genommen, denn hier sieht man die Technologie von morgen.

Wie haben Sie die Innovationen anderer Entwickler erlebt?

Wirklich super! Die Qualität ist sehr hochstehend und es gibt extrem viele sehr coole Innovationen, vor allem bei den Start-ups. Gewisse Themen wiederholen sich und es gibt 10 bis 20 Firmen, die alle etwas Ähnliches anbieten. Dieses Jahr waren Smart Homes im Trend. Die Start-up-Unternehmer tauschen sich sehr aktiv aus und oftmals haben wir die Chance, direkt mit den Entwicklern zu diskutieren, was immer extrem spannend ist.

Von Las Vegas ging es für Sie direkt weiter in das Swissnex-Bootcamp nach San Francisco, eine Art Vorbereitungskurs für Jungunternehmer im Hinblick auf den internationalen Markt. Was passiert dort?

Wir wollen Archinisis in den Vereinigten Staaten auf den Markt bringen. Das Bootcamp bietet an den meisten Tagen ein bis zwei Kurse über die verschiedenen Eigenheiten der USA. Es geht um Gesetze, Finanzierung, Erfahrungsberichte und den Austausch mit erfolgreichen Gründern. Wir lernen, wie hier Geschäfte gemacht werden und laufen. So können wir uns besser vorstellen, was uns in den USA erwartet und in welcher Form und wann wir in die Vereinigten Staaten expandieren möchten. Die restliche Zeit verwenden wir, um mögliche Partner für Weiterentwicklungen und den Verkauf zu identifizieren sowie erste Gespräche mit potenziellen Kunden zu führen.

Wie wichtig ist für Ihr Unternehmen der amerikanische Markt?

In den USA ist der Sportmarkt extrem gross und die Leute sind viel schneller bereit, in eine Technologie zu investieren, als in Europa und insbesondere der Schweiz. In der Schweiz wollen immer alle zu 100 Prozent sichergehen, dass die Technologie funktioniert und bereits erfolgreich bei anderen eingesetzt wurde. In den USA ist dies viel weniger wichtig. Die Amerikaner probieren immer gerne Neues aus. Um Kontakte zu knüpfen, werden wir falls nötig auch von Swissnex unterstützt, einem Netzwerk, das den Aufbau weltweiter Beziehungen in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation fördert. Nächsten Dienstag gibt es eine Demo Night, an der alle fünf Start-ups, die in diesem Programm sind, ihr Produkt dem Publikum vorstellen. Erwartet werden jeweils um die 100 Personen.

Das Interview wurde per E-Mail geführt.

Start-up-Unternehmen Archinisis

Anwendung bald auch für andere Sportarten

Benedikt Fasel aus Zumholz hat an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne Kommunikationssysteme studiert und eine Doktorarbeit zum Thema Biomechanik, Messtechnik und Bewegungsmessung geschrieben. Diese Studien bilden die Basis für sein Start-up-Unternehmen Archinisis GmbH, das er im Mai 2018 gegründet hat. Seine Idee: Ein kleiner GPS-Sensor am Rücken eines Athleten zeichnet eine Vielzahl von Daten auf – die Geschwindigkeit, die Beschleunigung, den Rhythmus und den Umfang der Bewegungen, aber auch die Herzfrequenz. Diese werden an einem Computer ausgewertet, um die Leistung des Sportlers zu verbessern.

Seit der Firmengründung hat sich einiges getan. Benedikt Fasel und sein Team haben Archinisis weiterentwickelt. «Wir haben extrem viel gelernt über das Unternehmertum und wie man eine Firma international ausrichtet, Kunden akquiriert und verschiedenste Verhandlungen geführt», sagt er. Derzeit umfasst das Unternehmen drei Mitarbeiter, Benedikt Fasel, ein Software- und Algorithmenentwickler, und für sechs Monate gehört auch ein Student von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, der an seiner Masterarbeit schreibt, zum Archinisis-Team.

«Wir hatten mit den meisten Langlauf-Nationalteams aus Europa sehr guten Kontakt und haben unsere Entwicklung in Finnland, Schweden, Norwegen, Deutschland, Frank­reich und Österreich vorgeführt», erklärt der 33-Jährige. «Daraus haben wir sehr viel gelernt und konnten so unser Produkt ideal auf die Kundenbedürfnisse ausrichten.» Seit Sommer 2019 ist das Produkt für Langlauf auf dem Markt. Der erste Kunde und Partner war das Team BSV IBEX, Mitglied des Bündner Sportverbandes.

Kurz vor Weihnachten 2019 hat Archinisis einen Dreijahresvertrag mit dem Olympischen Trainingszentrum Vuokatti in Finnland abgeschlossen, wo alle finnischen Athleten regelmässig trainieren. Eine weitere Partnerschaft besteht mit der Wissenschaftsabteilung der Fédération Française de Ski. «Weitere Verhandlungen sind am Laufen. Wir hoffen, im Frühling noch zwei bis drei zusätzliche Teams als Kunden gewinnen zu können», so Benedikt Fasel.

Ziel sei es, im Frühling eine Anwendung für den Alpinen Skirennsport, zum Beispiel Abfahrt und Riesenslalom, zu lancieren. Zudem sei das Team daran, einen ersten Prototyp für die Leichtathletik (Sprint und Hürden) zu entwickeln. Für die Tests arbeitet Archinisis mit dem TSV Düdingen zusammen. «Wir würden gerne auch unser Team weiter ausbauen und hoffen, dass die Verkäufe positiv laufen, damit auch die Finanzierung der Arbeitsstellen funktioniert.»

 

 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema