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Serie 17 war der Publikumsmagnet

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Serie 17 war der Publikumsmagnet

Das Frauenfeuer am Feldschiessen des Seebezirks in Gümmenen war einer der Höhepunkte

60 Frauen, 60 Gewehre, 60 Scheiben, 1080 Schuss: Die Einführung des Frauenfeuers am Seebezirkler Feldschiessen im bernischen Gümmenen lockte zahlreiche Zuschauer an.

Von PATRICK HIRSCHI

«Sie kommen – ein Riesenumzug», ruft jemand aufgeregt, als sich die 60 Frauen am Samstagnachmittag vom Festzelt in Richtung Läger begeben. Zum ersten Mal in der Geschichte des Feldschiessens kommt es zu einer reinen Frauenserie. Kaum verwunderlich, dass selbst Fernsehteams angerückt sind, um diesem historischen Moment beizuwohnen.

Nervöse Betreuer
und launischer Wind

«Das wird wohl nicht viel anders als andere Jahre», meint Margrit Mummenthaler aus Murten, die im Sektor zwei die Scheibe fünf zugeteilt erhielt. Bloss der Zuschaueraufmarsch sei imposanter als sonst. In der Tat finden sich rund dreimal mehr Zaungäste am Läger ein als in der Serie zuvor.

Einzig die Sonne interessiert sich nur mässig für diese Serie mit dem Titel «Frauenpower». Nur gelegentlich schaut sie zwischen den Wolken auf das Schiess- und Festgelände neben der Saane bei Klein-Gümmenen herab.
Um 15.14 Uhr ist es so weit. Der Sprecher gibt den Befehl: «Schützinnen der Serie 17, bitte einrichten!» Urs Bucher, OK-Mitglied und Initiant dieses Frauenfeuers, übernimmt das Mikrofon und begrüsst die 60 Schützinnen. «Nach den enttäuschenden Bundesratswahlen wurde es Zeit, dass die Frauen aufstehen – und sich auch hinlegen», meint er mit ironischem Unterton.
Daraufhin fällt das Startsignal, und die Frauen – umrahmt von der Berner Regierungsrätin Dora Andres auf Scheibe 1 und der Berner Nationalrätin Ursula Haller auf Scheibe 60 – schiessen das traditionelle Programm: sechs Einzelschüsse, zwei Kurzfeuer zu drei Schüssen und zum Abschluss sechs Schüsse in Serie, alles jeweils innerhalb einer Minute.

Auffällig viele Betreuer halten sich gleich hinter den Schützinnen auf. Und sie wirken eifriger als bei einer normalen Serie. Nach jedem Schuss kniet einer neben einer Schützin nieder und korrigiert das Visier oder gibt einen guten Ratschlag.

Noch nervöser als die Betreuer ist nur noch der Wind. Vorne bei den Scheiben flattern die Freiburger und die Berner Fahne stramm nach links, vor dem Läger hingegen zeigt die Windfahne in die umgekehrte Richtung. Wahrlich eine schwierige Aufgabe, bei derartigen Verhältnissen gut zu treffen. Nach dem zweiten Kurzfeuer setzt auch noch Regen ein, der die Schützinnen aber kaum zustäzlich zu irriteren vermag.

Mutter schiess neben der Tochter

Nach einer knappen halben Stunde ist die Serie zu Ende. Angestrengt wird zu den Zeigern hinübergespäht, die die Resultate des letzten Feuers anzeigen. Dann Gratulationen, Küsschen hier, Schulterklopfen da.

Auch Margrit Mummenthaler hat den Kranz auf sicher – 64 Punkte. «Ich war nervös, wie immer am Feldschiessen», sagt sie beim Zurücklaufen zum Festzelt. Beim Üben vor ein paar Tagen sei sie noch auf 68 Punkte gekommen.
Während des Schiessens habe sie nicht speziell daran gedacht, dass sie jetzt in einer reinen Frauenserie sei. «Ich war bloss froh, dass kein Karabiner in meiner Nähe war», verrät die Sturmgewehrschützin. «Ich erschrecke immer so ab Karabinerschüssen.»
Vreni und Sandra Berger aus Muntelier machten das Frauenfeuer zu einer Angelegenheit für Mutter und Tochter. Es sei ein tolles Erlebnis gewesen, sagt Mutter Vreni. Im Vorfeld habe sie oft hören müssen, dass es bei 60 Frauen auf einem Haufen bestimmt zu einem riesigen «Geschnatter» kommen werde. Doch es sei genau umgekehrt gewesen: «Die Frauen waren alle still und konzentriert, und die Männer dahinter haben wild durcheinander geplaudert», stellt sie fest.
Falls das Frauenfeuer nächstes Jahr wiederholt wird, würden sie sich bestimmt wieder anmelden dafür. Und dies, obwohl sie dieses Mal mit widrigen Umständen zu kämpfen hatten. «Die Kartoffelsträucher zwischen Läger und Scheiben standen zumindest in unserem Bereich zu hoch. Ich hatte sie beinahe auf dem Visier», erzählt Sandra.
Im Gespräch mit anderen Teilnehmerinnen der Frauenserie habe sie herausgefunden, dass einige dabei waren, die zuvor noch nie geschossen haben, sagt Vreni. Eigens wegen dem Frauenfeuer hätten diese sich fürs Feldschiessen angemeldet.
Vreni Berger hat den Eindruck, dass die ganz ambitionierten Schützinnen es vorgezogen haben, zu einem anderen Zeitpunkt zu schiessen. «Da haben sie ihre Ruhe», sagt sie. Ausserdem gebe es Schützen und Schützinnen, die eine andere Tageszeit zum Schiesen bevorzugen würden.
Auch Vreni und Sandra Berger kommen normalerweise lieber gegen Abend zum Schiessen. Dies allerdings vor allem wegen der Tatsache, dass sie in Murten ein Blumengeschäft führen und dann immer Ersatz suchen müssen, wenn sie während den Geschäftszeiten weg sind.

Nach der Frauenserie erhielt übrigens jede Teilnehmerin vom Organisationskommitte eine Rose – auch Vreni und Sandra, deren Geschäft die Blumen gespendet hat.

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