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Serienmorde erschüttern eine amerikanische Kleinstadt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Rachel, ein Mädchen im Teenageralter, führt als Ich-Erzählerin durch das Buch. Anfänglich stehen ihre eigenen Probleme im Mittelpunkt, denn ihr heiss geliebter Vater, ein lebenslustiger, charmanter Polizeibeamter, verlässt ihre Mutter, sie und ihre jüngere Schwester Patty. Darauf verkriecht sich die Mutter in ihrem Kummer immer öfter in ihr Zimmer und vernachlässigt die Kinder. Selten genug kümmert sich der Vater um seine Mädchen, wenn er im chicen Alfa Romeo vorfährt und sie mit Restaurantbesuchen verwöhnt. Im Alltag sind die beiden jedoch auf sich selbst gestellt und damit völlig überfordert.

Über die Jahre werden die Probleme immer prekärer, auch Geld fehlt an allen Ecken und Enden. Doch das Schlimmste für die Mädchen: Das geliebte Kabelfernsehen–ihr Kontakt zur Aussenwelt–wird abgestellt. Rachel und Patty geraten ins soziale Abseits, ohne Kontakte zu anderen Familien und Freunden.

Jede freie Minute vergnügen sie sich auf dem nahen Berg mit Abenteuerspielen oder ziehen durch die nächtlichen Strassen, um heimlich durch fremde Fenster ihre Lieblingssendungen zu schauen. Sie beobachten alles und jeden, doch dort am Berg, wo sie aufwachsen, passiert leider nie etwas … bis zu dem Tag, an dem eine junge Frau ermordet wird!

Mädchen beginnt zu recherchieren

Der Vater der beiden Kinder ist unterdessen als leitender Inspektor für diesen Fall zuständig. Er steht unter enormem Erfolgsdruck, als in kurzen Abständen weitere brutale Morde geschehen und keine Spur zur Festnahme des Täters führt. Rachel, in naiver Selbstüberschätzung, ist wild entschlossen, ihm zu helfen und auf eigene Faust in «ihrem Revier» zu recherchieren. Dabei macht sie eine schreckliche Erfahrung und bringt sich und ihre Schwester in höchste Gefahr.

Als erfolgreiche Autorin schreibt sie 30 Jahre später ein Buch über die Ereignisse rund um die Frauenmorde. In Zwiegesprächen zwischen sich und der Protagonistin in ihrem Roman zeigt sie eine mögliche Fortsetzung des nie gelösten Falls und präsentiert der Öffentlichkeit bis dahin unbekannte Indizien. Sie hofft, damit den Täter zu finden, denn ihr geliebter Vater, der damals am ungelösten Fall zerbrochen ist, soll endlich gerächt werden.

Familiengeschichte und Thriller in einem

Joyce Maynard hat einesteils eine einfühlsame Geschichte geschrieben über eine Familie, die an den Widrigkeiten des Lebens zerbricht und andererseits einen mitreissenden Thriller, der alle Facetten des sozialen Gefüges einer amerikanischen Kleinstadt in den 1970er-Jahren auslotet. Die Gedanken der jungen Rachel werden plausibel und überzeugend vorgebracht, so dass man beim Lesen förmlich verführt wird, den von ihr präsentierten Täter zu verurteilen. Um so mehr überrascht das völlig unerwartete Ende dieses genial konstruierten Romans.

Joyce Maynard: «Gute Töchter», Roman aus dem Amerikanischen von Constanze Suhr. Hamburg: 2015 Verlag Harper Collins.

Giovanna Rioloist ehemalige Leiterin der Deutschen Bibliothek Freiburg.

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