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Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Weltweit sind Menschen durch ihre Arbeit verschiedenen Sicherheits- und Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Die ILO schätzt, dass jeden Tag etwa 6000 Menschen durch arbeitsbedingte Unfälle oder Krankheiten sterben. 2008 ereigneten sich in der Schweiz 268 000 Arbeitsunfälle. Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sind deshalb ein Anliegen aller.

Gemeinsame Aufgabe

Der Arbeitsschutz beschäftigt sich unter anderem mit der Vermeidung von Arbeitsunfällen, der Verringerung ihrer Folgen, dem Gesundheitsschutz und dem personenbezogenen Schutz bei der Arbeit. Ungünstige Arbeitsbedingungen können Ursachen von gesundheitlichen Beschwerden sein. Wogegen gute Arbeitsbedingungen Motivation und Arbeitsleistung steigern.

Der Schutz der physischen und psychischen Gesundheit ist eine gemeinsame Aufgabe von Arbeitnehmenden und Arbeitgebern.Unter Gesundheit wird in Annäherung an die Definition der WHO von 1948 nicht nur die Abwesenheit von Krankheit verstanden, sondern ein psychisches, physisches und soziales Wohlbefinden.

Der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz wird sowohl im Arbeitsgesetz als auch im Unfallversicherungsgesetz (UVG) geregelt, wobei Letzteres auf technische Unfallverhütung und Berufskrankheiten zielt. Die Verordnung zum Arbeitsgesetz konkretisiert in Artikel 2: «Der Arbeitgeber muss alle Massnahmen treffen, die nötig sind, um den Gesundheitsschutz zu wahren und zu verbessern und die physische und psychische Gesundheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten.»

Er muss besonders dafür sorgen, dass ergonomisch und hygienisch gute Arbeitsbedingungen herrschen; die Gesundheit nicht durch schädliche und belästigende physikalische, chemische und biologische Einflüsse beeinträchtigt wird; eine übermässig starke oder einseitige Beanspruchung vermieden wird und die Arbeit geeignet organisiert wird.

Taten statt Worte

Die Verpflichtungen der Arbeitgeber sind in der Regel bekannt. Auch der wirtschaftliche Nutzen eines sicheren und gesunden Arbeitsplatzes wird meist grundsätzlich anerkannt. Doch wenn es ums Handeln geht, finden sich schnell viele Gründe, dies zu relativieren. Wir wollten wissen, wie sich die Situation in unserem Kanton darstellt, und haben bei Christophe Iseli, Chef des kantonalen Arbeitsinspektorats (s. Kasten), nachgefragt.

 

 Wie sehen die Einsätze und Kontrollen des Arbeitsinspektorats aus?

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten: Erstens Anfragen von Betrieben oder anderen Stellen, z. B. bei Bauvorhaben oder um sicherzustellen, dass geeignete Massnahmen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz im Betrieb getroffen werden. Oder Anfragen um Mithilfe bei der Identifikation der Faktoren, die die Gesundheit beeinträchtigen. Zweitens Interventionen aufgrund einer Klage. Drittens Kontrollen, welche das Amt selber initiiert, wie branchenweise Systemkontrollen, Routinekontrollen oder punktuelle Kontrollen.

 

 Wie viele Firmen besuchen Sie pro Jahr?

Jährlich besuchen wir rund 300 Betriebe. Die Hälfte der Besuche werden vom Amt ausgelöst. In unserem Kanton gibt es rund 20 000 Betriebe, 15 000 davon beschäftigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 

 Plangenehmigungen und Planbegutachtungen, was ist der Unterschied?

Für die industriellen Betriebe – es gibt deren ca. 300 im Kanton – ist eine Plangenehmigung gesetzliche Pflicht. Unser Inspektorat behandelt jährlich zwischen 20 und 30 Genehmigungen. Wird bei den Gewerbe- und anderen Betrieben eine Baubewilligung verlangt, fordert das Bau- und Raumplanungsamt uns auf, ein Plangutachten zu erstellen. Jährlich erstellen wir ca. 650 solcher Plangutachten.

 

 Worauf legen Sie Ihr Augenmerk?

Wir kontrollieren inhaltlich die Normkonformität–bei Fluchtwegen, der Gestaltung spezieller Räume, der natürlichen Beleuchtung, um die wichtigsten zu nennen. Die Sicht ins Freie ist übrigens obligatorisch.

 

 Was passiert, wenn ein Betrieb Hinweise und Empfehlungen des Arbeitsinspektorats nicht umsetzt?

Ist der Bau/Umbau realisiert, werden wir den Betrieb besuchen. Müssen wir dort feststellen, dass unsere Planeingaben nicht umgesetzt wurden, wird der Betrieb oder der Arbeitgeber dies nachholen müssen, wobei hier auf das Grundprinzip der Verhältnismässigkeit hingewiesen werden muss.

 

 Was genau macht ein Arbeitshygieniker?

Als Spezialist für Gesundheitsschutz beurteilt er die Situation, die zu einer Exposition eines Arbeitnehmers führen kann. Seine hoheitliche Aufgabe ist die Überprüfung der Gesetzeskonformität.

 

 Haben Arbeitnehmende den Mut, sich direkt auf dem Arbeitsinspektorat zu melden, oder gibt es andere niederschwellige Möglichkeiten?

Wir erhalten regelmässig Meldungen von Arbeitnehmenden hauptsächlich in Bezug auf die arbeitszeitlichen Bestimmungen. Oft kommen diese Meldungen spät, wenn der Leidensdruck des Einzelnen hoch ist und das Arbeitsverhältnis bereits aufgelöst wurde. Dann werden Präventivmassnahmen verfügt, um zukünftige Fälle zu verhindern. Niederschwelliger sind die Personalkommissionen und die Gewerkschaften.

 

 Haben Sie viele Fälle betreffend den Schutz der persönlichen Integrität der Arbeitnehmenden?

Eher selten zum Thema sexuelle Belästigung, wobei hier häufig auch auf andere Strukturen zurückgegriffen wird. Oft angefragt werden wir zum Thema Mobbing; hier gilt es abzuklären, ob es sich tatsächlich um Mobbing handelt oder um andere Konflikte, wie beispielsweise Vertragsverletzungen. Ein wichtiges Element bildet der Datenschutz. Die Videoüberwachung von Arbeitnehmenden und ihrem Verhalten ist verboten, kommt jedoch häufig vor. Hier heisst es, genau hinschauen und die Legitimität der Überwachung prüfen.

 

 Welche arbeitsbedingten Krankheiten kommen am meisten vor?

Ganz klar die muskuloskeletalen Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen. Ein Viertel der Arbeitnehmenden leiden unter solchen Beschwerden, und genau diese sind nicht als Berufskrankheiten anerkannt, sondern werden «berufsassoziierte Erkrankungen» genannt. Das heisst, sie werden über die Krankenkasse verrechnet. Nur 1–2 % der Krankheiten werden als Berufskrankheiten anerkannt und somit über die Unfallversicherung (UVG) abgerechnet.

 

 Eine sichere Arbeitsumgebung und gesunde Mitarbeitende sind Erfolgsfaktoren für die Verwaltungen und die Unternehmen. Sind sich die Arbeitgeber dessen bewusst?

Sie sagen es zumindest (lacht). Es ist sicher nicht die Hauptbeschäftigung eines Betriebes, sondern halt eher ein notwendiges Übel, das nebenbei läuft. Was allerdings gefährliche Arbeit und Arbeit an Maschinen anbelangt, wird die Sicherheit durchwegs grossgeschrieben. Noch viel zu oft hapert es bei den psychischen Faktoren wie Stress und Mobbing, welche stetig steigen und rasch zu psychosomatischen Erkrankungen führen. Die Ausübung von Druck, beispielsweise bei den Arbeitszeiten, führt zunehmend zu Problemen.

Christophe Iseli, Chef des kantonalen Arbeitsinspektorats.

Zahlen und Fakten

Kantonales Arbeitsinspektorat:

D as Arbeitsinspektorat ist dem Amt für Arbeitsmarkt angegliedert. Kernaufgabe ist die Überprüfung der Gesetzeskonformität von Arbeitsplätzen in Bezug auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz. Es gilt, physischen, chemischen, biologischen, psychischen und ergonomischen Belastungen vorzubeugen und sie zu beheben. Die Sicherheit und der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sind die Hauptaufgaben des Arbeitsinspektorats. Dieses steht sowohl den Arbeitgebern wie auch den Arbeitnehmern zu Diensten.

Das Arbeitsinspektorat besteht zurzeit aus vier hoch qualifizierten Inspektoren, wobei einer davon gleichzeitig als Arbeitshygieniker amtet. Alle vier haben eine Ingenieurausbildung abgeschlossen und sich zusätzlich zum Sicherheitsingenieur weitergebildet. Das Inspektorat wird durch ein Sekretariat unterstützt. Für arbeitshygienische Untersuchungen arbeitet Freiburg sehr eng mit den Arbeitsinspektoraten der Kantone Neuenburg und Jura zusammen – sie teilen sich ein Labor, welches in Neuenburg stationiert ist. bm

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