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«Sie hat Freiburg in die Welt hinausgetragen»

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«Sie hat Freiburg in die Welt hinausgetragen»

Die Landwehr, das offizielle Musikkorps der Stadt und des Kantons, feiert das 200-Jahr-Jubiläum

E in Umzug durch die Stadt Freiburg. Lobeshymnen aus prominentem Munde. Chorgesang und Blasmusik. Ein Apéro mit Freiburger Köstlichkeiten – auch fürs Volk: Bei strahlendem Frühlingswetter wandelten sich am Samstag die Gärten der Universität zu einem Festplatz.

Von IRMGARD LEHMANN (Text) und Alain Wicht (Bilder)

Wenn ein Musikkorps sein 200-jäh-
riges Bestehen feiert, dann ist es
sicher nicht am Platz vorerst vom Wetter zu reden – würde man meinen. Doch am Samstag erhielt das
offizielle Fest der Landwehr dank
eines strahlenden Frühlingstages
die besondere Note. Der Umzug durch die Stadt mit den vielen Musikkorps, den Fahnendelegationen und Vertretern von Bund, Kanton, Gemeinden und Kirche lockte ein grosses Publikum an. Am Stras-
senrand erwiderten sie erfreut das majestätische Winken der Prominenz in den vorbeifahrenden Kutschen: Bundesratspräsident Joseph Deiss mit Gattin, Staatsratspräsident Michel Pittet mit Gattin, Syndic Dominique de Buman, Bischof Bernard Genoud und Rudolf Vonlanthen, Grossratspräsident.

Nur vereinzelt war der Grund der Feierlichkeiten nicht ganz klar. «Was ist denn hier los?», fragten ein paar junge Frauen ganz verwundert. Und zwei Studenten: «Die stören uns beim Lernen.»

Apéro für
800 Personen

Vor der Universität Freiburg fanden sich rund 800 Personen ein. Tribünen und Theaterbestuhlung sorgten dafür, dass man den sechs Kurzreferaten und den Musikeinlagen mit Genuss folgen konnte. Dass bei einem solchen Anlass nur lobende Worte fallen, liegt auf der Hand: Worte über die holde Musik, über ihren Auftrag Frieden zu stiften, Freude zu bringen, Freundschaftsbande zu knüpfen, und im Besonderen über den Verdienst der Landwehr, die «die Botschafterrolle im In- und Ausland bestens wahrgenommen zu haben», wie Dominique de Buman, Freiburgs Syndic, sagte. «Wir alle sollten auf unsere Schweiz so stolz sein wie es die Landwehr auf ihr 200-jähriges Bestehen ist», meinte Bundespräsident Joseph Deiss.

Mit 18 Musikern
1804 ein Korps gegründet

Die Landwehr war dabei, als 1809
die Mediationsakte eröffnet wurde und Freiburg Bundeshauptstadt
war. Die Landwehr war 1876 dabei, als das 400-Jahr-Jubiläum der Schlacht bei Murten gefeiert wurde. Die Landwehr, war dabei, als 1891 Augustin Eggis, Saxaphon-Virtuose und Dirigent der Landwehr zu Grabe getragen wurde . . . Die Landwehr, die heute rund 100 Mitglieder zählt und 1804 mit 18 Musikern ihren Anfang genommen hat.

«Das Musikkorps hat Freiburg
in die Welt hinausgetragen», ver-
kündete Staatsratspräsident Michel Pittet am Samstag. Dank ihr sei un-ser Kanton in der Schweiz, in Europa und auf der ganzen Welt bekannt geworden. – «et mieux aimé».

Allein in den letzten 25 Jahren habe das Musikkorps Erfolgsgeschichte geschrieben: 1980 Reise nach China; 1988 Triumph in den Vereinigten Staaten; 1991 Fahrt nach Australien; 1995 in Argentinien.
«Die Landwehr hat Freiburg zur Globalisierung gebracht. Die Mu-
sik ist offenbar schneller als die Politik.»

Der Trumpf des Kantons?

Von IRMGARD LEHMANN

Rund ein Drittel der Musikerinnen und Musiker der Landwehr sind deutscher Zunge. Pierre Ecoffey, ehemaliger Präsident, wurde von der Deutschfreiburgischen Arbeitsgemeinschaft sogar für seine Verdienste um die Zweisprachigkeit geehrt. Am Umzug am Samstag durch die Stadt schritten ebenfalls rund zehn Delegationen aus Deutschfreiburg mit.

Für das Musical «Landwehrland», das im Juni in der Eishalle St. Leonhard uraufgeführt wird, rief man ebenfalls nach Deutschfreiburgern.
Wäre dies nicht Grund genug, um an der offiziellen Feier des Musikkorps von Stadt und Kanton (!) ein deutsches Wort zu verlieren? André Liaudat, Präsident der Landwehr, tat es kurz. Michel Pittet, Staatsratspräsident, war gar vorbildlich. Aber die andern Herren der Prominenz hielten dies nicht für nötig. Gar der zweisprachige Bundespräsident Joseph Deiss trat «ohne» von der Bühne ab. Zweisprachigkeit als Trumpf des Kantons bleibt – wie gehabt – ein reines Lippenbekenntnis.
Musikkorps Bulle und
Stadtmusik Zürich zu Gast

Die Stadmusik Zürich und das Musikkorps der Stadt Bulle haben am Samstag in der Aula der Universität Freiburg das Galakonzert gestaltet: Anspruchsvoll waren die Werke auf der einen und unterhaltsam auf der andern Seite.

Ein anspruchsvolles Programm hat vorab das Musikkorps von Bulle unter ihrem Dirigenten, dem Berufsmusiker Jacques Hürni geboten. Mit «Poème du feu» von Ida Gotkovsky präsentierte das Musikkorps ein Werk, das mit seinen zwei Sätzen für kontrastreiche Spannung sorgte: Ein brillantes und dynamisches Frühlingserwachen im ersten Satz. Poetisch und melodiös die Betrachtungen im zweiten Satz.

Zarte und sphärische
Stimmmungen vermittelt

Von hervorragender Vorbereitung zeugte ebenfalls die Interpretation von «Aurora». Ein Werk von Thomas Doss, das zarte und sphärische Stimmungen erleben liess. Mit dem populären «Con fuoco» von J. Balissat schloss das Korps seine gekonnte Darbietung.

Mit Unterhaltung lockere
Stimmung hervorgezaubert

Die Stadmusik Zürich wartete
hingegen vorab mit gehobener Unterhaltung auf: Marschmusik und Musik aus der Swing und Popszene. Vom etwas belanglosen «Global Variations» von Nigel Hess über «Die Moldau» von Smetana bis
hin zum populären Potpourri (bekannte Volkslieder) war alles da-bei.

Obwohl das rund 100-köpfige Korps unter der Leitung von Kurt Brogli – er leitet die Stadtmusik seit 20 Jahren – im ersten Teil durchwegs zu laut und zu undifferenziert spielte, vermochte das Korps im Verlaufe des Abends das Publikum für sich zu gewinnen. Ihr Spiel gewann zusehends an Qualität. il

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